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Andreas Hoppe
Foto: Krd
CC BY-SA 3.0AusschnittCommons

Gedenkseite von Andreas Hoppe

1. Juni 1960 – 17. Aug. 2026(66 Jahre)Geburtsort:Berlin, Deutschland

Deutscher Schauspieler

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Andreas Hoppe

Andreas Hoppe bei der Grimme-Preisverleihung in Marl, 4. April 2014

Andreas Hoppe bei der Grimme-Preisverleihung in Marl, 4. April 2014

Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe auf der Bühne der Grimme-Preisverleihung, 4. April 2014

Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe auf der Bühne der Grimme-Preisverleihung, 4. April 2014

Andreas Hoppe und Ulrike Folkerts bei der Grimme-Preisverleihung in Marl, 4. April 2014

Andreas Hoppe und Ulrike Folkerts bei der Grimme-Preisverleihung in Marl, 4. April 2014

Andreas Hoppe beim SWR Sommerfestival in Mainz, 4. Juli 2013

Andreas Hoppe beim SWR Sommerfestival in Mainz, 4. Juli 2013

Biografie

Andreas Hoppe (* 1. Juni 1960 in West-Berlin; gestorben am 17. August 2026) war ein deutscher Schauspieler und Autor. Einundzwanzig Jahre lang stand er als Mario Kopper im Ludwigshafener Tatort an der Seite von Ulrike Folkerts — 57 gemeinsame Fälle zwischen 1996 und 2018 machten den Kommissar mit den sizilianischen Wurzeln zu einer der vertrautesten Figuren des deutschen Fernsehkrimis. Wer nur den Ermittler kannte, kannte ihn erst zur Hälfte: Hoppe schrieb Bücher über regionale Ernährung, die sizilianische Küche und die Rückkehr der Wölfe, stand als Botschafter für Naturschutzprojekte ein und blieb dabei der ruhige, zugewandte Mensch, als den ihn Kolleginnen und Kollegen beschrieben.

Andreas Hoppe mit langem Haar und Lederjacke, freundlich lächelnd im Tageslicht
Andreas Hoppe bei der Verleihung des Grimme-Preises in Marl, 4. April 2014. Foto: Krd, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Von Tempelhof nach Hannover

Andreas Hoppe wurde am 1. Juni 1960 in West-Berlin geboren, als Sohn eines Betriebsingenieurs und einer Friseurin, und wuchs in den Bezirken Schöneberg und Tempelhof auf. Von 1982 bis 1986 ließ er sich an der Hochschule für Musik und Theater Hannover zum Schauspieler ausbilden — in derselben Klasse wie Ulrike Folkerts. „Wir haben zusammen die ersten Schritte Richtung Bühne gewagt", erinnerte sie sich Jahrzehnte später an die gemeinsamen Anfänge.

Theaterjahre

Direkt nach dem Abschluss holte ihn 1986 das Theater Bielefeld für drei Jahre ins Ensemble; an die dortige Inszenierung von »Dantons Tod« erinnerte er sich noch lange besonders gern. Danach zog es ihn zurück nach Berlin, wo er an verschiedenen Bühnen spielte — von 1992 bis 1995 gehörte er zum Ensemble des Grips-Theaters, der für ihr Kinder- und Jugendtheater bekannten Berliner Bühne.

Parallel begann die Arbeit vor der Kamera: 1986 mit einer ersten kleinen Fernsehrolle als Polizeibeamter in der ZDF-Reihe »Ein Fall für zwei«, 1990 mit einem Auftritt in der »Lindenstraße«, 1991 in der Zollfahnder-Reihe »Schwarz Rot Gold«. 1993 folgte »Wolffs Revier«, 1994 der Kinofilm »Burning Life« von Peter Welz, in dem er einen Kriminalbeamten spielte.

„Man suchte einen kleinen, dicken, teigigen Typen"

Dass aus Andreas Hoppe ein Tatort-Kommissar wurde, war alles andere als ausgemacht. Beim Casting für die neue Rolle an der Seite von Lena Odenthal fiel er zunächst durch:

„Man suchte einen kleinen, dicken, teigigen Typen, der viel schwitzte."

