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Harald zur Hausen
Foto: Kuebi = Armin Kuebelbeck
CC BY-SA 3.0AusschnittCommons

Gedenkseite von Harald zur Hausen

11. März 1936 – 29. Mai 2023(87 Jahre)Sterbeort:Heidelberg, Baden-Württemberg

Deutscher Virologe und emeritierter Professor (1936 – 2023)

Gedenkkerzen

1 Kerze

Emoria entzündet eine Gedenkkerze im Gedenken an Harald zur Hausen.

Emoria

29. Mai 2026

Kondolenzbuch

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Biografie

Beruf(4)

VirologeArztHochschullehrerOnkologe

Auszeichnungen(10)

Nobelpreis für Physiologie oder MedizinVerdienstorden des Landes Baden-WürttembergGroßes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik DeutschlandM. W. Beijerinck Prize for VirologyCanada Gairdner International AwardWilliam B. Coley AwardDeutsche Krebshilfe PreisPaul-Ehrlich-und-Ludwig-Darmstaedter-PreisBayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und KunstTsungming-Tu-Preis

Partner(1)

Ethel-Michele de Villiers

Ausbildung(4)

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität BonnUniversität HamburgHeinrich-Heine-Universität DüsseldorfRuprecht-Karls-Universität Heidelberg

Harald zur Hausen (* 11. März 1936 in Gelsenkirchen; gestorben am 28. Mai 2023 in Heidelberg) war ein deutscher Mediziner und Virologe. Er zeigte, dass bestimmte humane Papillomviren Krebs auslösen können, besonders Gebärmutterhalskrebs. Für diese Entdeckung erhielt er 2008 anteilig den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Seine Arbeit veränderte die Krebsforschung, weil sie aus einer umstrittenen Hypothese einen Weg zur Vorbeugung machte: die HPV-Impfung.

Medizin und Virologie

Zur Hausen studierte Medizin und promovierte 1960. Nach Stationen in Düsseldorf ging er an die Virus Laboratories des Children's Hospital in Philadelphia. Dort arbeitete er in einem Umfeld, in dem Viren, Zellveränderungen und Krebsentstehung eng zusammengedacht wurden. 1969 habilitierte er sich in Würzburg, später folgten Professuren in Erlangen-Nürnberg und Freiburg. Sein Forschungsinteresse galt früh der Frage, ob Infektionen an der Entstehung menschlicher Tumoren beteiligt sein können.

Die HPV-Hypothese

In den 1970er-Jahren widersprach zur Hausen einer verbreiteten Annahme seiner Zeit. Viele Forschende vermuteten Herpes-simplex-Viren als Ursache von Gebärmutterhalskrebs. Zur Hausen hielt stattdessen humane Papillomviren für entscheidend. Diese Idee war schwer zu beweisen, weil nicht ein einzelnes leicht nachweisbares Virus in allen Proben auftauchte. Sein Team suchte nach genetischen Spuren verschiedener HPV-Typen und arbeitete mit Methoden, die auch unvollkommene Übereinstimmungen zwischen Viren-DNA und Tumorgewebe erkennen konnten.

HPV16 und HPV18

Der Durchbruch kam in den frühen 1980er-Jahren. Zur Hausens Arbeitsgruppe identifizierte HPV16 und später HPV18 in Gewebeproben von Gebärmutterhalskrebs. Damit wurde verständlich, dass bestimmte Hochrisiko-Typen des Virus in Zellen eindringen, Teile ihres Erbguts einbauen und zur Krebsentstehung beitragen können. Das Nobelkomitee würdigte diese Forschung als Entdeckung der humanen Papillomviren, die Gebärmutterhalskrebs verursachen. Aus Grundlagenforschung wurde damit eine medizinische Möglichkeit: gezielte Prävention gegen einen häufigen Krebs.

Deutsches Krebsforschungszentrum

Von 1983 bis 2003 leitete Harald zur Hausen das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Unter seiner Führung wuchs das DKFZ in seiner internationalen Bedeutung und baute Brücken zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung. Zur Hausen blieb dabei kein reiner Laborforscher. Er verstand Forschung als langen, prüfbaren Weg von einer Idee über Belege bis zur Anwendung. Genau diese Haltung prägte auch den Weg der HPV-Impfstoffe, die seit 2006 in Europa zugelassen wurden.

Nobelpreis und Wirkung

Am 6. Oktober 2008 wurde bekanntgegeben, dass Harald zur Hausen die Hälfte des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin erhält. Die andere Hälfte ging an Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier für die Entdeckung des HI-Virus. Zur Hausens Auszeichnung stand für eine Forschung, deren Nutzen weit über ein Laborergebnis hinausging. Sie half, den Zusammenhang von Infektion und Krebs klarer zu verstehen, und sie legte die wissenschaftliche Grundlage für Impfprogramme gegen HPV-bedingte Krebserkrankungen.

Späte Jahre und Vermächtnis

Auch nach seiner Zeit als DKFZ-Leiter blieb zur Hausen wissenschaftlich aktiv und öffentlich hörbar, besonders wenn es um Krebsprävention und höhere HPV-Impfraten ging. Er starb am 28. Mai 2023 in Heidelberg. Seine Bedeutung liegt in der Beharrlichkeit, mit der er eine unbequeme Frage so lange verfolgte, bis aus ihr belastbare Evidenz wurde. Sein Vermächtnis reicht über den Nobelpreis hinaus: HPV-bedingte Krebserkrankungen können heute gezielt verhindert werden, weil ein viraler Ursprung erkannt wurde.

Lebensstationen

3 Ereignisse

Geboren in Gelsenkirchen

1936

Harald zur Hausen wird in Gelsenkirchen geboren.

Nobelpreis für Medizin

2008

Das Nobelkomitee gibt bekannt, dass zur Hausen den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin anteilig für seine HPV-Forschung erhält.

Gestorben in Heidelberg

2023

Harald zur Hausen stirbt im Alter von 87 Jahren in Heidelberg.

Traueranzeige

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Harald zur Hausen. Für immer unvergessen.