
Gedenkseite von Peter Dimmel
Österreichischer Bildhauer
Gedenkkerzen
1 Kerze

Emoria entzündet eine Gedenkkerze zur Erinnerung an Peter Dimmel.
Emoria
15. Mai 2026
Kondolenzbuch
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Erinnerungen
7 Erinnerungen

Reliefe an der Eingangstür der Pfarrkirche Altmünster (Bezirk Gmunden)

Reliefe an der Eingangstür zur Pfarrkirche Altmünster (Bezirk Gmunden)

Portal der Pfarrkirche Altmünster (Bezirk Gmunden)

Kath. Filialkirche Hl. Familie

Kath. Filialkirche Hl. Familie

Kath. Filialkirche Hl. Familie

Tabernakel der Pfarrkirche Sipbachzell
Biografie
Peter Hans Dimmel (* 31. August 1928 in Wien; gestorben am 5. Mai 2026) war ein österreichischer Bildhauer und engagierter Vertreter gehörloser Menschen. Seine Arbeiten in Bronze, Stein und liturgischer Ausstattung prägten über Jahrzehnte Kirchenräume in Oberösterreich, besonders in der Diözese Linz. Zugleich setzte er sich dafür ein, dass Gebärdensprache als eigenständige Sprache und gehörlose Menschen als selbstbestimmte Gemeinschaft wahrgenommen werden.

Wien, Oberösterreich und Ausbildung
Dimmel wurde in Wien geboren. Kurz nach seiner Geburt verlor er infolge einer schweren Meningitis den Hörsinn. Sein Vater Herbert Dimmel, selbst Maler und später Leiter der Kunstschule in Linz, ließ ihn in Laut- und Gebärdensprache fördern. Von 1943 bis 1945 studierte Peter Dimmel an der Akademie für angewandte Kunst in Wien, danach arbeitete er in der Keramikwerkstatt Angermayr in Eberschwang. Von 1949 bis 1957 studierte er Bildhauerei an der Kunstschule der Stadt Linz.
Bildhauer in Linz
Nach dem Studium arbeitete Dimmel freischaffend in Linz. Frühe Werke im öffentlichen Raum waren unter anderem Die Welt des Kindes, die Plastik Spielhahn, die Bronzeplastik Liegende im Botanischen Garten und das Nibelungenschiff beim Schlosseingang. Seine Formen wirken oft verdichtet, erzählerisch und zugleich handwerklich direkt. Figuren, Zeichen und Material bleiben bei ihm lesbar und nah an der handwerklichen Arbeit.

Kirchenräume nach dem Konzil
Ein Schwerpunkt seines Schaffens lag in sakralen Räumen. Für die Kirche St. Konrad in Linz erhielt er 1962 einen frühen großen Auftrag: Bronzetore, Kreuzweg, Vortragekreuz und Tabernakel. In den folgenden Jahrzehnten entstanden Taufsteindeckel, Kerzenständer, Tabernakel, Reliefs, Portale und weitere Ausstattungen für Kirchen in Oberösterreich. Die Diözese Linz würdigte Dimmel als Künstler, der liturgische Räume im Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils mitgeprägt habe.
Kunst und Verständigung
Der Verlust des Hörsinns prägte, wie Dimmel über Sprache, Bild und Verständigung dachte. In einem Interview sagte er sinngemäß, seine Bilder müssten für sich selbst sprechen, weil er sich über seine Arbeit nicht einfach mündlich austauschen könne. Diese Erfahrung führte nicht in Rückzug, sondern in eine Kunst, die Zeichen, Hände, Türen, Wege und Berührung ernst nahm. Viele seiner kirchlichen Werke sind deshalb auch Übersetzungen: Glaubensinhalte werden zu Formen, Oberflächen und Bewegungen.

Einsatz für gehörlose Menschen
Neben der Kunst engagierte sich Dimmel über Jahrzehnte in der Gehörlosenvertretung. Austria-Forum und die Diözese Linz heben besonders seinen Beitrag zur Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache in Oberösterreich hervor. Für diesen Einsatz wurde er unter anderem mit dem Solidaritätspreis der Kirchenzeitung ausgezeichnet. Dimmel verband künstlerische Arbeit und gesellschaftliche Verantwortung: Sichtbarkeit sollte nicht nur Werken, sondern auch Menschen gelten.
Abschied
Peter Dimmel starb am 5. Mai 2026 im 98. Lebensjahr. Die Diözese Linz erinnerte an einen Künstler, der Kirchenräume über mehr als drei Jahrzehnte mitgestaltet hatte, und an einen Mann, der sich beharrlich für gehörlose Menschen einsetzte. Sein Werk bleibt in Türen, Tabernakeln, Kreuzwegen, Reliefs und öffentlichen Plastiken sichtbar.
Lebensstationen
8 EreignisseGeboren in Wien
1928Peter Hans Dimmel wird in Wien geboren.
Akademie für angewandte Kunst
1943Dimmel studiert während der Kriegsjahre an der Akademie für angewandte Kunst in Wien.
Keramikwerkstatt in Eberschwang
1945Nach dem Krieg arbeitet Dimmel in der Keramikwerkstatt Angermayr in Eberschwang.
Kunstschule Linz
1949Dimmel beginnt sein Studium an der Kunstschule der Stadt Linz in der Meisterklasse von Walter Ritter.
Frühe öffentliche Arbeiten in Linz
1955Mit Werken wie Die Welt des Kindes und Spielhahn wird Dimmel im Linzer Stadtraum sichtbar.
St. Konrad in Linz
1962Dimmel gestaltet für die neu erbaute Kirche St. Konrad Bronzetore, Kreuzweg, Vortragekreuz und Tabernakel.
Anerkennung der Gebärdensprache
2001Dimmels Einsatz für gehörlose Menschen trägt zur Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache in Oberösterreich bei.
Gestorben im 98. Lebensjahr
2026Peter Dimmel stirbt am 5. Mai 2026 im 98. Lebensjahr.
Todesanzeige
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Peter Dimmel. Für immer unvergessen.