

Walisische Sängerin
Bonnie Tyler (* 8. Juni 1951 als Gaynor Hopkins in Skewen, Wales; † 8. Juli 2026 in Faro, Portugal) war eine walisische Sängerin. Mit ihrer rauen, sofort erkennbaren Stimme und Welthits wie „It’s a Heartache“, „Total Eclipse of the Heart“ und „Holding Out for a Hero“ wurde sie zu einer der erfolgreichsten britischen Sängerinnen ihrer Generation – und blieb über fünf Jahrzehnte auf den Bühnen der Welt zu Hause.

Gaynor Hopkins wurde am 8. Juni 1951 in Skewen bei Neath im industriellen Süden von Wales geboren. Ihr Vater Glyndŵr arbeitete als Bergmann, ihre Mutter Elsie kümmerte sich um die sechs Kinder der Familie. Schon als Kind sang Gaynor in der Kapelle ihrer Gemeinde; mit sechzehn verließ sie die Schule ohne Abschluss und arbeitete zunächst in einem Lebensmittelgeschäft. Den Weg auf die Bühne fand sie über die Clubs ihrer Heimat: Sie sang bei der Band Bobby Wayne & the Dixies, gründete ihre eigene Formation „Imagination“ und trat anfangs unter dem Künstlernamen Sherene Davis auf – um nicht mit der Sängerin Mary Hopkin verwechselt zu werden.

1975 entdeckte der Talentsucher Roger Bell die junge Sängerin im Townsman Club in Swansea. Die Plattenfirma RCA nahm sie unter Vertrag und riet zu einem neuen Namen: Aus einer Zeitung stellte sie sich „Bonnie Tyler“ zusammen. Der erste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten – 1976 erreichte „Lost in France“ Platz neun der britischen Charts.
1977 unterzog sich Tyler einer Operation an den Stimmbändern, bei der Knötchen entfernt wurden; die Ärzte verordneten ihr wochenlange Stimmruhe. Als sie eines Tages vor Ungeduld laut schrie, blieb ein dauerhaft raues, kratziges Timbre zurück – jene unverwechselbare Reibeisenstimme, die fortan ihr Markenzeichen sein sollte. Noch im selben Jahr, im November 1977, erschien „It’s a Heartache“. Die Ballade wurde ein weltweiter Erfolg, erreichte Platz vier in Großbritannien und Platz drei in den USA und verkaufte sich rund sechs Millionen Mal.
1982 wechselte Bonnie Tyler zu CBS/Columbia und traf auf den Produzenten und Songwriter Jim Steinman, der ihr eine dramatische, opernhafte Rockhymne auf den Leib schrieb. Am 11. Februar 1983 erschien „Total Eclipse of the Heart“ – eine über sieben Minuten lange Liebeshymne, die weltweit an die Spitze der Charts stürmte, darunter Platz eins in den USA und in Großbritannien, und zu einer der meistverkauften Singles aller Zeiten wurde. Das dazugehörige Album „Faster Than the Speed of Night“ stieg direkt auf Platz eins der britischen Album-Charts ein. 1984 folgte mit „Holding Out for a Hero“ aus dem Film „Footloose“ ein weiterer Steinman-Klassiker, der Tylers Ruf als Stimme der großen Gefühle festigte. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach für den Grammy nominiert.
Während ihre Präsenz in den britischen Charts nachließ, wuchs Bonnie Tyler auf dem europäischen Festland zu einem Dauerstar heran. 1991 wurde das Album „Bitterblue“ vor allem in Norwegen und Österreich zum Triumph – in Norwegen hielt sich der Titelsong elf Wochen an der Spitze. Unermüdlich tourte sie durch Deutschland, Skandinavien, Osteuropa und Russland. 2003 gelang ihr ein spätes Comeback im französischsprachigen Raum: Die zweisprachige Neuaufnahme „Si demain... (Turn Around)“ im Duett mit Kareen Antonn stand wochenlang auf Platz eins in Frankreich und Belgien.

2013 kehrte Bonnie Tyler auf die ganz große Bühne zurück: Mit dem in Nashville aufgenommenen Album „Rocks and Honey“ im Gepäck vertrat sie das Vereinigte Königreich beim Eurovision Song Contest. Am 18. Mai 2013 sang sie im schwedischen Malmö ihren Titel „Believe in Me“. Im Wettbewerb reichte es nur für einen hinteren Platz, doch ihr Auftritt wurde von Publikum und Fachpresse gefeiert. Für ihr Lebenswerk wurde sie vielfach geehrt – 2022 ernannte sie das Vereinigte Königreich zum Member of the Order of the British Empire (MBE). 2023 erschien ihre Autobiografie „Straight from the Heart“.

Bis ins hohe Alter blieb Bonnie Tyler eine leidenschaftliche Live-Künstlerin. 2019 veröffentlichte sie das Album „Between the Earth and the Stars“ mit Duetten unter anderem mit Rod Stewart und Cliff Richard und ging erneut auf ausgedehnte Tournee. Selbst nach mehr als vier Jahrzehnten im Geschäft gelang ihr Überraschendes: Im Juli 2025 erschien „Together“, produziert von David Guetta, das Motive aus „Total Eclipse of the Heart“ aufgriff und in Frankreich in die Top fünf der Airplay-Charts kletterte – ein neues Kapitel für eine Stimme, die Generationen verband.


Ihr Zuhause hatte Bonnie Tyler seit den späten 1980er-Jahren an der portugiesischen Algarve, wo sie mit ihrem Mann Robert Sullivan lebte, den sie 1973 geheiratet hatte. Anfang Mai 2026 wurde sie in ein Krankenhaus im portugiesischen Faro eingeliefert, wo sie sich einer Notoperation im Bauchraum unterziehen musste und in ein künstliches Koma versetzt wurde. Am 8. Juli 2026 starb sie dort im Alter von 75 Jahren. „Zutiefst betrübt“ zeigte sich der britische Premierminister und nannte sie „eine der größten Aufnahmekünstlerinnen Großbritanniens“; ihr langjähriger Weggefährte Cliff Richard verabschiedete sich von einer „wunderbaren Freundin, die viel zu früh gegangen ist“.
Ihre rauchige, unverkennbare Stimme und Hymnen wie „Total Eclipse of the Heart“, „It’s a Heartache“ und „Holding Out for a Hero“ klingen auf Tanzflächen, in Filmen und im Radio weiter – weit über ihren letzten Vorhang hinaus.