

Schweizer Radsportler
Gino Mäder (* 4. Januar 1997 in Flawil; gestorben am 16. Juni 2023 in Chur) war ein Schweizer Radrennfahrer. Er fuhr auf Bahn und Straße, startete zuletzt für Bahrain Victorious und wurde durch seinen Etappensieg beim Giro d'Italia 2021 sowie sein starkes Ergebnis bei der Vuelta a España 2021 bekannt.
Mäder kam aus dem Kanton St. Gallen und entwickelte sich über Schweizer Nachwuchsrennen, Bahnrennen und Straßenrennen. Als U23-Fahrer gehörte er zu einer Generation junger Schweizer Profis, die international sichtbar wurde. 2018 verpasste er bei der U23-Straßen-WM in Innsbruck knapp eine Medaille, während sein Landsmann Marc Hirschi gewann. Danach führte sein Weg in den Profiradsport.
2019 fuhr Mäder für Dimension Data, später für NTT Pro Cycling und ab 2021 für Bahrain Victorious. Er war ein Fahrer für Berge, Ausreißergruppen und lange Etappen, in denen Geduld und Timing entscheidend sind. In seinem Team arbeitete er auch für andere Kapitäne, bekam aber immer wieder eigene Chancen. Seine Rennen wirkten oft ruhig aufgebaut: erst viel Arbeit, dann ein klarer Moment zum Angriff.
Am 13. Mai 2021 gewann Mäder die sechste Etappe des Giro d'Italia nach San Giacomo. Der Sieg kam aus einer Ausreißergruppe und brachte ihm seinen ersten Erfolg in einer Grand Tour. Wenige Monate später überzeugte er bei der Vuelta a España. Dort gewann er die Nachwuchswertung und belegte Platz fünf der Gesamtwertung. Zugleich sammelte er mit einer eigenen Spendenaktion Geld für Umweltprojekte.
Am 15. Juni 2023 stürzte Mäder auf der fünften Etappe der Tour de Suisse auf der Abfahrt vom Albula-Pass. Er wurde nach Chur ins Krankenhaus gebracht und starb dort am folgenden Tag. Die Tour neutralisierte die nächste Etappe; Fahrerinnen, Fahrer, Teams und Organisatoren gedachten ihm gemeinsam. Bahrain Victorious zog sich anschließend aus dem Rennen zurück.
Gino Mäder starb am 16. Juni 2023 im Alter von 26 Jahren. Die Erinnerung an ihn verbindet sportliche Ergebnisse mit seinem leisen Einsatz für andere: Teamarbeit, Umweltspenden und eine Art zu fahren, die Aufmerksamkeit nicht erzwang.