So erzählte er es später selbst — dem 1,93 Meter großen Berliner beschied man, er tauge eher zum Bösewicht. „Zwei ‚Tatort'-Folgen später haben die sich dann doch mit dem Job bei mir gemeldet", erinnerte er sich. Am 6. Oktober 1996 war es so weit: In »Der kalte Tod«, dem zehnten Fall von Lena Odenthal, stand Mario Kopper zum ersten Mal an ihrer Seite — 9,16 Millionen Zuschauer sahen zu.

Mario Kopper, der Halbitaliener

Die Figur, die Hoppe mehr als zwei Jahrzehnte spielte, trug ihre Herkunft im Namen: Mario Kopper, Sohn einer Italienerin aus Taormina an der sizilianischen Ostküste und eines deutschen Vaters, aufgewachsen in Ludwigshafen. Kopper liebte italienische Autos und Antipasti, kochte leidenschaftlich gern und war im Kommissariat der einfühlsame Zuhörer, der verlässlich blieb, wenn es unbequem wurde — zeitweise teilte er sich mit Lena Odenthal sogar eine Wohnung. Dass die Rolle so glaubwürdig wirkte, lag auch daran, wie viel Hoppe von sich selbst hineinlegte: Die Liebe zur italienischen Küche war seine eigene.

Andreas Hoppe mit Sonnenbrille im Haar bei einer Abendveranstaltung
Andreas Hoppe beim SWR Sommerfestival in Mainz zur Tatort-Premiere, 4. Juli 2013. Foto: René Kirchhoff, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Einundzwanzig Jahre Ludwigshafen

Zwischen 1996 und 2018 ermittelte Kopper in 57 Fällen an Odenthals Seite. Die Rolle ließ Hoppe Raum für Ausflüge: 1998 spielte er im Schweriner »Polizeiruf 110: Live in den Tod« einen SEK-Leiter — im Ensemble neben Kurt Böwe und Irm Hermann —, 2001 wechselte er für eine Gastrolle ausnahmsweise ins Münchner Tatort-Revier von Batic und Leitmayr, 2004 stand er im »Bullen von Tölz« neben Ruth Drexel vor der Kamera. Dazu kamen Kinofilme wie »Alaska.de« und »Kanak Attack« (beide 2000) und Gastrollen in Serien von »Großstadtrevier« bis »SOKO Leipzig«.

Andreas Hoppe und Ulrike Folkerts nebeneinander auf dem roten Teppich
Andreas Hoppe und Ulrike Folkerts bei der Verleihung des Grimme-Preises in Marl, 4. April 2014. Foto: Krd, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine Ehrung für den ganzen Tatort

Am 4. April 2014, beim 50. Grimme-Preis im Theater Marl, erhielt das Programmformat Tatort die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands. Auf die Bühne gingen Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe, die die Auszeichnung stellvertretend für alle 22 Ermittlerteams der Reihe entgegennahmen.

Im selben Jahr wurde Hoppe eine Auszeichnung ganz eigener Art zuteil: Die Gemeinschaft Deutscher Hutfachgeschäfte erklärte ihn zum »Hutträger des Jahres 2014« — nach der Fußball-Nationaltorhüterin Nadine Angerer erst der zweite Kopf, dem diese Ehre galt.

Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe mit Trophäen auf einer Bühne
Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe mit der Besonderen Ehrung für den Tatort auf der Bühne in Marl, 4. April 2014. Foto: Krd, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Der Abschied von Kopper

Anfang 2017 fiel Zuschauern etwas auf: Im experimentellen Improvisations-Tatort »Babbeldasch« kam Kopper praktisch nicht vor — im Film hieß es, er sei in Italien. Wenige Tage später, am 2. März 2017, machte der SWR offiziell, worüber längst spekuliert wurde: Andreas Hoppe verlässt den Ludwigshafener Tatort.

