

Deutsche Schauspielerin, Chansonsängerin und Autorin
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Waldfriedhof Zehlendorf
Hildegard Knef (* 28. Dezember 1925 in Ulm; gestorben am 1. Februar 2002 in Berlin), auch international als Hildegarde Neff bekannt, war eine deutsche Schauspielerin, Sängerin und Autorin. Sie gehörte zu den markantesten Stimmen und Gesichtern der deutschen Nachkriegszeit. Ihr Werk reicht vom Trümmerfilm über Broadway und Chanson bis zur offenen Autobiographie Der geschenkte Gaul.
Knef wurde in Ulm geboren und wuchs nach dem frühen Tod ihres Vaters in Berlin auf. Schon als Jugendliche kam sie zur Ufa, zunächst in die Trickfilmabteilung, später zur Schauspielausbildung in Babelsberg. Ihre ersten Schritte im Film fielen in die letzten Jahre des Nationalsozialismus. Nach Kriegsende begann sie in Berlin am Theater und fand schnell Rollen, in denen eine neue, nüchternere weibliche Präsenz sichtbar wurde.
1946 spielte Knef in Wolfgang Staudtes Die Mörder sind unter uns. Der Film wurde zu einem der ersten deutschen Nachkriegsfilme und stellte die Frage nach Schuld, Verdrängung und Verantwortung in den zerstörten Städten. Knef spielte Susanne Wallner, eine Frau, die aus einem Konzentrationslager nach Berlin zurückkehrt. Die Rolle machte sie bekannt, weil sie keine überhöhte Figur zeigte, sondern eine Frau, die nüchtern weiterlebt.
1951 löste Die Sünderin eine heftige moralische Debatte aus. Der Streit um eine kurze Nacktszene sagte mindestens so viel über die junge Bundesrepublik wie über Knef selbst. Sie wurde angegriffen, aber auch zu einer Figur, an der sich Vorstellungen von weiblicher Selbstbestimmung, Kino und öffentlicher Moral rieben. In den 1950er-Jahren arbeitete sie international, unter anderem in Hollywood und am Broadway, wo sie 1955 in Silk Stockings auftrat.
Ab den 1960er-Jahren wurde Knef auch als Sängerin unverwechselbar. Ihre Stimme war rau, sprechend, fast lakonisch; sie passte zu Texten, die selten gefällig waren. Lieder wie Für mich soll's rote Rosen regnen machten sie zu einer Künstlerin, die spielte und zugleich Haltung formulierte. 1970 erschien Der geschenkte Gaul, ein großer Bucherfolg, in dem sie über Ruhm, Krankheit, Arbeit und persönliche Brüche mit ungewöhnlicher Direktheit schrieb.
Knefs Leben blieb von gesundheitlichen Krisen, öffentlichen Urteilen und wechselnden Erfolgen begleitet. Sie kehrte immer wieder nach Berlin zurück, nahm neue Platten auf, schrieb weiter und wurde für ihr Lebenswerk geehrt. Dabei blieb sie eine Figur, an der sich Bewunderung und Kritik oft gleichzeitig festmachten: öffentlich präsent, verletzlich, scharfzüngig und sehr genau im Blick auf sich selbst.
Hildegard Knef starb am 1. Februar 2002 in Berlin. Sie wurde 76 Jahre alt. Ihr Name bleibt mit einer seltenen Verbindung aus Schauspiel, Stimme und Sprache verbunden: mit einer Künstlerin, die deutsche Nachkriegserfahrung nicht glättete, sondern in Rollen, Liedern und Büchern hörbar machte.
bis 1976