
Cimetière Montparnasse
14th arrondissement of Paris

Französischer Politiker, Premierminister und Staatspräsident
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Jacques Chirac (* 29. November 1932 in Paris; gestorben am 26. September 2019 in Paris) war ein französischer Politiker. Er war Premierminister, fast zwei Jahrzehnte Bürgermeister von Paris und von 1995 bis 2007 Präsident der Französischen Republik. Chirac gehörte zu den prägenden Figuren der französischen Rechten nach Charles de Gaulle: volksnah im Auftreten, machtbewusst in der Organisation, oft pragmatisch in der Ideologie und lange genug im Zentrum der Politik, um Frankreichs Innen- und Außenpolitik über Generationen mitzuformen.

Chirac stammte aus einer bürgerlichen Pariser Familie, studierte am Institut d'études politiques de Paris und wurde an der École nationale d'administration ausgebildet. Nach Militärdienst und Verwaltungsarbeit fand er früh in die Politik. In der Corrèze baute er eine regionale Machtbasis auf, die ihn jahrzehntelang trug. 1967 wurde er Abgeordneter, bald darauf Staatssekretär und Minister. Sein Stil verband technokratische Ausbildung mit einem Gespür für Märkte, Landwirtschaftsschauen, direkte Ansprache und politische Loyalitäten.
1974 ernannte Valéry Giscard d'Estaing ihn zum Premierminister. Das Bündnis zerbrach schnell, und Chirac gründete 1976 das gaullistische Rassemblement pour la République. Ein Jahr später wurde er Bürgermeister von Paris. Dieses Amt gab ihm Personal, Sichtbarkeit und ein dichtes politisches Netzwerk. Es machte ihn aber auch anfällig für spätere Ermittlungen: Die Affären um Scheinbeschäftigungen und Parteifinanzierung in Paris begleiteten sein öffentliches Bild lange nach dem Ende seiner Amtszeit.
Nach mehreren gescheiterten Anläufen gewann Chirac 1995 die Präsidentschaftswahl. Er versprach, die soziale Kluft zu verringern, regierte aber bald mit Sparpolitik und Reformdruck. Schon 1997 verlor sein Lager nach einer vorgezogenen Parlamentswahl die Mehrheit; die folgenden Jahre waren von der Cohabitation mit dem sozialistischen Premierminister Lionel Jospin geprägt. Chirac blieb dadurch Staatsoberhaupt mit internationaler Sichtbarkeit, während viele innenpolitische Entscheidungen bei der linken Regierung lagen.
Zu seinen wichtigsten Gesten gehörte die Rede vom 16. Juli 1995 zur Razzia von Vel d'Hiv. Chirac erkannte ausdrücklich die Verantwortung des französischen Staates für die Deportation von Juden während der deutschen Besatzung an. Damit brach er mit einer älteren Linie, die Verantwortung vor allem auf das Vichy-Regime abgewälzt hatte. Diese Anerkennung war kein Ersatz für politische Widersprüche seiner Amtszeit, aber sie veränderte die offizielle französische Erinnerungspolitik sichtbar.
2002 erreichte Chirac die Stichwahl gegen Jean-Marie Le Pen. Viele Wähler unterstützten ihn damals nicht aus Begeisterung, sondern um den Front National zu verhindern. Seine zweite Amtszeit wurde international besonders durch die Ablehnung des Irakkriegs 2003 geprägt. Außenminister Dominique de Villepin vertrat diese Linie vor den Vereinten Nationen, doch die politische Entscheidung lag bei Chirac. Im Inland blieb seine Bilanz gemischt: Unruhen in den Vorstädten, das verlorene Referendum über den europäischen Verfassungsvertrag 2005 und wirtschaftliche Stagnation zeigten die Grenzen seiner Präsidentschaft.
Chirac verließ 2007 den Élysée-Palast. 2011 wurde er wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel während seiner Zeit als Pariser Bürgermeister verurteilt; wegen gesundheitlicher Probleme nahm er nicht persönlich am Prozess teil. Jacques Chirac starb am 26. September 2019 in Paris. Er wurde 86 Jahre alt. Sein politischer Weg bleibt mit einer seltenen Dauer im französischen Machtzentrum verbunden: mit Charme und Instinkt, mit republikanischen Gesten, mit außenpolitischer Eigenständigkeit und mit den dunkleren Seiten eines Systems, in dem Partei, Stadtverwaltung und persönliche Netzwerke lange ineinandergriffen.
Jacques René Chirac wird in Paris geboren.
Chirac studiert am Institut d'études politiques de Paris.
Jacques Chirac heiratet Bernadette Chodron de Courcel.
Chirac beginnt seine Ausbildung an der ENA, einer zentralen Kaderschmiede des französischen Staatsdienstes.
Chirac wird erstmals in die Nationalversammlung gewählt.
Präsident Valéry Giscard d'Estaing ernennt Chirac zum Premierminister.
Chirac gründet die gaullistische Partei Rassemblement pour la République.
Chirac wird erster direkt gewählter Bürgermeister von Paris nach der Neuordnung des Amtes.
In der ersten Cohabitation der Fünften Republik regiert Chirac als Premier unter Präsident François Mitterrand.
Chirac wird als Präsident der Französischen Republik vereidigt.
Chirac erkennt die Verantwortung des französischen Staates für die Razzia von Vel d'Hiv an.
Frankreich beendet nach umstrittenen Tests im Pazifik seine unterirdischen Atomversuche.
Chirac gewinnt die Stichwahl gegen Jean-Marie Le Pen mit einem breiten republikanischen Bündnis.
Chiracs Regierung stellt sich gegen die US-geführte Invasion des Irak.
Frankreich lehnt den europäischen Verfassungsvertrag in einem Referendum ab.
Chirac scheidet nach zwölf Jahren aus dem Élysée-Palast aus.
Ein Gericht verurteilt Chirac wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel während seiner Zeit als Pariser Bürgermeister.
Jacques Chirac stirbt im Alter von 86 Jahren in Paris.
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14th arrondissement of Paris
Jacques Chirac (geb. Jacques René Chirac). Für immer unvergessen.