

Gedenkseite von Ken Adam (geb. Klaus Hugo Adam)
Deutsch-britischer Szenenbildner
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Biografie
Sir Ken Adam, geboren als Klaus Hugo Adam (* 5. Februar 1921 in Berlin; gestorben am 10. März 2016 in London), war ein deutsch-britischer Szenenbildner und Production Designer. Seine Entwürfe für James Bond, Dr. Strangelove, Barry Lyndon und The Madness of King George prägten, wie Macht, Technik, Luxus und Gefahr im Kino räumlich erscheinen können.
Berlin, Emigration und London
Adam wurde in Berlin in eine jüdische Familie geboren und wuchs im Tiergarten-Viertel auf. Die Familie betrieb ein Sport- und Modegeschäft; Bilder, Werbung, Architektur und Film gehörten früh zu seiner Umgebung. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verließ die Familie Deutschland und kam 1934 nach Großbritannien. In London besuchte Adam die Schule und begann später ein Architekturstudium am Bartlett, University College London. Die Erfahrung von Verlust und Neuanfang blieb mit seiner Arbeit verbunden, ohne dass seine Entwürfe darauf reduziert werden können.
RAF und Filmhandwerk
Während des Zweiten Weltkriegs diente Adam in der Royal Air Force. Er gehörte zu den wenigen in Deutschland geborenen Piloten, die für die britische Luftwaffe flogen. Nach dem Krieg arbeitete er in britischen Studios und lernte das Szenenbild von Grund auf: Zeichenbüro, Art Department, Assistenz, Material, Maßstab und der praktische Bau von Filmräumen. Architektur und Kriegserfahrung flossen später in Räume ein, die zugleich technisch glaubwürdig und stark überhöht wirkten.
James Bond und Dr. Strangelove
Mit Dr. No begann Adam Anfang der 1960er-Jahre seine Arbeit an der James-Bond-Reihe. Er entwarf Räume, in denen Geheimdienstfantasie, moderne Architektur und Bedrohung zusammenkamen: Kommandozentralen, unterirdische Anlagen, Villen, Superwaffen und große technische Bühnen. Für Stanley Kubricks Dr. Strangelove schuf er den War Room, einen streng geometrischen Raum, der politische Macht als Bild sofort verständlich machte. Seine Skizzen wirkten oft wie schnelle Bewegungen, wurden aber zu präzise gebauten Filmwelten.
Größe, Linie und Material
Adams Szenenbilder arbeiteten mit klaren Formen, starken Diagonalen, Kreisflächen, Schatten, glänzenden Oberflächen und großen Leerräumen. Sein Denken war räumlich: Figuren sollten in seinen Sets anders wirken, weil Architektur ihre Körper, Wege und Entscheidungen beeinflusste. Gerade die Bond-Filme erhielten dadurch ein wiedererkennbares visuelles Vokabular, das zwischen Eleganz, Kontrolle und Gefahr pendelte.
Auszeichnungen und Archiv
Adam gewann zwei Oscars für das Szenenbild: 1976 für Barry Lyndon und 1995 für The Madness of King George. 2003 wurde er in Großbritannien zum Ritter geschlagen. 2012 übergab er sein umfangreiches Archiv mit Tausenden Zeichnungen, Fotografien und Arbeitsmaterialien an die Deutsche Kinemathek in Berlin. Damit kehrte ein großer Teil seines Werks in die Stadt zurück, aus der seine Familie 1934 emigriert war.
Abschied
Ken Adam starb am 10. März 2016 in London. Er wurde 95 Jahre alt. Sein Werk bleibt mit Filmräumen verbunden, die über Kulissen hinausgehen: Sie übersetzen Erzählung, Atmosphäre und Machtverhältnisse in sichtbare Architektur.
Lebensstationen
4 EreignisseGeboren in Berlin
1921Klaus Hugo Adam, später bekannt als Ken Adam, wird in Berlin geboren.
Oscar für Barry Lyndon
1976Ken Adam erhält den Oscar für das Szenenbild von Stanley Kubricks Barry Lyndon.
Oscar für The Madness of King George
1995Adam gewinnt seinen zweiten Oscar für das Szenenbild von The Madness of King George.
Tod in London
2016Ken Adam stirbt im Alter von 95 Jahren in London.
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Ken Adam (geb. Klaus Hugo Adam). Für immer unvergessen.