

Deutscher Rockbassist
Francis Buchholz (* 19. Februar 1954 in Hannover; gestorben am 22. Januar 2026) war ein deutscher Bassist, Unternehmer und langjähriges Mitglied der Scorpions. Von 1973 bis 1992 spielte er in der Band und gehörte damit zu jener Besetzung, mit der die Scorpions aus Hannover zu einer international erfolgreichen Rockgruppe wurden.
Buchholz kam aus Hannover, einer Stadt, die für die Scorpions mehr war als Herkunftsort. Dort entstand ein Netzwerk aus Musikern, Proberäumen, Technik und frühen Auftrittsmöglichkeiten. Bevor er zu den Scorpions kam, spielte Buchholz mit Uli Jon Roth bei Dawn Road. 1973 gingen Roth und Buchholz zu den Scorpions, die damit eine neue Phase begannen.
Seine erste Scorpions-Studioaufnahme war Fly to the Rainbow von 1974. Danach spielte Buchholz auf Alben wie In Trance, Virgin Killer, Taken by Force, Lovedrive, Animal Magnetism, Blackout, Love at First Sting und Crazy World. Sein Bass stand selten im Vordergrund, gab den Songs aber Druck, Halt und eine klare Bewegung. Gerade bei einer Band, deren Wirkung stark von Gitarren, Stimme und Refrains geprägt war, war diese rhythmische Verlässlichkeit entscheidend.
Mit Buchholz am Bass wuchsen die Scorpions von einer deutschen Hardrockband zu einer Gruppe mit weltweiten Tourneen. In den 1980er-Jahren gehörten Blackout und Love at First Sting zu den Aufnahmen, die den internationalen Durchbruch der Band festigten. Songs wie Rock You Like a Hurricane und später Wind of Change wurden zu festen Bezugspunkten der Scorpions-Geschichte. Buchholz war in dieser Zeit Teil des musikalischen Fundaments: präzise, unaufdringlich und auf den gemeinsamen Bandsound ausgerichtet.
Neben der Bühne arbeitete Buchholz auch an der technischen und geschäftlichen Seite des Bandalltags. Er war mit Rocksound verbunden, einem Unternehmen für Beschallungs- und Lichttechnik, und übernahm in der Scorpions-Organisation Aufgaben jenseits des Spiels am Bass. Diese Seite erklärt, warum seine Rolle nicht auf einzelne Basslinien reduziert werden kann: Buchholz bewegte sich zwischen Musik, Tourbetrieb, Technik und Geschäftsfragen.
1992 endete seine Zeit bei den Scorpions. Danach trat Buchholz lange seltener öffentlich auf. Später wurde er wieder im Umfeld früherer Weggefährten sichtbar, unter anderem mit Uli Jon Roth und bei Michael Schenkers Temple of Rock. Diese Auftritte knüpften an die gemeinsame Geschichte an, ohne die Distanz zur späteren Scorpions-Zeit zu überdecken.
Francis Buchholz starb am 22. Januar 2026 im Alter von 71 Jahren nach einer Krebserkrankung. Seine Familie und die Scorpions machten seinen Tod öffentlich. Seine Laufbahn bleibt mit einer Phase verbunden, in der deutsche Rockmusik international sichtbar wurde: als Bassist, als Teil einer dauerhaften Bandbesetzung und als jemand, der den Klang der Scorpions über fast zwei Jahrzehnte mittrug.