

Deutsche Schauspielerin, Model und Modedesignerin
Königreich Italien
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Anita Pallenberg (* 6. April 1942; gestorben am 13. Juni 2017 in Chichester) war eine deutsch-italienische Schauspielerin, Model, Künstlerin und Stilfigur der 1960er- und 1970er-Jahre. Als Geburtsort werden in den Quellen Rom und, nach späteren Angaben ihres Sohnes Marlon Richards, Hamburg genannt. Bekannt wurde sie durch Filme wie Mord und Totschlag und Performance sowie durch ihre enge Verbindung zu den Rolling Stones.
Pallenberg wuchs in einem mehrsprachigen europäischen Umfeld auf. Nach ihrer Schulzeit bewegte sie sich zwischen Rom, New York, Paris und London. Sie arbeitete als Model, kam mit Andy Warhols Factory in Berührung und entwickelte früh einen Stil, der nicht nur Kleidung betraf, sondern Haltung: kühl, belesen, ironisch, rau und sehr gegenwärtig. In einer Zeit, in der Frauen im Rockumfeld oft nur als Begleiterinnen beschrieben wurden, nahm sie sichtbar Raum ein.
Ihre erste größere Filmrolle hatte Pallenberg 1967 in Volker Schlöndorffs Mord und Totschlag, dessen Musik Brian Jones schrieb. Es folgten Rollen in Candy, Michael Kohlhaas - der Rebell und besonders Performance von Donald Cammell und Nicolas Roeg. In diesem Film spielte sie Pherber, eine Figur zwischen Verführung, Intelligenz und Gefahr. Pallenberg brachte dabei keine bloße Pose auf die Leinwand, sondern eine schwer festzulegende Mischung aus Kontrolle und Unberechenbarkeit.
Pallenberg lernte die Rolling Stones Mitte der 1960er-Jahre kennen. Sie war zunächst mit Brian Jones verbunden und später über viele Jahre Partnerin von Keith Richards. Der Begriff „Muse“ greift für sie zu kurz. Zeitzeugen beschrieben ihren Einfluss auf Kleidung, Auftreten, Atmosphäre und Selbstbild der Band als erheblich. Sie war nicht einfach Dekoration am Rand einer Männergeschichte, sondern Teil jener kulturellen Energie, aus der die Stones Ende der 1960er-Jahre ihre dunklere, schärfere Aura bezogen.
Mit Keith Richards hatte Pallenberg drei Kinder: Marlon, Angela und Tara. Tara starb 1976 wenige Wochen nach seiner Geburt. Pallenbergs Leben war außerdem von Drogen, Abhängigkeit, öffentlicher Beobachtung und privaten Krisen geprägt. Diese Jahre gehören zu ihrer Geschichte, ohne sie vollständig zu bestimmen. Später studierte sie Mode, arbeitete weiter kreativ und blieb für jüngere Künstlerinnen, Designer und Musikerinnen eine eigenwillige Referenzfigur.
Im Alter trat Pallenberg seltener öffentlich auf, blieb aber im kulturellen Gedächtnis präsent. Nach ihrem Tod wurden Aufzeichnungen und autobiografisches Material bekannt, die später in den Dokumentarfilm Catching Fire: The Story of Anita Pallenberg einflossen. Dadurch verschob sich der Blick: weniger Begleitfigur, stärker Autorin ihrer eigenen Geschichte, auch wenn diese Geschichte widersprüchlich, verletzlich und unbequem blieb.
Anita Pallenberg starb am 13. Juni 2017 in Chichester. Sie wurde 75 Jahre alt. Ihr Leben bleibt mit der Kultur der Rolling-Stones-Jahre verbunden, aber nicht darin eingeschlossen: Sie war Schauspielerin, Stilgeberin und eine Frau, deren Wirkung gerade darin lag, sich nicht sauber einordnen zu lassen.