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Helmut Kohl (geb. Helmut Josef Michael Kohl)
Foto: Christian Lambiotte
CC BY 4.0AusschnittCommons

Gedenkseite von Helmut Kohl (geb. Helmut Josef Michael Kohl)

3. Apr. 1930 – 16. Juni 2017(87 Jahre)Sterbeort:Ludwigshafen am Rhein, Ludwigshafen am Rhein, kreisfreie Stadt

Deutscher Politiker (CDU), 6. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland

Gedenkkerzen

Emoria entzündet eine Gedenkkerze im Gedenken an Helmut Kohl.

Emoria

16. Juni 2026

Emoria entzündet eine Gedenkkerze zum Geburtstag von Helmut Kohl.

Emoria

3. April 2026

Kondolenzbuch

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Biografie

Beruf(4)

PolitikerHistorikerPolitikwissenschaftlerBundeskanzler (Deutschland)

Auszeichnungen(8)

Großkreuz in besonderer Ausführung des Verdienstordens der Bundesrepublik DeutschlandLeo-Baeck-PreisJawaharlal-Nehru-PreisGroßes Goldenes Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik ÖsterreichKarlspreisEhrenbürger von BerlinVerdienstorden des Landes Baden-WürttembergEric-M.-Warburg-Preis

Partner(2)

Maike Kohl-RichterHannelore Kohl

Ausbildung(2)

Goethe-Universität Frankfurt am MainRuprecht-Karls-Universität Heidelberg

Helmut Kohl (* 3. April 1930 in Ludwigshafen am Rhein; gestorben am 16. Juni 2017 in Ludwigshafen) war Politiker der CDU und von 1982 bis 1998 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er regierte länger als jeder andere Kanzler der Bundesrepublik und wurde besonders als Kanzler der Einheit bekannt. Unter seiner Führung vollzog Deutschland 1990 die Wiedervereinigung. Zugleich verband Kohl deutsche Politik eng mit der europäischen Einigung, dem Vertrag von Maastricht und dem Weg zum Euro. Seine Laufbahn steht für historische Gestaltungskraft, aber auch für Streit über Machtstil, Kosten der Einheit und die CDU-Spendenaffäre.

Herkunft und frühe Politik

Kohl wurde in Ludwigshafen in eine katholisch geprägte Familie geboren. Die Kriegserfahrung seiner Jugend und die Zerstörung seiner Heimatstadt prägten sein politisches Denken. Er sprach später von der Gnade der späten Geburt: Er war zu jung, um im Krieg noch kämpfen zu müssen, aber alt genug, um die Folgen von Diktatur, Nationalismus und Zerstörung zu erleben. Früh engagierte er sich in der Jungen Union und in der CDU. Nach dem Abitur studierte er Geschichte, Rechts- und Staatswissenschaften in Frankfurt am Main und Heidelberg und promovierte 1958.

Aufstieg in Rheinland-Pfalz

1959 wurde Kohl in den Landtag von Rheinland-Pfalz gewählt. Er arbeitete sich in der Landespolitik schnell nach oben und wurde am 19. Mai 1969 Ministerpräsident. Mit 39 Jahren war er einer der jüngsten Regierungschefs eines Bundeslandes. In Rheinland-Pfalz zeigte sich bereits, was später auch seine Bundespolitik prägte: organisatorische Stärke, enge Parteibindung, Gespür für Macht und ein langfristiger Blick auf Institutionen. 1973 wurde er Bundesvorsitzender der CDU.

Opposition und Kanzlerschaft

1976 wechselte Kohl in den Bundestag und wurde Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. Am 1. Oktober 1982 wurde er nach einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt zum Bundeskanzler gewählt. Dieser Regierungswechsel war in der Bundesrepublik historisch, weil er nicht unmittelbar aus einer Bundestagswahl hervorging. 1983 bestätigten die Wähler die neue Koalition aus CDU/CSU und FDP. Kohl setzte auf westliche Bündnistreue, wirtschaftliche Konsolidierung und eine konservativ-liberale Regierungslinie, die über mehrere Wahlen Bestand hatte.

Der Weg zur deutschen Einheit

1989 veränderte sich Europa in hohem Tempo. In der DDR wuchsen Proteste, die Mauer fiel am 9. November, und die Frage der deutschen Einheit wurde plötzlich praktisch. Kohl reagierte am 28. November 1989 mit einem Zehn-Punkte-Plan. Er verband die Einheit Deutschlands mit der Einbindung in Europa und in die westlichen Bündnisse. Das war politisch entscheidend, weil Nachbarn und Verbündete einem größeren Deutschland nur vertrauen konnten, wenn es fest in europäische Strukturen eingebunden blieb.

