

Deutsche Lyrikerin und Schriftstellerin
Deutsche Demokratische Republik
Elke Erb (* 18. Februar 1938 in Scherbach; gestorben am 22. Januar 2024 in Berlin) war eine deutsche Lyrikerin, Schriftstellerin, Herausgeberin und Übersetzerin. Sie schrieb in der DDR und nach 1990 eine eigenständige, genaue und oft sprunghafte Poesie, die Denken, Alltag, Beobachtung und sprachliche Korrektur eng miteinander verband.
Erb wurde in der Eifel geboren. 1949 zog ihre Familie nach Halle an der Saale, wo ihr Vater Ewald Erb eine Professur erhielt. Sie studierte Germanistik, Slawistik, Geschichte und Pädagogik. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst als Lektorin beim Mitteldeutschen Verlag. In dieser Zeit kam sie mit Autorinnen, Autoren und Übersetzungsarbeit in Berührung, die ihre spätere Schreibweise mitprägten.
Seit den 1960er-Jahren lebte Erb in Berlin. Sie schrieb Gedichte, Prosa, Essays und poetische Notate, die sich nicht leicht in feste Formen einordnen lassen. In der DDR gehörte sie zu einer literarischen Szene, die Sprache als Arbeitsfeld und als Ort von Widerspruch verstand. Erb suchte keine glatte Aussage, sondern tastete Wahrnehmung, Satzbau, Zweifel und Gedankensprünge ab.
Erb übersetzte aus dem Russischen und anderen slawischen Sprachen und arbeitete als Herausgeberin. Die Übersetzungen schärften ihre Aufmerksamkeit für Ton, Bewegung und Verschiebung. Sie wurde für jüngere Dichterinnen und Dichter in Ost- und Westdeutschland zu einer Autorin, an der man lernen konnte, wie offen ein Gedicht denken kann.
Erb erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Peter-Huchel-Preis, den Heinrich-Mann-Preis, den Erich-Fried-Preis, den Ernst-Jandl-Preis und 2020 den Georg-Büchner-Preis. Die späte Breitenwahrnehmung änderte ihren Ton nicht. Ihre Texte blieben genau, eigensinnig und wach für kleine Bewegungen der Sprache.
Elke Erb starb am 22. Januar 2024 in Berlin. Sie wurde 85 Jahre alt. Ihr Werk verbindet DDR-Erfahrung, poetische Forschung, Übersetzung und eine Sprache, die sich selbst beim Denken beobachtet.
bis 1978