
Little White House
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Franklin Delano and Anna Eleanor Roosevelt tomb
Franklin Delano Roosevelt (* 30. Januar 1882 in Hyde Park, New York; gestorben am 12. April 1945 in Warm Springs, Georgia) war der 32. Präsident der Vereinigten Staaten. Er führte die USA durch die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg, wurde viermal zum Präsidenten gewählt und veränderte mit dem New Deal das Verhältnis zwischen Staat, Wirtschaft und Bürgern. Sein politisches Vermächtnis ist groß, aber nicht frei von schweren Widersprüchen.

Roosevelt stammte aus einer wohlhabenden Familie in Hyde Park am Hudson River. Er besuchte Harvard, studierte anschließend an der Columbia Law School und heiratete 1905 Eleanor Roosevelt. Seine politische Laufbahn begann im Senat des Bundesstaats New York; unter Präsident Woodrow Wilson wurde er stellvertretender Marineminister. Diese frühen Jahre verbanden Privileg, Ehrgeiz und ein Gespür für Verwaltung. Eleanor Roosevelt wurde später weit mehr als eine First Lady: Sie prägte öffentliche Debatten, Sozialpolitik und Menschenrechtsfragen eigenständig mit.
Im Sommer 1921 erkrankte Roosevelt auf Campobello Island schwer, nach zeitgenössischer Diagnose an Poliomyelitis. Er verlor dauerhaft die volle Nutzung seiner Beine. Die Behinderung beendete seine politische Laufbahn nicht, veränderte aber seine körperliche Realität und sein öffentliches Auftreten. In Warm Springs, Georgia, suchte er Therapie und gründete später eine Einrichtung, die anderen Polio-Betroffenen helfen sollte. Politisch kehrte er als Gouverneur von New York zurück und gewann 1932 die Präsidentschaftswahl gegen Herbert Hoover.
Als Roosevelt am 4. März 1933 sein Amt antrat, befanden sich Banken, Arbeitsmarkt und öffentliche Zuversicht in einer tiefen Krise. Der New Deal brachte Bankenreformen, Arbeitsprogramme, Unterstützung für Landwirtschaft und Infrastruktur sowie später soziale Sicherung und stärkere Rechte für Gewerkschaften. Nicht jedes Programm funktionierte, und viele Reformen blieben für afroamerikanische und migrantische Arbeiterinnen und Arbeiter ungleich zugänglich. Trotzdem setzte Roosevelt einen neuen Maßstab: Die Bundesregierung sollte nicht nur zuschauen, sondern Verantwortung für wirtschaftliche Stabilität und soziale Sicherheit übernehmen.

Roosevelts Präsidentschaft erweiterte die Handlungsmöglichkeiten des Präsidenten und der Bundesverwaltung erheblich. Seine Fireside Chats machten Radio zu einem direkten politischen Medium. Zugleich stieß seine Politik auf Grenzen und Widerstand. Der Versuch, den Supreme Court 1937 durch zusätzliche Richterstellen politisch zu verändern, beschädigte Vertrauen. Auch der New Deal löste soziale Not nicht vollständig und blieb in Fragen von Rassismus, Wohnungsmarkt und regionaler Ungleichheit begrenzt. Roosevelt war ein pragmatischer Krisenpolitiker, kein makelloser Reformer.
Mit dem Krieg in Europa verschob sich Roosevelts Politik zunehmend von Neutralität zu Unterstützung der Alliierten. 1941 formulierte er in der Four Freedoms-Rede eine Vision von Freiheit der Rede, Freiheit des Glaubens, Freiheit von Not und Freiheit von Furcht. Der Lend-Lease Act machte die USA zum entscheidenden Unterstützer Großbritanniens und anderer Verbündeter. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor bat Roosevelt den Kongress um die Kriegserklärung gegen Japan; kurz darauf befanden sich die Vereinigten Staaten im Krieg gegen Japan, Deutschland und Italien.

Roosevelt führte die USA als Oberbefehlshaber durch einen globalen Krieg. Seine Regierung koordinierte Industrie, Militär, Diplomatie und Bündnisse in einem Ausmaß, das die USA dauerhaft zur Weltmacht machte. Zugleich gehört die Executive Order 9066 von 1942 zu den schwersten Fehlentscheidungen seiner Amtszeit: Sie ermöglichte die Zwangsinternierung von rund 120.000 Menschen japanischer Herkunft, darunter viele US-Bürgerinnen und US-Bürger. Auch die amerikanische Reaktion auf den Holocaust wird bis heute kritisch diskutiert. FDRs Kriegsführung war historisch entscheidend, aber moralisch nicht frei von Versagen.

Im Februar 1945 traf Roosevelt in Jalta mit Winston Churchill und Josef Stalin zusammen, während die Nachkriegsordnung bereits Gestalt annahm. Seine Gesundheit war sichtbar angeschlagen. Am 12. April 1945 starb er in Warm Springs an einem Schlaganfall, wenige Wochen vor der deutschen Kapitulation. Roosevelt wurde 63 Jahre alt. Er bleibt eine der prägenden Figuren des 20. Jahrhunderts: ein Präsident, der Krisenpolitik, Sozialstaat, Massenkommunikation und Weltmachtrolle der USA neu formte, dessen Entscheidungen aber zugleich bleibende Fragen nach Macht, Recht und Verantwortung aufwerfen.
bis 1945
bis 1907