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Gedenkseite von René Groebli
René Groebli
Foto: Haemmerli
CC BY-SA 4.0AusschnittCommons

Gedenkseite von René Groebli

9. Okt. 1927 – 5. Mai 2026(98 Jahre)Sterbeort:Zürich, Bezirk Zürich

Schweizer Fotograf und gelernter Dokumentarfilm-Kameramann

Gedenkkerzen

1 Kerze

Emoria entzündet eine Gedenkkerze im Gedenken an René Groebli.

Emoria

5. Mai 2026

Kondolenzbuch

0 Einträge

Erinnerungen

3 Erinnerungen

René Groebli bei der Vernissage seiner Ausstellung in Berlin am 1. Juni 2024

René Groebli bei der Vernissage seiner Ausstellung in Berlin am 1. Juni 2024

René Groebli bei der Vernissage seiner Ausstellung in Berlin am 1. Juni 2024

René Groebli bei der Vernissage seiner Ausstellung in Berlin am 1. Juni 2024

Rene Groebli, 2022 in Zurich

Rene Groebli, 2022 in Zurich

Biografie

René Groebli (* 9. Oktober 1927 in Zürich; gestorben am 5. Mai 2026 in Zürich) war ein Schweizer Fotograf, Fotojournalist und experimenteller Bildautor. Bekannt wurde er durch Fotobücher wie Magie der Schiene und Das Auge der Liebe, durch Reportagen, Industriefotografie, Werbearbeiten und eine ungewöhnlich freie Arbeit mit Bewegung, Unschärfe, Korn und Farbe. Sein Werk gehört zu den wichtigen Beiträgen der Schweizer Fotografie des 20. Jahrhunderts.

René Groebli 2022 in Zürich
René Groebli 2022 in Zürich. Foto: Haemmerli, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zürich, Film und Fotografie

Groebli wuchs im Zürcher Quartier Enge auf. Zunächst zog es ihn zum Film; er begann aber eine fotografische Ausbildung und studierte 1945/46 bei Hans Finsler an der Zürcher Kunstgewerbeschule. Die klare, statische Neue Sachlichkeit entsprach ihm nur bedingt. Zwischen 1946 und 1948 ließ er sich bei Central Film und Gloria Film zum Dokumentarfilm-Kameramann ausbilden. Aus dieser Nähe zum Film entstand ein Blick, der Bewegung, Ausschnitt und Erzählfolge später in die Fotografie übertrug.

Magie der Schiene

1949 veröffentlichte Groebli mit nur 22 Jahren Magie der Schiene. Das schmale Fotobuch zeigt eine Reise im Dampfzug von Paris nach Basel: Rauch, Körnung, Verwischung, Geschwindigkeit und Atmosphäre bestimmen die Bilder. Was damals von vielen noch kaum verstanden wurde, gilt heute als ein frühes Schlüsselwerk des Fotobuchs. Groebli zeigte, dass Fotografie nicht nur dokumentieren, sondern Rhythmus und subjektives Erleben formen kann.

Das Auge der Liebe

1954 erschien Das Auge der Liebe, eine intime Serie von Bildern aus der verspäteten Hochzeitsreise mit seiner Frau Rita. Das Buch wurde zunächst kontrovers aufgenommen, weil es Nähe, Erotik und Alltag in einer damals ungewohnten Offenheit verband. Gerade darin liegt seine spätere Bedeutung: Groebli erzählte keine Reportage von außen, sondern eine private Erfahrung in einer dichten, filmisch geführten Bildfolge. Rita blieb für ihn über Jahrzehnte künstlerische Partnerin und wichtiger Gegenpol.

René Groebli bei einer Vernissage in Berlin 2024
René Groebli bei der Vernissage seiner Ausstellung in Berlin am 1. Juni 2024. Foto: Elena Ternovaja, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Farbe, Studio und Experiment

Mitte der 1950er-Jahre verließ Groebli den Fotojournalismus und eröffnete in Zürich ein Studio für Werbe- und Industriefotografie. Er spezialisierte sich auf Farbfotografie und perfektionierte den Dye-Transfer-Prozess. Für Groebli war Farbe kein bloßes Zusatzmittel; sie wurde zu einem eigenen Bildraum aus Leuchten, Verschiebung und Atmosphäre. 1957 nannte ihn das US Color Annual Magazine einen Master of Color. Auch in Auftragsarbeiten blieb er experimentell.

Späte Arbeit und Wiederentdeckung

1981 verkaufte Groebli sein Studio und zog sich aus der kommerziellen Fotografie zurück. Danach wandte er sich wieder stärker freien Arbeiten, älteren Negativen, neuen Abzügen und seinem Archiv zu. Retrospektiven, Neuausgaben seiner Fotobücher und Ausstellungen in Zürich, Paris, Berlin, Wien und Amsterdam machten sichtbar, wie weit sein Werk über die bekannten frühen Serien hinausreichte. Bis ins hohe Alter blieb er mit Ausstellungen und Publikationen präsent.

Abschied

René Groebli starb am 5. Mai 2026 im Alter von 98 Jahren in Zürich. Seine offizielle Gedenkseite würdigte ihn als humorvollen, innovativen und unermüdlich arbeitenden Künstler. Zurück bleibt ein Werk, das sich keiner einzigen Kategorie fügt: Eisenbahnnebel und Liebeszimmer, Industrie und Farbe, Reportage und Experiment, Dunkelkammer und Archiv.

Lebensstationen

9 Ereignisse

Geboren in Zürich

1927

René Groebli wird in Zürich geboren.

Kunstgewerbeschule Zürich

1945

Groebli studiert Fotografie bei Hans Finsler an der Zürcher Kunstgewerbeschule.

Magie der Schiene

1949

Mit Magie der Schiene veröffentlicht Groebli ein frühes, heute klassisches Fotobuch über Bewegung, Rauch und Eisenbahn.

Das Auge der Liebe

1954

Groebli publiziert den intimen Fotoband Das Auge der Liebe mit Aufnahmen seiner Frau Rita.

The Family of Man

1955

Arbeiten von Groebli werden in Edward Steichens Ausstellung The Family of Man im Museum of Modern Art gezeigt.

Master of Color

1957

Das US Color Annual Magazine bezeichnet Groebli als Master of Color.

Abschied von der Werbefotografie

1981

Nach mehr als 25 Jahren verkauft Groebli sein Studio und beendet die kommerzielle Fotografie.

Retrospektive im Kunsthaus Zürich

1999

Das Kunsthaus Zürich zeigt Magie und Melancholie, Fotografien 1946 bis 1996.

Gestorben in Zürich

2026

René Groebli stirbt im Alter von 98 Jahren in seiner Heimatstadt Zürich.

Todesanzeige

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René Groebli. Für immer unvergessen.