

Österreichischer Politiker und Diplomat
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Wiener Zentralfriedhof
Kurt Waldheim (* 21. Dezember 1918 in Sankt Andrä-Wördern; gestorben am 14. Juni 2007 in Wien) war ein österreichischer Diplomat und Politiker. Er war Außenminister Österreichs, von 1972 bis 1981 Generalsekretär der Vereinten Nationen und von 1986 bis 1992 Bundespräsident der Republik Österreich. Seine politische Laufbahn ist untrennbar mit der Waldheim-Affäre verbunden, in der seine unvollständig dargestellte Kriegsvergangenheit öffentlich wurde.
Waldheim wuchs in Niederösterreich auf und studierte Rechtswissenschaften. Während des Zweiten Weltkriegs diente er in der Wehrmacht. Später stellte er diese Jahre in seiner öffentlichen Biografie lange verkürzt dar. Nach 1945 trat Waldheim in den österreichischen diplomatischen Dienst ein. Er arbeitete in Paris, wurde Botschafter in Kanada und vertrat Österreich bei den Vereinten Nationen.
Von 1968 bis 1970 war Waldheim österreichischer Außenminister. Am 22. Dezember 1971 ernannte ihn die UN-Generalversammlung zum Generalsekretär der Vereinten Nationen; sein Amt begann am 1. Januar 1972. Waldheim blieb zwei Amtszeiten im Amt. Seine Jahre an der Spitze der Vereinten Nationen fielen in eine Phase des Kalten Krieges, der Entkolonialisierung und zahlreicher regionaler Konflikte. 1981 endete seine zweite Amtszeit.
1986 kandidierte Waldheim für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten. Während des Wahlkampfs wurden Dokumente bekannt, die seine Angaben über den Kriegsdienst in der Wehrmacht in Frage stellten. Es ging unter anderem um seine Tätigkeit als Offizier im Balkanraum und um Einheiten, in deren Umfeld Repressalien, Deportationen und Kriegsverbrechen stattfanden. Waldheim bestritt persönliche Schuld an Verbrechen, räumte aber ein, seine Vergangenheit nicht vollständig dargestellt zu haben.
Waldheim gewann die Stichwahl am 8. Juni 1986 und wurde Bundespräsident. Die internationale Kontroverse endete damit nicht. Eine internationale Historikerkommission fand 1988 keinen Beweis dafür, dass Waldheim persönlich Kriegsverbrechen begangen hatte. Zugleich stellte sie fest, dass seine Darstellung unvollständig gewesen war und dass er von Vorgängen in seinem Einsatzbereich Kenntnis gehabt haben musste. Als Bundespräsident blieb Waldheim außenpolitisch stark eingeschränkt und international isoliert.
Kurt Waldheim starb am 14. Juni 2007 in Wien. Seine Biografie steht für diplomatische Karriere und höchste Staatsämter, aber auch für eine Zäsur in Österreichs Umgang mit der eigenen NS-Vergangenheit. Die Waldheim-Affäre machte sichtbar, wie lange Auslassungen, Selbstbilder und politische Loyalitäten die Nachkriegserzählung Österreichs geprägt hatten.