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Michail Sergejewitsch Gorbatschow
Foto: Leo Medvedev/Лев Леонидович Медведев
CC BY-SA 4.0AusschnittCommons

Gedenkseite von Michail Sergejewitsch Gorbatschow

2. März 1931 – 30. Aug. 2022(91 Jahre)Sterbeort:Zentralkrankenhaus, Oblast Moskau

Sowjetischer Politiker, Generalsekretär des ZK der KPdSU in der Sowjetunion von 1985 bis 1991

Gedenkkerzen

1 Kerze

Emoria entzündet eine Gedenkkerze zum Geburtstag von Michail Sergejewitsch Gorbatschow.

Emoria

2. März 2026

Kondolenzbuch

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Biografie

Sterbeort

Zentralkrankenhaus, Oblast Moskau

Todesursache

Nierenversagen

Kinder

1

Grabstätte

Nowodewitschi-Friedhof

Auszeichnungen(7)

FriedensnobelpreisKomtur des Ordens der Künste und der LiteraturEhrenbürger von BerlinCollar of the Order of the White LionPrincess of Asturias Award for International CooperationPhiladelphia Liberty MedalFree Your Mind

Partner(1)

Raissa Maximowna Gorbatschowa

Ausbildung(3)

Juristische Fakultät der Moskauer Staatlichen UniversitätStavropol State Agrarian UniversityLomonossow-Universität

Michail Sergejewitsch Gorbatschow (* 2. März 1931 in Priwolnoje, Region Stawropol; gestorben am 30. August 2022 in Moskau) war ein sowjetischer und russischer Politiker. Von 1985 bis 1991 war er Generalsekretär der KPdSU, 1990 und 1991 der erste und einzige Präsident der Sowjetunion. Mit Glasnost, Perestroika, Abrüstungspolitik und dem Verzicht auf militärische Kontrolle über Osteuropa veränderte er die Weltpolitik. Sein Name steht für das Ende des Kalten Krieges, aber auch für den Zerfall eines Staates, den er eigentlich reformieren und erhalten wollte.

Michail Gorbatschow in Moskau 1991
Michail Gorbatschow in Moskau, 24. Oktober 1991. Foto: Leo Medvedev / Лев Леонидович Медведев, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Herkunft und Ausbildung

Gorbatschow wurde in einer bäuerlichen russisch-ukrainischen Familie im Süden der Russischen Sowjetrepublik geboren. Seine Kindheit war von Kollektivwirtschaft, Stalins Gewaltgeschichte und dem Zweiten Weltkrieg geprägt. Als Jugendlicher arbeitete er mit seinem Vater auf dem Mähdrescher; 1949 erhielt er für Erntearbeit den Orden des Roten Banners der Arbeit. 1950 begann er an der Moskauer Staatlichen Universität Jura zu studieren. Dort lernte er Raissa Titarenko kennen, die Philosophie studierte und 1953 seine Frau wurde.

Stawropol und Parteiaufstieg

Nach dem Studienabschluss kehrte Gorbatschow 1955 nach Stawropol zurück. Er arbeitete zunächst im Komsomol und stieg dann in der regionalen Parteiorganisation auf. 1970 wurde er Erster Sekretär des Parteikomitees der Region Stawropol. Die Region war landwirtschaftlich wichtig und zugleich ein Erholungsgebiet für führende Funktionäre; dadurch lernte Gorbatschow Spitzenpolitiker wie Alexei Kossygin und Juri Andropow kennen. 1978 wechselte er nach Moskau, wurde Zentralkomitee-Sekretär für Landwirtschaft und 1980 Vollmitglied des Politbüros.

Generalsekretär und Reformbeginn

Am 11. März 1985 wurde Gorbatschow zum Generalsekretär der KPdSU gewählt. Er war deutlich jünger als die unmittelbar vor ihm regierenden sowjetischen Spitzenpolitiker und trat mit dem Anspruch an, eine erstarrte Wirtschaft und eine schwerfällige Bürokratie zu erneuern. Aus dieser Reformbewegung wurden die Leitbegriffe Perestroika, also Umgestaltung, und Glasnost, also Offenheit. Die Presse durfte freier berichten, stalinistische Verbrechen wurden öffentlicher diskutiert, Wahlen wurden vorsichtig pluraler. Zugleich blieb vieles widersprüchlich: Die Planwirtschaft verlor Steuerungskraft, ohne dass ein tragfähiges neues System entstand.

Abrüstung und Ende des Kalten Krieges

Außenpolitisch suchte Gorbatschow Entspannung mit dem Westen. Die Treffen mit Ronald Reagan und später George H. W. Bush machten Abrüstung wieder möglich. 1987 unterzeichneten Gorbatschow und Reagan den INF-Vertrag, der eine ganze Kategorie nuklearer Mittelstreckenraketen beseitigte. 1989 endete der sowjetische Abzug aus Afghanistan. In Osteuropa griff Moskau nicht mehr wie 1956 in Ungarn oder 1968 in Prag ein, als kommunistische Regime ins Wanken gerieten. Diese Zurückhaltung öffnete den Raum für den politischen Umbruch von 1989, für den Fall der Berliner Mauer und für die deutsche Einheit.

