
Andreas Kappes (* 23. Dezember 1965 in Bremen; gestorben am 31. Juli 2018 in Köln) war ein deutscher Radrennfahrer auf Bahn und Straße. Er gewann Rennen bei den Profis, fuhr 1984 bei den Olympischen Spielen für die Bundesrepublik Deutschland und wurde später zu einem der vertrauten Namen der europäischen Sechstagerennen.
Kappes stammte aus einer Radsportfamilie; sein Vater Werner Kappes war ebenfalls Radrennfahrer. Andreas Kappes fand früh zur Bahn. 1983 gewann er bei den Junioren den Weltmeistertitel im Punktefahren. Ein Jahr später startete er bei den Olympischen Spielen in Los Angeles im Straßenrennen. Schon diese frühen Jahre zeigten die Spannweite seiner Laufbahn: Bahn, Straße, Sprint, Ausdauer und taktisches Gespür.
Als Profi fuhr Kappes ab 1987 auf der Straße. Er gewann 1988 eine Etappe des Giro d'Italia und Erfolge bei Paris-Nice, der Tour de Suisse, der Deutschland Tour und weiteren Rundfahrten. 1991 siegte er beim belgischen Halbklassiker Omloop Het Volk. Kappes war kein reiner Sprinter; seine Ergebnisse lagen zwischen schnellen Finals, Etappenrennen und Eintagesrennen.
Auf der Bahn entwickelte Kappes eine zweite Karriere. Er gewann deutsche Meistertitel, fuhr viele Madison- und Punktefahren und wurde besonders mit den Sechstagerennen verbunden. In 122 Starts gewann er 24 Sechstagerennen, davon 13 gemeinsam mit dem Belgier Etienne De Wilde. Dafür brauchte er Geschwindigkeit, Rhythmus, Partnerarbeit und die Fähigkeit, über mehrere Nächte konzentriert zu bleiben.
Nach dem Ende seiner Profikarriere blieb Kappes im Radsport. Er arbeitete als sportlicher Leiter, betreute junge Fahrerinnen und Fahrer und war mit Veranstaltungen wie der Tour de Neuss verbunden. Dadurch blieb er Teil einer Szene, in der ehemalige Profis Erfahrung, Kontakte und Rennverständnis weitergeben.
Andreas Kappes starb am 31. Juli 2018 in Köln nach einer allergischen Reaktion auf einen Insektenstich und anschließendem Herzversagen. Er wurde 52 Jahre alt. Sein Name bleibt mit der Verbindung von Straßenradsport und Bahnradsport verbunden, besonders mit jenen Sechstagerennen, die Fahrer über Tempo, Timing und Ausdauer definierten.