
Albert Speer junior (* 29. Juli 1934 in Berlin; gestorben am 15. September 2017 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Architekt und Stadtplaner. Er gründete das Büro Albert Speer & Partner in Frankfurt und arbeitete an großen Stadtentwicklungs-, Verkehrs- und Masterplanprojekten in Deutschland und international.
Speer war der Sohn von Albert Speer, dem Architekten Adolf Hitlers und späteren Rüstungsminister des NS-Regimes. Diese Herkunft begleitete seine öffentliche Wahrnehmung lebenslang. Speer junior entschied sich dennoch für Architektur und Stadtplanung, also für dasselbe Berufsfeld wie Vater und Großvater. Neben der Belastung des Namens entstand seine eigene Planungspraxis in der Nachkriegszeit: Büros, Wettbewerbe, Masterpläne und internationale Stadtentwicklung.
Nach dem Krieg studierte Speer Architektur in München und arbeitete zunächst in Frankfurt. 1964 gründete er sein eigenes Büro, aus dem später AS+P Albert Speer + Partner wurde. Das Büro wuchs zu einer international tätigen Planungsgesellschaft. Speer interessierte sich weniger für einzelne spektakuläre Baukörper als für Stadtstruktur, Verkehr, Freiräume, Nutzungen und die Frage, wie große Räume organisiert werden.
In Deutschland war Speer an Planungen für Frankfurt, Köln und Hannover beteiligt. Für die Expo 2000 in Hannover arbeitete sein Büro am Masterplan. International entstanden Projekte in China, im Nahen Osten und in weiteren Regionen, darunter Anting New Town bei Shanghai und Planungen im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Solche Großprojekte machten ihn zu einem Stadtplaner für wachsende Metropolen.
Speers Arbeit zielte auf Ordnung, Infrastruktur und Lesbarkeit großer Stadtlandschaften. Seine Entwürfe wurden für Umwelt- und Verkehrskonzepte gewürdigt, standen aber auch im Spannungsfeld sehr großer Auftraggeber, internationaler Wachstumsziele und politischer Rahmenbedingungen. Gerade diese Ambivalenz gehört zu seinem Werk: Stadtplanung kann Lebensräume verbessern, aber auch Macht, Kapital und Kontrolle räumlich ordnen.
Albert Speer junior starb am 15. September 2017 in Frankfurt am Main nach Komplikationen infolge eines Sturzes. Er wurde 83 Jahre alt. Sein Name bleibt mit großen Stadtplanungen verbunden und mit der schwierigen Frage, wie ein Architekt mit einem belasteten Familiennamen eine eigene berufliche Handschrift entwickelt.