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Gedenkseite von Albrecht Weinberg
Albrecht Weinberg
Foto: Badmanontour
CC BY-SA 4.0AusschnittCommons

Gedenkseite von Albrecht Weinberg

7. März 1925 – 12. Mai 2026(101 Jahre)Sterbeort:Leer, Landkreis Leer

Deutscher Holocaustüberlebender

Gedenkkerzen

3 Kerzen

“Ruhe in Frieden 🌹”

Andrea Bakker

15. Mai 2026

“In Erinnerung.”

Franz W.

15. Mai 2026

Emoria entzündet eine Gedenkkerze zur Erinnerung an Albrecht Weinberg.

Emoria

13. Mai 2026

Kondolenzbuch

0 Einträge

Erinnerungen

8 Erinnerungen

Albrecht Weinberg with Gerda Dänekas and Nicolas Büchse at the Zollhaus in Leer (Ostfriesland) on 26 January 2025

Albrecht Weinberg with Gerda Dänekas and Nicolas Büchse at the Zollhaus in Leer (Ostfriesland) on 26 January 2025

Albrecht Weinberg at the Zollhaus in Leer (Ostfriesland) on 26 January 2025

Albrecht Weinberg at the Zollhaus in Leer (Ostfriesland) on 26 January 2025

Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg mit Bundesverdienstkreuz 2017

Holocaust-Überlebender Albrecht Weinberg mit Bundesverdienstkreuz 2017

Albrecht Weinberg bedankt sich bei der Verlegung der Stolpersteine für seine Eltern 2022 in Leer.

Albrecht Weinberg bedankt sich bei der Verlegung der Stolpersteine für seine Eltern 2022 in Leer.

Albrecht Weinberg bei der Verlegung der Stolpersteine in Weener

Albrecht Weinberg bei der Verlegung der Stolpersteine in Weener

Albrecht Weinberg 2022

Albrecht Weinberg 2022

Stolperstein für Albrecht Weinberg, Untenende 74 in Rhauderfehn

Stolperstein für Albrecht Weinberg, Untenende 74 in Rhauderfehn

Albrecht Weinberg während eines Vortrags in Uplengen 2025

Albrecht Weinberg während eines Vortrags in Uplengen 2025

Biografie

Albrecht Weinberg (* 7. März 1925 in Westrhauderfehn; gestorben am 12. Mai 2026 in Leer) war ein deutscher Zeitzeuge der Schoah. Er wurde als Jude im Nationalsozialismus verfolgt, war in Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen inhaftiert, emigrierte nach dem Krieg in die Vereinigten Staaten und kehrte im hohen Alter nach Ostfriesland zurück. Dort sprach er bis zuletzt vor Schülerinnen, Schülern und Öffentlichkeit über Verfolgung, Verlust und Verantwortung.

Albrecht Weinberg während eines Vortrags in Uplengen 2025
Albrecht Weinberg während eines Vortrags in Uplengen im Jahr 2025. Foto: MaikeVará, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Kindheit in Ostfriesland

Weinberg wurde als jüngstes von drei Geschwistern in eine jüdische Familie in Ostfriesland geboren. Seine Kindheit in Westrhauderfehn wurde nach 1933 Schritt für Schritt von Ausgrenzung, Beschimpfung und Entrechtung bestimmt. Nach den Novemberpogromen 1938 dachte die Familie an Auswanderung, doch die Flucht war bald nicht mehr möglich. Die Orte seiner Kindheit blieben für Weinberg deshalb doppelt besetzt: Heimat und Beginn der Verfolgung.

Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen

1943 wurde Weinberg mit seinen Geschwistern in den Lagerkomplex Auschwitz deportiert. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 116927. Seine Eltern Alfred und Flora sowie viele weitere Angehörige wurden von den Nationalsozialisten ermordet. Im Januar 1945 wurde Weinberg auf einen Todesmarsch nach Mittelbau-Dora gezwungen; kurz vor Kriegsende kam er nach Bergen-Belsen. Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Lager. Für Weinberg war das Ende der Haft kein Ende der Erinnerung: Die Nummer auf seinem Arm, die Namen der Ermordeten und die Bilder der Lager begleiteten ihn sein Leben lang.

