

Deutsche Schauspielerin
Weimarer Republik
Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden
Inge Keller (* 15. Dezember 1923 in Berlin; gestorben am 6. Februar 2017 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin. Ueber viele Jahrzehnte gehoerte sie zum Deutschen Theater Berlin und verband klassische Rollen, moderne Regiearbeiten, Filmauftritte und Lesungen zu einer Laufbahn, die eng mit der Theatergeschichte Berlins verbunden ist.
Keller wurde in Berlin geboren und besuchte von 1939 bis 1942 die private Schauspielschule Helmut Bergmann. Ihr Debuet gab sie 1942 am Theater am Kurfuerstendamm. Es folgten Engagements in Freiberg, Chemnitz, am Hebbel-Theater und am Schlosspark-Theater. Diese fruehen Stationen fuehrten sie durch sehr unterschiedliche Theaterraeume in einer Stadt, die politisch und kulturell in Bewegung war.
Ab Anfang der 1950er-Jahre arbeitete Keller am Deutschen Theater und an den Kammerspielen in Berlin. Dort blieb sie als Ensemblemitglied bis um die Jahrtausendwende und trat danach weiter als Gast auf. Sie spielte unter Regisseuren wie Rudolf Noelte, Wolfgang Langhoff, Wolfgang Heinz, Thomas Langhoff, Einar Schleef, Michael Thalheimer und Robert Wilson. Das Haus wurde fuer sie ein kuenstlerischer Ort, an dem Rollen ueber lange Zeit wachsen konnten.
Zu ihren Buehnenrollen gehoerten Eliza Doolittle in Pygmalion, Iphigenie in Goethes Iphigenie auf Tauris, Frau Alving in Ibsens Gespenster und Claire Zachanassian in Duerrenmatts Der Besuch der alten Dame. Kellers Spiel lebte von Haltung, Sprachkontrolle und einer kuehlen Praesenz, die auch in stillen Momenten Spannung hielt. Ebenso gehoerten Lesungen mit Texten von Stefan Zweig, Thomas Mann, Ingeborg Bachmann und anderen Autoren zu ihrem spaeten Werk.
Keller spielte auch in Film und Fernsehen. 1999 wurde sie im Kinofilm Aimee und Jaguar erneut einem breiteren Publikum bekannt. Aus ihrer Ehe mit Karl-Eduard von Schnitzler ging ihre Tochter Barbara Schnitzler hervor, die ebenfalls Schauspielerin wurde. Keller war Mitglied der Akademie der Kuenste, wurde Ehrenmitglied des Deutschen Theaters und erhielt 2013 den Theaterpreis Der Faust fuer ihr Lebenswerk.
Inge Keller starb am 6. Februar 2017 in Berlin. Sie wurde 93 Jahre alt. Ihre Arbeit bleibt mit einer Art von Schauspiel verbunden, die Sprache, Distanz und innere Bewegung zusammenfuehrte und dem Berliner Theater ueber Jahrzehnte ein unverwechselbares Gesicht gab.
bis 1956