Sein letzter Fall wurde zum Abschied seiner Figur: »Kopper«, gesendet am 7. Januar 2018 unter der Regie von Roland Suso Richter, stellte den Kommissar zwischen die Loyalität zu einem Jugendfreund und die Ermittlungen gegen die sizilianische Mafia-Organisation Stidda. Am Ende quittiert Kopper den Dienst und geht zu seiner Verlobten nach Sizilien — kein Serientod, sondern ein Aufbruch; die Schlussszene spielt am Strand. 9,99 Millionen Menschen sahen zu, mehr als bei seinem ersten Fall gut zwei Jahrzehnte zuvor.

Aus seiner Ernüchterung machte Hoppe damals keinen Hehl:

„Ich bin mit dem ‚Tatort' aufgewachsen, fand es toll, ein Teil davon zu sein. Aber die letzten Jahre kam ich nicht mehr richtig zum Zug, meine Figur wurde nicht mehr gepflegt. Das hat mir keinen Spaß mehr gemacht."

Das Ende, sagte er, sei eine Entscheidung des Senders gewesen — und fügte hinzu, er hätte wohl bald selbst die Reißleine gezogen.

Allein unter Gurken

Da hatte das zweite Leben des Andreas Hoppe längst begonnen. Angestoßen — so erzählte er es — von einer kleinen, blassen Winter-Erdbeere, versuchte er ein Jahr lang, sich ausschließlich von Lebensmitteln aus einem Umkreis von hundert Kilometern um seine Aufenthaltsorte Berlin, Ludwigshafen und Mecklenburg zu ernähren. In Mecklenburg, wo er ein Landhaus mit großem Garten besaß, baute er eigenes Gemüse an und tauschte die Ernte mit den Nachbarn. Aus dem Experiment wurde 2009 das Buch »Allein unter Gurken. Mein abenteuerlicher Versuch, mich regional zu ernähren«, geschrieben mit Jacqueline Roussety.

Das Fernsehen griff das Thema auf: Am 5. Juni 2013 startete im SWR »Der Kommissar im Kühlschrank«, eine fünfteilige Doku-Reihe, in der drei Familien aus Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz 80 Tage lang nur Lebensmittel aus einem 50-Kilometer-Umkreis aßen — mit Hoppe als Begleiter des Experiments.

Sizilien im Kochtopf

Der Insel seiner Rolle näherte er sich schließlich auch als Autor: Im September 2017 erschien »Das Sizilien-Kochbuch«, entstanden mit Rezepten und Fotografien von Cettina Vicenzino — eine kulinarische Reise nach Syrakus, Taormina und an den Ätna, verwoben mit Hoppes eigenen Geschichten. Der Verlag nannte es die Einlösung eines lange gehegten Traums: einmal mit »Kopper« nach Sizilien zu reisen.

Der Wolfsbotschafter

Sein zweites großes Thema hatte vier Pfoten. Seit dem Jahr 2000 engagierte sich Hoppe als Wolfsbotschafter des NABU für die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland. Für die Dokumentation »Schüsse in der Wolfsheide« (2015) recherchierte er gemeinsam mit einem Artenschutzexperten illegale Wolfstötungen in der Lausitz. Im Oktober 2019 erschien sein Buch »Die Hoffnung und der Wolf« — dafür reiste er nach Kanada und Rumänien, in den Bayerischen Wald und nach Brandenburg und sprach mit Menschen, die dem Wolf ganz unterschiedlich begegnen: mit Wolfsforschern ebenso wie mit Schäfern und Weidetierhaltern, deren Sorgen er ernst nahm.

Seit 2013 war er zudem Botschafter des Bärenwalds Müritz, half bei der Überführung dreier Braunbären in das Schutzzentrum und setzte sich mit der Tierschutzstiftung Vier Pfoten für ein Wildtierverbot im Zirkus ein.