Stolperstein für Albrecht Weinberg in Rhauderfehn
Stolperstein für Albrecht Weinberg in Rhauderfehn. Foto: Frank Vincentz, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

USA und Rückkehr

1947 wanderten Albrecht Weinberg und seine Schwester Friedel in die Vereinigten Staaten aus. In New York begann ein neues Leben, weit entfernt von den Orten der Verfolgung. Erst Jahrzehnte später kehrte Weinberg mit seiner Schwester nach Ostfriesland zurück; seit 2012 lebte er wieder in Leer. Diese Rückkehr war kein einfacher Schlussstrich. Sie wurde zu einer bewussten Entscheidung, an den Orten seiner Herkunft zu sprechen und jungen Menschen zu erzählen, was dort geschehen war.

Erinnerungsarbeit

Weinberg besuchte Schulen, Gedenkstätten und öffentliche Veranstaltungen. Er sprach ruhig, konkret und ohne Schonung über seine Familie, die Deportation, die Lager und die Frage, was Menschen einander antun können. In Rhauderfehn wurde 2020 das Gymnasium nach ihm benannt. 2024 erschien das gemeinsam mit Nicolas Büchse entstandene Buch Damit die Erinnerung nicht verblasst wie die Nummer auf meinem Arm; 2025 erzählte die ZDF/DW-Dokumentation Die Nummer auf meinem Arm seine Geschichte einem größeren Publikum.

Albrecht Weinberg mit dem Bundesverdienstkreuz 2017
Albrecht Weinberg mit dem Bundesverdienstkreuz im Jahr 2017. Foto: Badmanontour, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Anerkennung und Protest

Für seine Arbeit als Zeitzeuge erhielt Weinberg 2017 das Bundesverdienstkreuz. Er nahm Anerkennung an, aber er verstand Erinnerung nie als abgeschlossenes Ritual. 2025 gab er die Auszeichnung aus Protest zurück, nachdem ein Bundestagsantrag zur Migrationspolitik mit Stimmen der AfD eine Mehrheit gefunden hatte. Dieser Schritt passte zu seinem öffentlichen Auftreten: Weinberg warnte nicht abstrakt vor Geschichte, sondern bezog sie auf Gegenwart, Demokratie und Menschenwürde.

Abschied

Noch im März 2026 feierte Weinberg in Leer seinen 101. Geburtstag und die Premiere des Dokumentarfilms Es ist immer in meinem Kopf. Am 12. Mai 2026 starb er in Leer. Sein Leben bleibt mit Ostfriesland, New York und den Orten nationalsozialistischer Gewalt verbunden, aber vor allem mit einer Aufgabe, die er selbst bis ins hohe Alter übernahm: erzählen, damit die Namen, die Taten und die Verantwortung nicht verschwinden.

Lebensstationen

11 Ereignisse

Geboren in Westrhauderfehn

1925

Albrecht Weinberg wird in Westrhauderfehn, heute Teil von Rhauderfehn, geboren.

Novemberpogrome

1938

Nach den Pogromen verschärft sich die Verfolgung der jüdischen Familie Weinberg weiter.

Deportation nach Auschwitz

1943

Weinberg wird im April 1943 mit seinen Geschwistern in den Lagerkomplex Auschwitz deportiert.

Zwangsmarsch nach Mittelbau-Dora

1945

Im Januar 1945 wird Weinberg nach Mittelbau-Dora verschleppt und dort zur Arbeit in der Rüstungsproduktion gezwungen.

Befreiung in Bergen-Belsen

1945

Das Kriegsende erlebt Weinberg in Bergen-Belsen, das britische Truppen am 15. April 1945 befreien.

Emigration in die USA

1947

Albrecht und seine Schwester Friedel wandern nach dem Krieg in die Vereinigten Staaten aus.

Rückkehr nach Ostfriesland

2012

Nach Jahrzehnten in New York kehrt Weinberg mit seiner Schwester in seine ostfriesische Heimat zurück.

Bundesverdienstkreuz

2017

Für seine Erinnerungsarbeit wird Weinberg mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Schule trägt seinen Namen

2020

Das Gymnasium Rhauderfehn heißt seit dem Schuljahr 2020/21 Albrecht-Weinberg-Gymnasium.

101. Geburtstag und Filmpremiere

2026

In Leer feiert Weinberg seinen 101. Geburtstag und die Premiere des Dokumentarfilms Es ist immer in meinem Kopf.

Gestorben in Leer

2026

Albrecht Weinberg stirbt im Alter von 101 Jahren in Leer.

Traueranzeige

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Albrecht Weinberg. Für immer unvergessen.