

Deutscher Leichtathlet
Klaus Wolfermann (* 31. März 1946 in Altdorf bei Nürnberg; gestorben am 18. Dezember 2024) war ein deutscher Leichtathlet und Olympiasieger im Speerwurf. 1972 gewann er in München Gold für die Bundesrepublik Deutschland, 1973 stellte er mit 94,08 Metern einen Weltrekord auf. Sein sportlicher Name blieb eng mit einem der knappsten Speerwurf-Finals der olympischen Geschichte verbunden.
Wolfermann kam aus Franken und begann sportlich nicht beim Speerwurf. Er turnte, spielte Handball und betrieb Leichtathletik, Fünf- und Zehnkampf, bevor sein Talent für das Werfen sichtbar wurde. Mit 1,76 Metern war er für einen Speerwerfer eher klein, entwickelte aber eine außergewöhnliche Technik, Dynamik und Wettkampfstärke. Zwischen 1969 und 1974 wurde er sechsmal nacheinander deutscher Meister.
Am 3. September 1972 gewann Wolfermann im Olympiastadion München Gold. Im fünften Versuch warf er 90,48 Meter und lag damit zwei Zentimeter vor Jānis Lūsis, dem favorisierten Werfer aus der Sowjetunion. Lūsis kam im letzten Versuch auf 90,46 Meter. Dieses Ergebnis machte den Wettbewerb sportlich und menschlich besonders: Aus der Konkurrenz zwischen Wolfermann und Lūsis entstand später eine Freundschaft.
Am 5. Mai 1973 warf Wolfermann in Leverkusen 94,08 Meter. Der Weltrekord hielt mehr als drei Jahre. In Deutschland wurde er 1972 und 1973 zum Sportler des Jahres gewählt. Eine Armverletzung verhinderte 1976 seine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Montreal. Nach dem Ende seiner Leichtathletik-Laufbahn versuchte er sich kurz im Bobsport und blieb dem Sport in anderer Form verbunden.
Wolfermann führte später eine Sportvermarktungsagentur und engagierte sich in sozialen Projekten. Er war im FC Olympia aktiv, trat bei Veranstaltungen für wohltätige Zwecke auf und unterstützte Special Olympics. Für ihn blieb Sport damit mehr als Leistung und Ergebnisliste: Er verstand ihn auch als Möglichkeit, Begegnung, Hilfe und Gemeinschaft zu schaffen.
Klaus Wolfermann starb am 18. Dezember 2024 im Alter von 78 Jahren. Er hinterließ seine Ehefrau und eine Tochter. Sein Andenken bleibt mit Präzision, Mut im Wettkampf und einem Moment verbunden, in dem zwei Zentimeter über olympisches Gold entschieden.