
Gedenkseite von Ole Nydahl
Dänischer Buddhist, Lama
Gedenkkerzen
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Emoria entzündet eine Gedenkkerze zur Erinnerung an Ole Nydahl.
Emoria
19. Mai 2026
Kondolenzbuch
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Erinnerungen
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Freiburg im Breisgau: Ole Nydahl

Freiburg im Breisgau: Ole Nydahl

Photograph by Marlis Decker

Photograph by Marlis Decker

Rob Nanninga met lama Ole Nydahl na een interview in Groningen, begin jaren 90

Lama Ole und Hannah Nydahl (1946-2007)

Portrait of Lama Ole Nydahl (2010)

Визит Семнадцатого Кармапы Тринле Тхае Дордже в Карма Гён, июнь, 2009г.

Ole Nydahl blessing people at his lecture in London, UK. August, 2007.

Lama Ole Nydahl, 9.12.2004 Wrocław fot: Piotr Czerniawski

Hanna Nydahl und ihr Ehemann Ole Nydahl.
Biografie
Ole Nydahl (* 19. März 1941 nördlich von Kopenhagen; gestorben am 18. Mai 2026 im Europe Center bei Immenstadt im Allgäu) war ein dänischer buddhistischer Lehrer der Karma-Kagyü-Linie. Gemeinsam mit seiner Frau Hannah Nydahl brachte er den Diamantweg-Buddhismus in viele westliche Länder und gründete nach Angaben seiner Organisation Hunderte Zentren für Laienpraktizierende. Er war für viele Menschen ein prägender Lehrer, blieb aber wegen seines Auftretens, seiner politischen Aussagen und seiner Rolle innerhalb der Karma-Kagyü-Tradition zugleich umstritten.

Herkunft und Begegnung mit dem Buddhismus
Nydahl wuchs in Dänemark auf und studierte unter anderem Philosophie, Englisch und Deutsch in Kopenhagen, Tübingen, München und in den USA. 1968 reiste er mit Hannah auf Hochzeitsreise nach Nepal. Dort begegneten sie Lopön Tsechu Rinpoche; 1969 trafen sie den 16. Gyalwa Karmapa Rangjung Rigpe Dorje, das Oberhaupt der Karma-Kagyü-Schule. Diese Begegnungen wurden zum Wendepunkt ihres Lebens. Aus Reisenden wurden Schüler, Übersetzer und später Vermittler einer tibetisch-buddhistischen Linie im Westen.
Hannah Nydahl und der Auftrag im Westen
Am 23. Oktober 1972 hatten Ole und Hannah Nydahl eine Audienz bei Königin Margrethe II. von Dänemark. Sie brachten ein Schreiben des 16. Karmapa mit, das sie als seine Schüler und Vertreter vorstellte. Der Diamantweg versteht dieses Datum als Beginn seiner westlichen Arbeit. In den folgenden Jahren organisierten Ole und Hannah Nydahl Vortragsreisen tibetischer Lehrer, bauten Zentren auf und übertrugen Meditationen und Lehrtexte in westliche Sprachen und Lebensformen.

Diamantweg-Buddhismus
Der Diamantweg richtete sich besonders an westliche Laien. Nydahl legte Wert darauf, Meditation und buddhistische Begriffe ohne dauernde Abhängigkeit von tibetischer Sprache und Klosterkultur zugänglich zu machen. Zu seinen Schwerpunkten gehörten Mahamudra, Ngöndro, Guru-Yoga und Phowa, die Meditation des bewussten Sterbens. Er reiste über Jahrzehnte fast ununterbrochen, hielt Vorträge, gab Kurse und besuchte Zentren in Europa, Amerika und Asien.

Europe Center und Karmapa-Frage
Ein wichtiger Ort seiner späten Arbeit wurde das Europe Center bei Immenstadt im Allgäu. Dort kamen internationale Schülergruppen zu Sommerkursen, Meditationen und Begegnungen mit Lehrern der Linie zusammen. Zugleich war Nydahls Arbeit eng mit der umstrittenen Nachfolgefrage des 17. Karmapa verbunden. Er unterstützte Thaye Dorje, der von Shamar Rinpoche anerkannt wurde, während andere Teile der Karma-Kagyü-Schule Ogyen Trinley Dorje folgten. Diese Spaltung gehörte zu den dauerhaft schwierigen Kontexten seines Wirkens.

Wirkung und Kritik
Nydahls Anhänger schätzten seine direkte Sprache, seine Energie und die niedrigschwellige Form buddhistischer Praxis. Religionswissenschaftliche und journalistische Quellen beschreiben ihn zugleich als charismatische und kontroverse Figur. Kritisiert wurden unter anderem sein unorthodoxer Lehrstil, Fragen nach dem Lama-Titel, seine Führungsrolle, Aussagen über den Islam sowie politische und gesellschaftliche Positionen. Seine öffentliche Wirkung bleibt dadurch doppelt lesbar: große Bedeutung für viele Praktizierende, aber auch dokumentierte Konflikte um Person, Lehre und Bewegung.
Abschied
Ole Nydahl starb am 18. Mai 2026 im Alter von 85 Jahren im Europe Center bei Immenstadt im Allgäu. Die Deutsche Buddhistische Union sprach den Buddhistinnen und Buddhisten des Diamantwegs ihr Mitgefühl aus. Sein Lebensweg zeigt, wie stark eine religiöse Bewegung durch persönliche Präsenz, Reisen, Übersetzung und Organisationskraft wachsen kann. Er zeigt auch, dass solche Prägung Fragen nach Autorität, Verantwortung und Grenzen öffentlicher Lehrerschaft mit sich bringt.
Lebensstationen
4 EreignisseGeboren nördlich von Kopenhagen
1941Ole Nydahl wird nördlich von Kopenhagen geboren und wächst in Dänemark auf.
Beginn des Diamantwegs im Westen
1972Ole und Hannah Nydahl haben eine Audienz bei Königin Margrethe II. und bringen ein Schreiben des 16. Karmapa nach Dänemark.
40 Jahre Diamantweg-Arbeit
2012Der Diamantweg blickt auf vier Jahrzehnte westlicher Karma-Kagyü-Arbeit von Ole und Hannah Nydahl zurück.
Gestorben im Europe Center
2026Ole Nydahl stirbt im Alter von 85 Jahren im Europe Center bei Immenstadt im Allgäu.
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Stammbaum
- Hannah Nydahl
Ole Nydahl. Für immer unvergessen.
