

US-amerikanischer Basketballspieler
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Pacific View Memorial Park
Kobe Bryant (* 23. August 1978 in Philadelphia, Pennsylvania, als Kobe Bean Bryant; gestorben am 26. Januar 2020 bei Calabasas, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Basketballspieler, Unternehmer, Autor und Filmproduzent. Er spielte seine gesamte 20-jährige NBA-Karriere für die Los Angeles Lakers, gewann fünf Meisterschaften, wurde 2008 zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt und prägte mit seinen Trikotnummern 8 und 24 zwei sehr unterschiedliche Kapitel derselben Laufbahn.

Bryant war der Sohn des Profibasketballers Joe "Jellybean" Bryant und von Pamela Bryant. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er in Italien, wo sein Vater nach der NBA weiter spielte. Diese Jahre gaben ihm früh ein Gefühl für ein Leben zwischen Sprachen, Städten und Basketballhallen. Zurück in den USA wurde Bryant an der Lower Merion High School in Pennsylvania zu einem national beachteten Talent. Er entschied sich gegen das College und ging direkt aus der Highschool in die NBA, ein Schritt, der damals noch außergewöhnlich war.
1996 wurde Bryant von den Charlotte Hornets gedraftet und kurz darauf zu den Los Angeles Lakers transferiert. Dort traf sein Ehrgeiz auf eine Organisation, die in ihm mehr sah als einen Rohdiamanten. Schon in seiner zweiten Saison wurde er All-Star. Unter Phil Jackson und an der Seite von Shaquille O'Neal wuchs aus Begabung, Athletik und Lernhunger eine Mannschaft, die von 2000 bis 2002 drei Meisterschaften in Folge gewann. Bryant war dabei nicht nur spektakulär, sondern früh auch belastbar in engen Momenten.
Aus Bryant wurde einer der kompromisslosesten Scorer der Basketballgeschichte. Seine Fußarbeit, sein Wurf aus der Mitteldistanz, sein Spiel mit Finten und Winkeln und sein Wille, schwierige Würfe selbst zu nehmen, machten ihn zugleich bewundert und gefürchtet. Der Begriff Mamba Mentality wurde später zu einer Chiffre für diese Haltung: Arbeit, Wiederholung, Schmerzgrenze, Konzentration und der Wunsch, auch nach großen Erfolgen noch besser zu werden.

Am 22. Januar 2006 verdichtete sich diese Seite seiner Karriere in einem Spiel gegen die Toronto Raptors: Bryant erzielte 81 Punkte. Die Zahl wurde sofort zu einem Teil seiner Legende, aber sie erzählt nur einen Ausschnitt. In derselben Phase führte er die Liga als Scorer an, trug schwächere Lakers-Teams durch lange Abende und entwickelte sich zugleich zu einem Spieler, der in der Verteidigung nicht nur glänzen, sondern Gegner ermüden konnte. 2008 erhielt er den MVP-Award der NBA.
Nach den drei frühen Titeln folgte eine zweite Meisterschaftsphase. Bryant führte die Lakers 2009 zum Titel gegen Orlando und wurde Finals MVP. 2010 gewann Los Angeles nach einer harten Serie gegen Boston erneut die Meisterschaft, und Bryant wurde wieder zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählt. Auch international stand er für die USA auf der großen Bühne: Mit der Nationalmannschaft gewann er 2008 in Peking und 2012 in London olympisches Gold.

Die letzten Jahre seiner Spielerkarriere waren von schweren Verletzungen geprägt, vor allem vom Achillessehnenriss 2013. Bryant kämpfte sich zurück, doch sein Körper setzte engere Grenzen. Am 29. November 2015 veröffentlichte er bei The Players' Tribune den Text Dear Basketball, eine Liebeserklärung und Abschiedsnachricht an den Sport. Am 13. April 2016 beendete er seine NBA-Laufbahn mit 60 Punkten gegen die Utah Jazz. Es war ein letztes Spiel, das fast zu passend wirkte, um erfunden zu sein.
Nach dem Karriereende wechselte Bryant nicht einfach in den Hintergrund. Er arbeitete an Erzählformaten, Kinder- und Jugendprojekten, Sportgeschichten und der Weitergabe seines Leistungsverständnisses. Aus Dear Basketball entstand ein animierter Kurzfilm mit Glen Keane und Musik von John Williams. 2018 gewann der Film den Oscar als bester animierter Kurzfilm. Damit wurde Bryant zu einer seltenen Figur: ein Sportler, dessen zweites öffentliches Kapitel nicht nur vom Kommentieren alter Siege lebte, sondern von eigener Kreativarbeit.

Bryant war mit Vanessa Bryant verheiratet und Vater von vier Töchtern: Natalia, Gianna, Bianka und Capri. Nach dem Ende seiner NBA-Zeit sprach er oft über die Freude, seine Töchter zu begleiten, und über die Bedeutung von Mädchen- und Frauenbasketball. Gerade diese spätere Rolle veränderte den Blick auf ihn: Neben dem unerbittlichen Wettkämpfer trat stärker der Vater, Mentor und Erzähler hervor, der jungen Menschen etwas von seinem Feuer weitergeben wollte.
Am 26. Januar 2020 starben Kobe Bryant, seine Tochter Gianna Bryant und sieben weitere Menschen bei einem Hubschrauberabsturz in Kalifornien. Bryant wurde 41 Jahre alt. Seine Nummern 8 und 24 hängen in Los Angeles unter dem Hallendach, seine Karriere gehört zur Hall of Fame des Basketballs, und sein Name bleibt mit einer ungewöhnlichen Spannung verbunden: der Schönheit des Spiels, der Härte täglicher Arbeit und der Frage, wie weit ein Mensch gehen kann, wenn Begabung nie als Entschuldigung zum Ausruhen gilt.
bis 2020