Kanzler der Einheit

Am 3. Oktober 1990 wurde die deutsche Wiedervereinigung vollzogen. Kohl hatte in den Monaten zuvor mit den westlichen Verbündeten, mit der Sowjetunion und mit der DDR-Regierung für eine schnelle Einigung gearbeitet. Für viele Menschen wurde er dadurch zum Symbol der Einheit. Der politische Erfolg war gewaltig, die praktische Aufgabe aber schwer. Die wirtschaftliche und soziale Angleichung Ostdeutschlands kostete mehr, dauerte länger und verlief schmerzhafter, als viele Versprechen der frühen 1990er-Jahre erwarten ließen.

Europa und der Euro

Kohl verstand die deutsche Einheit nicht als nationalen Alleingang. Für ihn gehörte sie zur europäischen Einigung. In den 1990er-Jahren setzte er sich für eine Vertiefung der Europäischen Union ein, unterstützte den Vertrag von Maastricht und den Weg zur gemeinsamen Währung. Besonders die Zusammenarbeit mit Frankreich blieb zentral. 1998 wurde Kohl zum Ehrenbürger Europas ernannt, eine seltene Auszeichnung, die vor ihm nur Jean Monnet erhalten hatte. Seine europäische Politik zielte auf Frieden, Einbindung und eine dauerhafte Ordnung nach dem Kalten Krieg.

Niederlage und Spendenaffäre

Nach 16 Jahren Kanzlerschaft verlor Kohl 1998 die Bundestagswahl gegen Gerhard Schröder. Kurz darauf wurde die CDU-Spendenaffäre öffentlich. Es ging um illegale Parteispenden und verdeckte Konten; Kohl verweigerte die Nennung von Spendernamen und trat von Parteiämtern zurück. Die Affäre beschädigte seine politische Autorität und belastete auch das Verhältnis zu Angela Merkel, die sich öffentlich von ihm löste. Dieser Bruch gehört neben die großen historischen Leistungen seiner Kanzlerschaft.

Letzte Jahre und Tod

In den späteren Jahren war Kohl gesundheitlich schwer angeschlagen. Nach einem Sturz 2008 trat er seltener öffentlich auf. Er blieb jedoch eine Symbolfigur deutscher und europäischer Politik. Am 16. Juni 2017 starb Helmut Kohl in Ludwigshafen. Die Reaktionen würdigten vor allem seine Rolle bei der deutschen Einheit und der europäischen Integration, erinnerten aber auch an die Widersprüche seines politischen Lebens.

Vermächtnis

Helmut Kohls Vermächtnis liegt in zwei großen Linien: der deutschen Einheit und der europäischen Einbindung Deutschlands. Er nutzte 1989 und 1990 ein historisches Fenster mit Entschlossenheit. Gleichzeitig bleiben die sozialen Kosten der Einheit, sein machtbewusster Führungsstil und die Spendenaffäre Teil des Bildes. Kohl war kein makelloser Staatsmann, aber einer, dessen Entscheidungen die Landkarte Europas veränderten. Sein Leben zeigt, wie sehr Geschichte von Momenten abhängt, in denen politischer Wille, internationale Lage und persönliches Durchsetzungsvermögen zusammenkommen.

Lebensstationen

7 Ereignisse

Geboren in Ludwigshafen

1930

Helmut Josef Michael Kohl wird in Ludwigshafen am Rhein geboren.

Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz

1969

Kohl wird mit 39 Jahren Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz.

Bundeskanzler

1982

Nach einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt wird Kohl zum Bundeskanzler gewählt.

Zehn-Punkte-Plan

1989

Kohl legt im Bundestag seinen Plan für eine schrittweise Annäherung der beiden deutschen Staaten vor.

Deutsche Einheit

1990

Die deutsche Wiedervereinigung wird vollzogen; Kohl wird Kanzler des vereinten Deutschlands.

Ehrenbürger Europas

1998

Die Staats- und Regierungschefs der EU ernennen Kohl zum Ehrenbürger Europas.

Gestorben in Ludwigshafen

2017

Helmut Kohl stirbt im Alter von 87 Jahren in Ludwigshafen.

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Stammbaum

Ruhestätte

Alter Friedhof Speyer

Speyer

Zum Friedhof

Helmut Kohl (geb. Helmut Josef Michael Kohl). Für immer unvergessen.