Späte Rollen

Auch nach dem Tatort blieb Hoppe ein vielbeschäftigter Schauspieler: »SOKO Potsdam«, »Der Lehrer« und »Endlich Witwer« (2018), »Frau Holles Garten« (2019), »Bettys Diagnose« (2020), »Ein Tisch in der Provence« (2020/21), »Daheim in den Bergen«, »Das Quartett« und »Der Zürich-Krimi« (2021), eine Rosamunde-Pilcher-Verfilmung und »Das Traumschiff« (2022), zuletzt »Kroymann« (2023). Daneben las er Hörbücher ein, darunter Kriminalgeschichten von Agatha Christie, und ging mit seinen Büchern auf Lesereise.

Sein Tod

Am Abend des 26. August 2026 gab seine Agentur bekannt, dass Andreas Hoppe im Alter von 66 Jahren gestorben war. Nach ihren Angaben, die sich auf seine Familie stützen, starb er bereits am 17. August — unerwartet. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Der SWR verabschiedete sich noch am selben Abend von seinem langjährigen Kommissar; Intendant Kai Gniffke würdigte ihn als Schauspieler, der den SWR-Tatort mehr als zwei Jahrzehnte „bereichert und geprägt" habe — „nahbar, glaubwürdig und immer mit dem Herz am rechten Fleck".

Ulrike Folkerts verabschiedete ihren Kollegen und Freund mit persönlichen Worten:

„Ich bin zutiefst erschüttert, dass mein Kollege und Freund Andi verstorben ist. … Wir sind durch dick und dünn gegangen, haben aufeinander geachtet, uns gestritten … Eine tiefe Freundschaft war das … Ich bin traurig, Andi, das war viel zu früh, Du warst so ein besonderer Typ! … Ciao Kopper."

Was bleibt

Andreas Hoppe hat dem deutschen Fernsehkrimi einen Typus erhalten, der selten geworden ist: den Ermittler, der nicht durch Härte auffällt, sondern durch Zuhören. 57 Fälle lang war Mario Kopper das ruhige Herz des Ludwigshafener Tatorts. Wer wissen will, wer Andreas Hoppe jenseits der Rolle war, findet ihn in seinen Büchern: im Garten in Mecklenburg, am Herd bei den Rezepten aus Taormina, draußen bei den Wölfen, für die er so beharrlich eintrat. Sein Manager nannte ihn einen Menschen „mit einer ganz besonderen Aura und mit dem Herzen am richtigen Fleck" — und erinnerte an eine Stimme, „die man einmal hörte und nicht mehr vergaß".

Lebensstationen

9 Ereignisse

Geboren in West-Berlin

1960

Andreas Hoppe kommt als Sohn eines Betriebsingenieurs und einer Friseurin in West-Berlin zur Welt und wächst in Schöneberg und Tempelhof auf.

Erster Fall als Mario Kopper

1996

Mit »Der kalte Tod« beginnt Hoppes Zeit im Ludwigshafener Tatort an der Seite von Ulrike Folkerts — 9,16 Millionen Zuschauer sehen zu.

Gastrolle im Münchner Tatort

2001

In »Im freien Fall« steht Hoppe ausnahmsweise im Revier von Batic und Leitmayr vor der Kamera — als Benny ten Borg.

Der Kommissar im Kühlschrank

2013

Im SWR startet Hoppes fünfteilige Doku-Reihe über regionale Ernährung: Drei Familien essen 80 Tage lang nur Lebensmittel aus der Umgebung.

Ehrung für den Tatort in Marl

2014

Beim 50. Grimme-Preis nehmen Ulrike Folkerts und Andreas Hoppe die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbands stellvertretend für alle Tatort-Teams entgegen.

Der SWR gibt den Abschied bekannt

2017

Nach mehr als zwanzig Jahren wird öffentlich: Andreas Hoppe verlässt den Ludwigshafener Tatort.

Der letzte Fall

2018

In »Kopper« quittiert Mario Kopper den Dienst und geht nach Sizilien — 9,99 Millionen Zuschauer verabschieden ihn.

Die Hoffnung und der Wolf erscheint

2019

Hoppes Buch über die Rückkehr der Wölfe versammelt Reisen nach Kanada und Rumänien und Gespräche mit Befürwortern wie Skeptikern.

Verstorben

2026

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Andreas Hoppe. Für immer unvergessen.