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Jacques Chirac (geb. Jacques René Chirac)
Foto: Christian Lambiotte
CC BY 4.0AusschnittCommons

Gedenkseite von Jacques Chirac (geb. Jacques René Chirac)

29. Nov. 1932 – 26. Sept. 2019(86 Jahre)Sterbeort:6. Arrondissement von Paris, Île-de-France

Französischer Politiker, Premierminister und Staatspräsident

Gedenkkerzen

Kondolenzbuch

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Biografie

Beruf(2)

leitender BeamterPolitiker

Auszeichnungen(5)

Ig-NobelpreisCollane des IsabellenordensCollar of the Order of the White LionOrden „Für Verdienste um das Vaterland“, 1. KlasseGroßkreuz des Sankt-Olav-Ordens

Ausbildung(6)

Institut d’études politiques de ParisCours HattemerLycée Louis-le-GrandÉcole nationale d’administrationLycée CarnotHarvard Summer School

Jacques Chirac (* 29. November 1932 in Paris; gestorben am 26. September 2019 in Paris) war ein französischer Politiker. Er war Premierminister, fast zwei Jahrzehnte Bürgermeister von Paris und von 1995 bis 2007 Präsident der Französischen Republik. Chirac gehörte zu den prägenden Figuren der französischen Rechten nach Charles de Gaulle: volksnah im Auftreten, machtbewusst in der Organisation, oft pragmatisch in der Ideologie und lange genug im Zentrum der Politik, um Frankreichs Innen- und Außenpolitik über Generationen mitzuformen.

Jacques Chirac in einem Porträt von 1997
Jacques Chirac im Jahr 1997. Foto: Christian Lambiotte / European Communities, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Ausbildung und Aufstieg

Chirac stammte aus einer bürgerlichen Pariser Familie, studierte am Institut d'études politiques de Paris und wurde an der École nationale d'administration ausgebildet. Nach Militärdienst und Verwaltungsarbeit fand er früh in die Politik. In der Corrèze baute er eine regionale Machtbasis auf, die ihn jahrzehntelang trug. 1967 wurde er Abgeordneter, bald darauf Staatssekretär und Minister. Sein Stil verband technokratische Ausbildung mit einem Gespür für Märkte, Landwirtschaftsschauen, direkte Ansprache und politische Loyalitäten.

Premierminister und Bürgermeister von Paris

1974 ernannte Valéry Giscard d'Estaing ihn zum Premierminister. Das Bündnis zerbrach schnell, und Chirac gründete 1976 das gaullistische Rassemblement pour la République. Ein Jahr später wurde er Bürgermeister von Paris. Dieses Amt gab ihm Personal, Sichtbarkeit und ein dichtes politisches Netzwerk. Es machte ihn aber auch anfällig für spätere Ermittlungen: Die Affären um Scheinbeschäftigungen und Parteifinanzierung in Paris begleiteten sein öffentliches Bild lange nach dem Ende seiner Amtszeit.

Präsident einer geteilten Republik

Nach mehreren gescheiterten Anläufen gewann Chirac 1995 die Präsidentschaftswahl. Er versprach, die soziale Kluft zu verringern, regierte aber bald mit Sparpolitik und Reformdruck. Schon 1997 verlor sein Lager nach einer vorgezogenen Parlamentswahl die Mehrheit; die folgenden Jahre waren von der Cohabitation mit dem sozialistischen Premierminister Lionel Jospin geprägt. Chirac blieb dadurch Staatsoberhaupt mit internationaler Sichtbarkeit, während viele innenpolitische Entscheidungen bei der linken Regierung lagen.

Vel d'Hiv, Republik und Geschichte

Zu seinen wichtigsten Gesten gehörte die Rede vom 16. Juli 1995 zur Razzia von Vel d'Hiv. Chirac erkannte ausdrücklich die Verantwortung des französischen Staates für die Deportation von Juden während der deutschen Besatzung an. Damit brach er mit einer älteren Linie, die Verantwortung vor allem auf das Vichy-Regime abgewälzt hatte. Diese Anerkennung war kein Ersatz für politische Widersprüche seiner Amtszeit, aber sie veränderte die offizielle französische Erinnerungspolitik sichtbar.

