

Deutsche Schauspielerin
1
Karin Dor (* 22. Februar 1938 in Wiesbaden als Kätherose Derr; gestorben am 6. November 2017 in München) war eine deutsche Schauspielerin. Sie wurde im westdeutschen Genrekino der 1960er-Jahre bekannt und erreichte internationales Publikum durch James Bond 007 - Man lebt nur zweimal und Alfred Hitchcocks Topaz.
Dor wuchs in Wiesbaden auf, nahm Schauspiel- und Ballettunterricht und kam zunächst als Komparsin zum Film. Der Regisseur Harald Reinl besetzte sie in frühen Rollen und wurde ihr erster Ehemann. In den 1950er-Jahren spielte sie in Heimatfilmen, Operettenstoffen und Melodramen. Diese frühen Arbeiten gaben ihr ein Rollenbild als junge, oft sanfte Heldin, das sie später im Krimi- und Abenteuerfilm erweitern konnte.
In den 1960er-Jahren wurde Karin Dor zu einem vertrauten Gesicht des populären deutschen Kinos. Sie spielte in Edgar-Wallace-Verfilmungen wie Der grüne Bogenschütze und in Karl-May-Filmen wie Der Schatz im Silbersee und Winnetou II. Das Publikum kannte sie aus Krimis, Abenteuerfilmen und historischen Stoffen. In Die Nibelungen übernahm sie die Brunhild und zeigte eine strengere, weniger naive Seite ihres Spiels.
1967 spielte Dor in You Only Live Twice an der Seite von Sean Connery die SPECTRE-Agentin Helga Brandt. Die Rolle machte sie international sichtbar, ohne ihre gesamte Laufbahn zu erklären. Zwei Jahre später arbeitete sie mit Alfred Hitchcock an Topaz und spielte Juanita de Cordoba. Diese beiden Filme blieben ihre bekanntesten englischsprachigen Arbeiten. Eine dauerhafte Hollywood-Karriere entstand daraus nicht, doch sie zeigten, dass Dor mehr konnte als das deutsche Serien-Image, mit dem sie oft verbunden wurde.
Ab den 1970er-Jahren war Dor seltener im Kino und häufiger in Fernseh- und Theaterproduktionen zu sehen. Sie spielte in deutschen Serien, in Boulevard- und Tourneetheater und kehrte später in einzelnen Filmrollen zurück. Margarethe von Trotta besetzte sie in Ich bin die Andere und in Die abhandene Welt, ihrem letzten Kinofilm. Bis ins hohe Alter stand Dor auf der Bühne und blieb dem Beruf praktisch verbunden.
Nach einer Zeit in den Vereinigten Staaten lebte Karin Dor wieder in Deutschland. Ihr dritter Ehemann, der Stuntman und Produzent George Robotham, starb 2007. Dor trat weiterhin auf, auch wenn ihre Gesundheit in den letzten Jahren beeinträchtigt war. In der öffentlichen Erinnerung blieb sie oft auf Bond, Hitchcock, Winnetou und Edgar Wallace verdichtet; ihre lange Laufbahn zeigt jedoch eine Schauspielerin, die über Jahrzehnte zwischen Unterhaltungskino, Fernsehen und Theater arbeitete.
Karin Dor starb am 6. November 2017 in München. Sie wurde 79 Jahre alt. Ihr Name bleibt mit einer Phase des deutschen Nachkriegskinos verbunden, in der Genre, internationale Sehnsucht und populäre Filmkultur eng ineinandergriffen.
bis 1968
bis 2007