

Deutsche Leichtathletin
Karin Balzer (* 5. Juni 1938 in Magdeburg als Karin Richert; gestorben am 17. Dezember 2019) war eine deutsche Leichtathletin und Hürdensprinterin. Für die DDR gewann sie 1964 Olympiagold über 80 Meter Hürden und 1972 Olympiabronze über 100 Meter Hürden.
Balzer begann in Magdeburg mit der Leichtathletik und war zunächst vielseitig unterwegs. Später wechselte sie in den Leistungssport der DDR, unter anderem nach Halle und Leipzig. Ihr Trainer Karl-Heinz Balzer wurde auch ihr Ehemann. Die frühen Jahre waren sportlich erfolgreich, aber auch durch den Druck des DDR-Sportsystems geprägt; World Athletics erwähnt eine zeitweilige Flucht in den Westen und die anschließende Rückkehr.
Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio gewann Balzer das Finale über 80 Meter Hürden in einem extrem engen Rennen. Die Medaillenentscheidungen lagen nur Hundertstelsekunden auseinander. Für Balzer war es der Höhepunkt einer Laufbahn, in der sie Technik, Antritt und Rhythmus auf sehr hohem Niveau verband. Der Sieg machte sie zu einer der zentralen Hürdensprinterinnen ihrer Generation.
Balzer gewann 1966, 1969 und 1971 Europameistertitel im Hürdensprint. 1969 in Athen wurde sie erste Europameisterin über die neue 100-Meter-Hürdenstrecke. Auch Weltbestleistungen und Weltrekorde prägten ihre Laufbahn. In dieser Übergangszeit vom 80-Meter- zum 100-Meter-Hürdenlauf gehörte sie zu den Athletinnen, die die neue Distanz sportlich formten.
1972 trat Balzer bei den Olympischen Spielen in München noch einmal im Finale an und gewann Bronze über 100 Meter Hürden. Danach beendete sie ihre aktive Karriere. Später arbeitete sie als Sportlehrerin, Dozentin und Trainerin. Ihr Sohn Falk Balzer wurde ebenfalls Hürdensprinter. So blieb die Familie auch nach dem Ende ihrer eigenen Wettkampflaufbahn eng mit der Leichtathletik verbunden.
Karin Balzer starb am 17. Dezember 2019 nach kurzer schwerer Krankheit. Sie wurde 81 Jahre alt. Ihr sportlicher Weg umfasst eine außergewöhnliche Hürdenlaufkarriere und die Ambivalenz des DDR-Leistungssports: große Leistungen, strenge Kontrolle und ein Leben mit mehr Konturen als die Medaillenstatistik zeigt.