
Gedenkseite von Martin Karplus
Österreichisch-amerikanischer theoretischer Chemiker und Nobelpreisträger
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Biografie
Martin Karplus (* 15. März 1930 in Wien; gestorben am 28. Dezember 2024 in Cambridge, Massachusetts) war ein österreichisch-US-amerikanischer theoretischer Chemiker. Er erhielt 2013 gemeinsam mit Michael Levitt und Arieh Warshel den Nobelpreis für Chemie für die Entwicklung von Multiskalenmodellen komplexer chemischer Systeme. Seine Arbeit half, Computersimulationen zu einem zentralen Werkzeug der modernen Chemie und Molekularbiologie zu machen.
Kindheit und Emigration
Karplus wurde in Wien in eine jüdische Familie mit naturwissenschaftlicher und medizinischer Tradition geboren. Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland floh die Familie 1938 in die Vereinigten Staaten. Die Flucht blieb ein früher historischer Einschnitt in seinem Leben. In den USA entwickelte Karplus ein Interesse an Biologie, Chemie und Beobachtung; später verband er diese Neugier mit mathematischer und physikalischer Präzision.
Ausbildung und frühe Forschung
Karplus studierte am Harvard College und promovierte am California Institute of Technology bei Linus Pauling. Nach einem Forschungsaufenthalt in Oxford arbeitete er an der University of Illinois, später an Columbia und Harvard. In dieser Zeit befasste er sich mit magnetischer Resonanz und theoretischen Methoden zur Beschreibung molekularer Strukturen. Die nach ihm benannte Karplus-Gleichung wurde ein wichtiges Werkzeug, um aus Kernspinresonanzdaten räumliche Informationen über Moleküle abzuleiten.
Computer als chemisches Werkzeug
Karplus gehörte zu den Forschern, die Computer früh für chemische Fragen nutzten. Seine Arbeit verband theoretische Chemie, Physik und Biologie. Besonders wichtig wurden Modelle, die unterschiedliche Rechenebenen zusammenbringen: Quantenmechanik für den Teil eines Systems, in dem Bindungen brechen oder entstehen, und klassische Mechanik für größere molekulare Umgebungen. Dadurch ließen sich Prozesse untersuchen, die für reine Handrechnung oder einfache Modelle zu komplex waren.
Nobelpreis
2013 erhielt Karplus gemeinsam mit Michael Levitt und Arieh Warshel den Nobelpreis für Chemie. Die Nobelstiftung würdigte ihre Entwicklung von Multiskalenmodellen für komplexe chemische Systeme. Die Auszeichnung stand auch für einen größeren Wandel: Simulationen wurden nicht mehr als Hilfswerkzeug am Rand verstanden, sondern als eigenständiger Zugang, um chemische Reaktionen, Proteine und biologische Moleküle in Bewegung zu verstehen.
Abschied
Martin Karplus starb am 28. Dezember 2024 in Cambridge, Massachusetts. Seine Biografie verbindet Fluchtgeschichte, theoretische Chemie und die frühe Nutzung von Computern in den Naturwissenschaften. In seinem wissenschaftlichen Werk wurde sichtbar, dass Moleküle nicht nur als starre Strukturen, sondern als bewegliche Systeme verstanden werden müssen.
Lebensstationen
3 EreignisseGeboren in Wien
1930Martin Karplus wird in Wien geboren.
Nobelpreis für Chemie
2013Karplus erhält gemeinsam mit Michael Levitt und Arieh Warshel den Nobelpreis für Chemie.
Gestorben in Cambridge
2024Martin Karplus stirbt im Alter von 94 Jahren in Cambridge, Massachusetts.
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Martin Karplus. Für immer unvergessen.
