

Deutscher Schauspieler
Berlin
Friedhof Heerstraße
Horst Buchholz (* 4. Dezember 1933 in Berlin; gestorben am 3. März 2003 ebenda) war ein deutscher Schauspieler. Er wurde im westdeutschen Nachkriegskino bekannt, arbeitete international in Europa und Hollywood und blieb vor allem durch Die Halbstarken, The Magnificent Seven, One, Two, Three und Das Leben ist schön präsent.
Buchholz wuchs in Berlin auf. Die Kriegsjahre bedeuteten Trennung, Evakuierung und frühe Unsicherheit; nach dem Tod seines Vaters kehrte er als Jugendlicher nach Berlin zurück. Er brach die Schule ab, nahm Schauspielunterricht und stand schon früh auf der Bühne. Daneben arbeitete er für Rundfunk und Synchronstudios. Seine Sprachbegabung wurde später ein wichtiger Teil seiner internationalen Laufbahn.
In den 1950er-Jahren wurde Buchholz zu einem markanten Gesicht des jungen westdeutschen Kinos. Nach frühen Filmrollen fiel er in Helmut Käutners Himmel ohne Sterne auf. Mit Die Halbstarken spielte er 1956 eine rebellische Jugendfigur, die seinen Ruf in Deutschland festigte. In Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull zeigte er eine andere Seite: Eleganz, Beweglichkeit und ironische Distanz.
Buchholz sprach mehrere Sprachen und konnte deshalb leichter zwischen Filmindustrien wechseln. In Großbritannien spielte er in Tiger Bay, in Hollywood wurde er 1960 als Chico in The Magnificent Seven einem weltweiten Publikum bekannt. Kurz darauf trat er in Billy Wilders Satire One, Two, Three auf. Seine internationale Karriere blieb wechselhaft, doch sie machte ihn zu einem der wenigen deutschen Schauspieler seiner Generation mit dauerhafter Präsenz außerhalb des deutschsprachigen Raums.
In den folgenden Jahrzehnten arbeitete Buchholz in europäischen Koproduktionen, Fernsehfilmen und einzelnen US-Projekten. Nicht alle Rollen nutzten seine Fähigkeiten gleich gut, doch er blieb ein professioneller, vielseitiger Darsteller. Späte Aufmerksamkeit erhielt er durch Wim Wenders' In weiter Ferne, so nah! und besonders durch Roberto Benignis Das Leben ist schön, in dem er als Dr. Lessing eine ruhige, präzise Nebenrolle spielte.
1958 heiratete Buchholz die französische Schauspielerin Myriam Bru. Das Paar hatte zwei Kinder, Beatrice und Christopher, die ebenfalls künstlerisch arbeiteten. Buchholz lebte zwischen Berlin, Paris und der Schweiz und blieb Berlin eng verbunden. Er war kein geradliniger Teil des amerikanischen Studiosystems, sondern ein europäischer Schauspieler, dessen Karriere von Chancen, Umwegen, Sprachen und sehr unterschiedlichen Produktionsbedingungen geprägt war.
Horst Buchholz starb am 3. März 2003 in Berlin an einer Lungenentzündung nach einer Operation. Er wurde 69 Jahre alt. Sein Andenken ist mit dem Nachkriegskino, mit einem seltenen deutschen Weg nach Hollywood und mit Rollen verbunden, in denen jugendliche Unruhe, Charme und Melancholie zusammenkamen.
bis 2003