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Carl Djerassi
Foto: Douglas A. Lockard
CC BY-SA 3.0AusschnittCommons

Gedenkseite von Carl Djerassi

29. Okt. 1923 – 30. Jan. 2015(91 Jahre)Sterbeort:San Francisco, Kalifornien

US-amerikanischer Chemiker

Gedenkkerzen

Kondolenzbuch

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Erinnerungen

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Biografie

Beruf(7)

ChemikerSchriftstellerHochschullehrerScience-Fiction-SchriftstellerWissenschaftlerSammlerDramatiker

Auszeichnungen(10)

Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik DeutschlandÖsterreichisches Ehrenzeichen für Wissenschaft und KunstGroßes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichWilliam Procter Prize for Scientific AchievementWillard Gibbs MedalAmerican Chemical Society Award in Pure ChemistryPerkin MedalScheele-PreisNational Medal of ScienceWolf-Preis in Chemie

Partner(2)

Diane MiddlebrookNorma Lundholm Djerassi

Ausbildung(6)

Universität von Wisconsin-MadisonKenyon CollegeTarkio CollegeWayne State UniversityAmerican College of SofiaImperial College School of Medicine

Carl Djerassi (* 29. Oktober 1923 in Wien; gestorben am 30. Januar 2015 in San Francisco) war ein österreichisch-US-amerikanischer Chemiker, Hochschullehrer, Unternehmer, Schriftsteller und Dramatiker. Er gehörte zu dem Syntex-Team, das 1951 Norethisteron synthetisierte, einen entscheidenden Wirkstoff für die Entwicklung der oralen Antibabypille. Später verband er Forschung, Industrie, Literatur und Kunstförderung auf ungewöhnliche Weise.

Kindheit und Emigration

Djerassi wurde als Sohn eines bulgarischen Arztes und einer österreichischen Ärztin in Wien geboren. Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland verließ er Europa mit seiner Mutter und kam 1939 in die Vereinigten Staaten. Dort begann er fast ohne Geld neu, studierte zunächst an kleineren Colleges und schloss sein Studium am Kenyon College früh ab. An der University of Wisconsin promovierte er 1945 in Chemie.

Pharmaforschung und Syntex

Nach der Promotion arbeitete Djerassi bei CIBA in New Jersey, wo er an einem frühen kommerziellen Antihistaminikum beteiligt war. 1949 wechselte er zu Syntex nach Mexiko-Stadt. Dort traf industrielle Chemie auf ein besonderes Rohstoffumfeld: Steroide ließen sich aus Diosgenin gewinnen, einem Stoff aus mexikanischen Yamswurzeln. Syntex wurde dadurch zu einem wichtigen Ort der Steroidforschung, und Djerassi übernahm früh wissenschaftliche Verantwortung.

Norethisteron und die Pille

Am 15. Oktober 1951 gelang bei Syntex die Synthese von Norethisteron. Die Leistung wird mit Carl Djerassi, George Rosenkranz und Luis Miramontes verbunden; Miramontes führte den entscheidenden letzten Syntheseschritt im Labor aus. Der Stoff war oral wirksam und wurde zu einer chemischen Grundlage moderner hormoneller Empfängnisverhütung. Djerassi wurde deshalb oft als „Vater der Pille“ bezeichnet, doch die genauere Geschichte ist die eines Teams, einer mexikanischen Forschungsumgebung und einer Entdeckung mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen.

Stanford und neue Methoden

1959 kam Djerassi an die Stanford University und wurde dort eine prägende Kraft der Chemie. Er publizierte außerordentlich viel und arbeitete an Methoden, mit denen sich die Struktur komplexer Moleküle bestimmen ließ, darunter Massenspektrometrie und optische Verfahren. In den 1960er-Jahren wirkte er außerdem an DENDRAL mit, einem frühen Expertensystem zur chemischen Strukturanalyse. So stand Djerassi nicht nur für einen einzelnen Wirkstoff, sondern auch für den Übergang der Chemie in neue analytische und rechnergestützte Arbeitsweisen.

Schreiben und Kunstförderung

In der zweiten Hälfte seines Lebens schrieb Djerassi Romane, Theaterstücke und autobiografische Bücher. Er nannte einen Teil dieser Arbeit „science-in-fiction“: wissenschaftliche Milieus, Ehrgeiz, Konkurrenz und ethische Fragen wurden selbst zum literarischen Stoff. Nach dem Tod seiner Tochter Pamela Djerassi Bush entstand 1979 das Djerassi Resident Artists Program in Kalifornien, später eines der bedeutenden kostenfreien Artist-in-Residence-Programme der USA. Aus einem privaten Verlust wurde ein dauerhafter Ort für künstlerische Arbeit.

Abschied

Carl Djerassi starb am 30. Januar 2015 in San Francisco an den Folgen einer Krebserkrankung. Er wurde 91 Jahre alt. Sein Name bleibt mit der Chemie der Pille verbunden, aber auch mit einem breiteren Lebenswerk: Forschung, Unternehmertum, technische Neugier, Literatur und die Förderung von Künstlerinnen und Künstlern.

Lebensstationen

4 Ereignisse

Geboren in Wien

1923

Carl Djerassi wird in Wien geboren.

Synthese von Norethisteron

1951

Bei Syntex in Mexiko-Stadt gelingt die Synthese des oral wirksamen Gestagens Norethisteron.

National Medal of Science

1973

Djerassi erhält in Washington die National Medal of Science für seine Beiträge zur Steroidchemie.

Gestorben in San Francisco

2015

Carl Djerassi stirbt im Alter von 91 Jahren in San Francisco.

Traueranzeige

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Stammbaum

  • Diane Middlebrook

Carl Djerassi. Für immer unvergessen.