Zweite Amtszeit und Irakkrieg

2002 erreichte Chirac die Stichwahl gegen Jean-Marie Le Pen. Viele Wähler unterstützten ihn damals nicht aus Begeisterung, sondern um den Front National zu verhindern. Seine zweite Amtszeit wurde international besonders durch die Ablehnung des Irakkriegs 2003 geprägt. Außenminister Dominique de Villepin vertrat diese Linie vor den Vereinten Nationen, doch die politische Entscheidung lag bei Chirac. Im Inland blieb seine Bilanz gemischt: Unruhen in den Vorstädten, das verlorene Referendum über den europäischen Verfassungsvertrag 2005 und wirtschaftliche Stagnation zeigten die Grenzen seiner Präsidentschaft.

Abschied

Chirac verließ 2007 den Élysée-Palast. 2011 wurde er wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel während seiner Zeit als Pariser Bürgermeister verurteilt; wegen gesundheitlicher Probleme nahm er nicht persönlich am Prozess teil. Jacques Chirac starb am 26. September 2019 in Paris. Er wurde 86 Jahre alt. Sein politischer Weg bleibt mit einer seltenen Dauer im französischen Machtzentrum verbunden: mit Charme und Instinkt, mit republikanischen Gesten, mit außenpolitischer Eigenständigkeit und mit den dunkleren Seiten eines Systems, in dem Partei, Stadtverwaltung und persönliche Netzwerke lange ineinandergriffen.

Lebensstationen

18 Ereignisse

Geboren in Paris

1932

Jacques René Chirac wird in Paris geboren.

Sciences Po

1951

Chirac studiert am Institut d'études politiques de Paris.

Heirat mit Bernadette Chodron de Courcel

1956

Jacques Chirac heiratet Bernadette Chodron de Courcel.

École nationale d'administration

1957

Chirac beginnt seine Ausbildung an der ENA, einer zentralen Kaderschmiede des französischen Staatsdienstes.

Abgeordneter der Corrèze

1967

Chirac wird erstmals in die Nationalversammlung gewählt.

Premierminister

1974

Präsident Valéry Giscard d'Estaing ernennt Chirac zum Premierminister.

Gründung des RPR

1976

Chirac gründet die gaullistische Partei Rassemblement pour la République.

Bürgermeister von Paris

1977

Chirac wird erster direkt gewählter Bürgermeister von Paris nach der Neuordnung des Amtes.

Zweite Amtszeit als Premierminister

1986

In der ersten Cohabitation der Fünften Republik regiert Chirac als Premier unter Präsident François Mitterrand.

Präsident Frankreichs

1995

Chirac wird als Präsident der Französischen Republik vereidigt.

Anerkennung von Vel d'Hiv

1995

Chirac erkennt die Verantwortung des französischen Staates für die Razzia von Vel d'Hiv an.

Ende der Atomtests

1996

Frankreich beendet nach umstrittenen Tests im Pazifik seine unterirdischen Atomversuche.

Wiederwahl gegen Jean-Marie Le Pen

2002

Chirac gewinnt die Stichwahl gegen Jean-Marie Le Pen mit einem breiten republikanischen Bündnis.

Ablehnung des Irakkriegs

2003

Chiracs Regierung stellt sich gegen die US-geführte Invasion des Irak.

EU-Verfassungsreferendum

2005

Frankreich lehnt den europäischen Verfassungsvertrag in einem Referendum ab.

Ende der Präsidentschaft

2007

Chirac scheidet nach zwölf Jahren aus dem Élysée-Palast aus.

Verurteilung in Paris

2011

Ein Gericht verurteilt Chirac wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel während seiner Zeit als Pariser Bürgermeister.

Gestorben in Paris

2019

Jacques Chirac stirbt im Alter von 86 Jahren in Paris.

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Stammbaum

Ruhestätte

Cimetière Montparnasse

14th arrondissement of Paris

Zum Friedhof

Jacques Chirac (geb. Jacques René Chirac). Für immer unvergessen.