

US-amerikanischer Sänger und Schauspieler
Graceland
Elvis Presley (* 8. Januar 1935 in Tupelo, Mississippi; gestorben am 16. August 1977 in Memphis, Tennessee) war ein US-amerikanischer Sänger, Musiker und Schauspieler. Er wurde oft als King of Rock and Roll bezeichnet, doch diese Formel erklärt ihn nur teilweise. Presley verband Country, Gospel, Blues, Rhythm and Blues und Pop zu einer Bühnenfigur, die Mitte der 1950er-Jahre die amerikanische Popkultur veränderte. Er erfand Rock 'n' Roll nicht, wurde aber zu seiner sichtbarsten und kommerziell mächtigsten Gestalt.

Presley wuchs in einfachen Verhältnissen auf. 1948 zog seine Familie nach Memphis, wo sich Kirchenmusik, Radiocountry, Beale-Street-Blues und afroamerikanischer Rhythm and Blues in seiner Hörwelt mischten. Bei Sun Records nahm er 1954 mit Scotty Moore und Bill Black That's All Right auf. Die Aufnahme wirkte neu, weil sie musikalische Grenzen beweglich machte. Zugleich bleibt wichtig: Viele der Stile, von denen Presley profitierte, waren in Schwarzen musikalischen Traditionen entstanden. Sein Erfolg machte diese Energie für ein weißes Massenpublikum sichtbar, während die ursprünglichen Quellen oft weniger Anerkennung erhielten.
Ende 1955 wechselte Presley zu RCA Victor, und Colonel Tom Parker wurde zur zentralen Figur seines Managements. 1956 folgten Heartbreak Hotel, nationale Fernsehauftritte, das Debütalbum und der Film Love Me Tender. Presleys Stimme war weich und rau zugleich, sein Körper auf der Bühne kontrolliert und provozierend. Für junge Zuschauer wirkte das elektrisierend, für viele Erwachsene bedrohlich. Der Streit um seine Auftritte zeigt, wie stark Musik, Sexualität, Rassengrenzen, Jugendkultur und Fernsehen damals ineinandergriffen.

Jailhouse Rock und King Creole zeigten, dass Presley mehr konnte als Platten verkaufen. Doch seine Filmkarriere wurde bald stark auf verlässliche Formeln ausgerichtet: Musiknummern, leichte Handlung, exotische Kulissen, sichere Einnahmen. 1958 wurde er zur US Army eingezogen und diente später in Deutschland. Der Militärdienst unterbrach die erste Rock-'n'-Roll-Phase und half zugleich, sein öffentliches Bild zu beruhigen. Nach der Rückkehr blieb er erfolgreich, aber das Management setzte zunehmend auf Filme und Soundtracks, nicht auf musikalisches Risiko.

1967 heiratete Presley Priscilla Beaulieu, 1968 wurde ihre Tochter Lisa Marie geboren. Musikalisch blieb Gospel für ihn zentral; seine Grammy-Auszeichnungen erhielt er nicht für die Rockhits, sondern für Gospelaufnahmen. Das NBC Comeback Special von 1968 zeigte ihn wieder direkter, beweglicher und musikalisch wacher als viele seiner Filme. Kurz darauf nahm er in Memphis Songs wie Suspicious Minds auf und kehrte 1969 in Las Vegas auf die Bühne zurück. Diese Phase bewies, dass Presley nicht nur eine Erinnerung an 1956 war.

Colonel Tom Parker organisierte Presleys Karriere mit großem Geschäftssinn, aber auch mit engen Grenzen. Internationale Tourneen blieben aus, Film- und Bühnenentscheidungen waren oft stärker an Einnahmen als an künstlerischer Entwicklung orientiert. In Las Vegas wurde Presley ab 1969 zu einem enorm erfolgreichen Live-Act. Gleichzeitig wuchsen Abhängigkeiten: lange Engagements, Tourroutinen, gesundheitliche Probleme, Medikamente und ein immer schwerer zu haltendes öffentliches Bild. Die späten Jahre dürfen nicht als bloßer Absturz erzählt werden; sie waren auch Jahre starker Konzerte, aber unter wachsendem körperlichem und psychischem Druck.

Elvis Presley starb am 16. August 1977 in Graceland in Memphis. Er wurde 42 Jahre alt. Seine Gesundheit war in den letzten Jahren schwer belastet; als Todesursache wurde Herzversagen festgestellt, im Umfeld stand auch der problematische Gebrauch verschreibungspflichtiger Medikamente. Sein Nachleben ist riesig: Graceland, Filme, Imitationen, Archivveröffentlichungen, Fankultur. Entscheidend bleibt aber die Musik: eine Stimme und Bühnenpräsenz, die vorhandene amerikanische Musikströme bündelte und Pop, Fernsehen, Jugendkultur und Starkult dauerhaft veränderte.
bis 1973