

Deutscher Fußballspieler und -trainer
Assistenzfriedhof
Josef „Sepp“ Piontek (* 5. März 1940 in Breslau; gestorben am 18. Februar 2026) war ein deutscher Fußballspieler und Trainer. Als Verteidiger gewann er mit Werder Bremen den DFB-Pokal und die deutsche Meisterschaft, spielte für die deutsche Nationalmannschaft und wurde später als Trainer der dänischen Nationalmannschaft international bekannt.
Piontek wurde als Josef Emanuel Hubertus Piontek im damaligen Breslau geboren und wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg in Norddeutschland auf. Über den VfL Germania Leer kam er zum SV Werder Bremen. Zwischen 1960 und 1972 bestritt er mehr als 300 Pflichtspiele für Werder. Mit dem Verein gewann er 1961 den DFB-Pokal und 1965 die deutsche Meisterschaft. Für die Bundesrepublik Deutschland absolvierte er sechs Länderspiele.
Nach dem Ende der Spielerlaufbahn wechselte Piontek auf die Trainerbank. Er arbeitete unter anderem bei Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf und dem FC St. Pauli. Schon früh zeigte sich, dass er nicht nur einzelne Spieler führen konnte, sondern ganze Strukturen verändern wollte. Diese Fähigkeit wurde später für seine Arbeit mit Nationalmannschaften entscheidend.
1979 übernahm Piontek die dänische Nationalmannschaft. Der Dänische Fußballverband gab ihm ungewöhnlich große Kompetenzen, und aus einer Mannschaft, die lange außerhalb der großen Turniere gestanden hatte, entstand eine der auffälligsten europäischen Auswahlmannschaften der 1980er-Jahre. Spieler wie Michael Laudrup, Morten Olsen, Søren Lerby, Jesper Olsen und Preben Elkjær prägten das Team, das bald als Danish Dynamite bekannt wurde.
Bei der Europameisterschaft 1984 erreichte Dänemark das Halbfinale und verlor erst im Elfmeterschießen gegen Spanien. Zwei Jahre später führte Piontek das Land erstmals zu einer Fußball-Weltmeisterschaft. In Mexiko gewann Dänemark alle drei Gruppenspiele, darunter ein 2:0 gegen die Bundesrepublik Deutschland und ein 6:1 gegen Uruguay. Das spätere Aus gegen Spanien änderte wenig daran, dass Pionteks Mannschaft als spielerisch mutige und moderne Auswahl in Erinnerung blieb.
Nach seiner Zeit in Dänemark arbeitete Piontek unter anderem als Nationaltrainer der Türkei, später auch für Haiti und Grönland. Besonders in der Türkei wurde er als Trainer genannt, der einen professionelleren Neuaufbau mit anstieß. In Dänemark blieb sein Name jedoch am stärksten verankert. Die spätere Europameisterschaft 1992 fiel in eine andere Amtszeit, doch viele sahen in Pionteks Arbeit der 1980er-Jahre eine wichtige Grundlage für den Aufstieg des dänischen Fußballs.
Sepp Piontek starb am 18. Februar 2026 im Alter von 85 Jahren. Sein Name bleibt mit einem seltenen Wandel verbunden: vom soliden Bundesligaverteidiger zum Trainer, der einer Nationalmannschaft eine neue Identität gab und Dänemark dauerhaft in die europäische Fußballgeschichte einschrieb.