

Deutscher Schauspieler
Friedhof Zehlendorf
Götz George (* 23. Juli 1938 in Berlin; gestorben am 19. Juni 2016 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler. Ein breites Publikum verband ihn mit Horst Schimanski aus dem Tatort, doch seine Laufbahn umfasste Kino, Fernsehen, Theater und intensive Charakterrollen.
George wurde als Sohn der Schauspieler Berta Drews und Heinrich George geboren. Sein Vater starb 1946 in sowjetischer Internierung; die Familiegeschichte blieb dadurch eng mit deutscher Film- und Zeitgeschichte verbunden. Götz George stand früh auf der Bühne und vor der Kamera. Schon als Jugendlicher spielte er in Film und Theater und lernte das Handwerk nicht aus Distanz, sondern in praktischer Arbeit.
In den 1950er- und 1960er-Jahren trat George in Unterhaltungsfilmen, Abenteuerfilmen und Karl-May-Verfilmungen auf. Später suchte er härtere, kantigere Rollen. Er konnte körperlich präsent sein, aber auch verschlossen, verletzlich oder kontrolliert. Diese Spannweite wurde für seine weitere Arbeit entscheidend: George war kein Schauspieler, der auf freundliche Wiedererkennbarkeit setzte.
1981 erschien George erstmals als Horst Schimanski im Tatort: Duisburg-Ruhrort. Die Figur veränderte den deutschen Fernsehkrimi: ein Ermittler aus dem Ruhrgebiet, rau, direkt, körperlich und mit sozialer Umgebung statt reiner Amtsstube. George gab Schimanski Energie, Wut und Müdigkeit zugleich. Die Rolle blieb populär, doch George kehrte immer wieder zu anderen Figuren zurück.
1995 spielte George in Der Totmacher Fritz Haarmann in einem kammerspielartigen Film von Romuald Karmakar. Für diese Arbeit erhielt er den Darstellerpreis der Filmfestspiele von Venedig. Auch in Rossini, Die Bubi-Scholz-Story und George, einem Film über seinen Vater, zeigte er spätere Seiten seines Spiels: konzentriert, widersprüchlich und oft unbequem.
Götz George starb am 19. Juni 2016 in Hamburg nach kurzer Krankheit. Er wurde 77 Jahre alt. Sein Werk bleibt mit Schimanski verbunden, aber es reicht deutlich weiter: zu einem Schauspiel, das Konflikt, Härte, Verletzlichkeit und deutsche Nachkriegsgeschichte in sehr verschiedenen Formen sichtbar machte.
Tatort: Der Fall Schimanski