

Schweizer Bundesrätin
Zumikon
Elisabeth Kopp (* 16. Dezember 1936 in Zürich als Anna Elisabeth Iklé; gestorben am 7. April 2023 in Zumikon) war eine Schweizer Juristin und Politikerin der FDP. 1984 wurde sie als erste Frau in den Schweizer Bundesrat gewählt und leitete das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement.
Kopp studierte Rechtswissenschaft in Zürich und Florenz. Früh engagierte sie sich politisch in der Zürcher FDP. In Zumikon wurde sie Gemeinderätin und später Gemeindepräsidentin. Damit sammelte sie politische Erfahrung in einer Gemeinde, bevor sie 1979 in den Nationalrat gewählt wurde. Ihr Profil verband bürgerlich-liberale Politik mit Anliegen der Gleichstellung, des Umweltschutzes und der Rechtsmodernisierung.
Am 2. Oktober 1984 wählte die Bundesversammlung Elisabeth Kopp in den Bundesrat. Dreizehn Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz nahm damit erstmals eine Frau in der Landesregierung Platz. Kopp übernahm das Justiz- und Polizeidepartement. Zu ihrer Amtszeit gehörten Reformen des Ehe- und Familienrechts, der Datenschutzgesetzgebung und der Bekämpfung von Geldwäscherei.
Ende 1988 geriet Kopp politisch unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass sie ihren Ehemann Hans W. Kopp telefonisch vor Ermittlungen im Umfeld einer Firma gewarnt hatte. Der Vorwurf betraf eine mögliche Verletzung des Amtsgeheimnisses. Am 12. Januar 1989 trat sie mit sofortiger Wirkung aus dem Bundesrat zurück. Das Bundesgericht sprach sie später frei, weil nicht bewiesen werden konnte, dass sie die amtliche Herkunft der Information kannte.
Nach ihrem Rücktritt lebte Kopp wieder stärker außerhalb der täglichen Politik, blieb aber eine Bezugsperson in Debatten über Frauen in öffentlichen Ämtern. In späteren Würdigungen wurde deutlicher, wie stark ihre Wahl von 1984 die politische Schweiz veränderte. Gleichzeitig blieb ihr Rücktritt Teil ihrer Geschichte. Beides gehört zusammen: der Durchbruch einer Frau in ein bisher männlich besetztes Amt und die politische Härte, die auf sie folgte.
Elisabeth Kopp starb am 7. April 2023 in Zumikon nach langer Krankheit. Sie wurde 86 Jahre alt. Ihr Name bleibt mit einem historischen Moment der Schweizer Demokratie verbunden, aber auch mit konkreter Regierungsarbeit und einer später neu bewerteten politischen Krise.