Zwischen Öffnung und Zerfall

Die Reformen setzten Kräfte frei, die Gorbatschow nicht mehr kontrollieren konnte. In mehreren Sowjetrepubliken wuchsen nationale Bewegungen, in anderen kam es zu Unruhen und Gewalt. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich, Versorgungskrisen nahmen zu, und Boris Jelzin wurde zum mächtigen Rivalen in Russland. 1990 wurde Gorbatschow Präsident der Sowjetunion; zugleich verlor die Kommunistische Partei ihr verfassungsrechtliches Machtmonopol. Er versuchte, die Union in veränderter Form zusammenzuhalten. Für viele Menschen in Mittel- und Osteuropa wurde er zur Figur der Befreiung; für viele frühere Sowjetbürger blieb er mit Unsicherheit, Staatszerfall und dem Verlust alter Sicherheiten verbunden.

1991

Im August 1991 versuchten konservative Kräfte, den Reformprozess zu stoppen. Gorbatschow wurde auf der Krim festgesetzt, der Putsch scheiterte jedoch am Widerstand in Moskau, besonders um Boris Jelzin. Danach war Gorbatschows Macht stark geschwächt. Republiken erklärten ihre Unabhängigkeit, die zentralen Institutionen zerfielen. Am 25. Dezember 1991 trat Gorbatschow als Präsident der Sowjetunion zurück. Am selben Abend wurde die rote Fahne über dem Kreml eingeholt. Gorbatschow hatte den Kalten Krieg mitbeendet, aber nicht verhindern können, dass sein eigener Staat verschwand.

Nach der Sowjetunion

Seit 1992 leitete Gorbatschow die Gorbatschow-Stiftung, später engagierte er sich auch für Green Cross International, sozialdemokratische Projekte und internationale Dialogformate. Er schrieb Bücher, hielt Vorträge und äußerte sich zur russischen Politik. Seine Frau Raissa starb 1999; sie war in seiner öffentlichen Rolle weit sichtbarer gewesen als frühere Ehefrauen sowjetischer Staatsführer. In Russland blieb Gorbatschows Ansehen gespalten. Im Ausland wurde er häufig als Staatsmann geehrt, der Gewalt vermied und den Übergang in Europa möglich machte. In seiner Heimat überwog bei vielen die Erinnerung an Verlust, Chaos und den Absturz der 1990er-Jahre.

Abschied

Michail Gorbatschow starb am 30. August 2022 in Moskau. Er wurde 91 Jahre alt. Sein Leben gehört zu den großen politischen Biografien des 20. Jahrhunderts, weil es keine einfache Bilanz erlaubt. Gorbatschow war Reformer eines Systems, dessen Widersprüche stärker waren als seine Reformen. Er war ein sowjetischer Parteimann, der Räume für Freiheit öffnete. Er war kein Sieger im klassischen Sinn, aber ein Politiker, dessen Entscheidungen Millionen Menschen in Europa und darüber hinaus aus der Logik des Kalten Krieges lösten.

Lebensstationen

18 Ereignisse

Geboren in Priwolnoje

1931

Michail Sergejewitsch Gorbatschow wird im Dorf Priwolnoje in der Region Stawropol geboren.

Studium in Moskau

1950

Gorbatschow beginnt ein Jurastudium an der Moskauer Staatlichen Universität.

Heirat mit Raissa Titarenko

1953

Gorbatschow heiratet seine Kommilitonin Raissa Maximowna Titarenko.

Rückkehr nach Stawropol

1955

Nach dem Abschluss seines Jurastudiums geht Gorbatschow nach Stawropol und arbeitet im Komsomol und in der Partei.

Parteichef in Stawropol

1970

Gorbatschow wird Erster Sekretär des Parteikomitees der Region Stawropol.

Wechsel nach Moskau

1978

Das Zentralkomitee wählt Gorbatschow zum Sekretär für Landwirtschaft; er zieht nach Moskau.

Mitglied des Politbüros

1980

Gorbatschow wird Vollmitglied des Politbüros der KPdSU.

Generalsekretär der KPdSU

1985

Nach dem Tod Konstantin Tschernenkos wird Gorbatschow zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei gewählt.

Glasnost und Perestroika

1986

Auf dem 27. Parteitag werden Reformen sichtbarer, die später mit Glasnost und Perestroika verbunden werden.

INF-Vertrag

1987

Gorbatschow und Ronald Reagan unterzeichnen in Washington den Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme.

Abzug aus Afghanistan

1989

Der sowjetische Truppenabzug aus Afghanistan wird abgeschlossen.

Fall der Berliner Mauer

1989

Der Umbruch in Osteuropa erreicht Berlin; Gorbatschow greift nicht militärisch ein.

Präsident der Sowjetunion

1990

Der Kongress der Volksdeputierten wählt Gorbatschow zum Präsidenten der UdSSR.

Friedensnobelpreis

1990

Gorbatschow erhält den Friedensnobelpreis für seine Rolle im europäischen Friedensprozess.

Putschversuch in Moskau

1991

Konservative Kräfte setzen Gorbatschow zeitweise auf der Krim fest; der Putsch scheitert.

Rücktritt als Präsident

1991

Gorbatschow tritt als Präsident der Sowjetunion zurück; die UdSSR hört faktisch auf zu bestehen.

Gorbatschow-Stiftung

1992

Gorbatschow beginnt die Arbeit seiner Stiftung für sozialökonomische und politische Studien.

Gestorben in Moskau

2022

Michail Gorbatschow stirbt im Alter von 91 Jahren in Moskau.

Traueranzeige

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Stammbaum

  • Raissa Maximowna Gorbatschowa
  • Maria Gorbacheva
  • Sergey Gorbachev

Ruhestätte

Nowodewitschi-Friedhof

Moscow

Zum Friedhof

Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Für immer unvergessen.