

Deutscher Radsportler
Lothar Thoms (* 18. Mai 1956 in Guben; gestorben am 5. November 2017 in Forst (Lausitz)) war ein deutscher Bahnradsportler aus der DDR. Seine Disziplin war das 1000-Meter-Zeitfahren auf der Bahn. 1980 gewann er bei den Olympischen Spielen in Moskau Gold, zwischen 1977 und 1981 wurde er viermal Weltmeister in dieser Disziplin.
Thoms startete für den SC Cottbus. Das 1000-Meter-Zeitfahren verlangte einen speziellen Fahrertyp: explosiver Start, hohe Geschwindigkeit über zwei Bahnrunden und die Fähigkeit, die letzten Meter trotz nachlassender Kraft sauber zu Ende zu fahren. In diesem Format fand Thoms seine sportliche Stärke. Seine Karriere fiel in eine Phase, in der der DDR-Bahnradsport international viele Titel gewann und Cottbus ein Umfeld mit zahlreichen Ergebnissen auf Weltniveau hatte.
Schon vor den Olympischen Spielen hatte Thoms eine Serie aufgebaut. Er gewann den Weltmeistertitel im 1000-Meter-Zeitfahren 1977, 1978, 1979 und 1981. Dazu kamen weitere Podestplätze bei Weltmeisterschaften: 1982 Silber und 1983 Bronze. Diese Ergebnisse zeigen eine bemerkenswerte Konstanz in einer Disziplin, in der ein Rennen wenig Fehler verzeiht und oft Sekundenbruchteile über die Reihenfolge entscheiden.
Am 22. Juli 1980 fuhr Thoms bei den Olympischen Spielen in Moskau zu Gold. Seine Zeit von 1:02,955 Minuten wurde als Hallenweltrekord geführt und blieb nach Olympedia bis 1990 die schnellste jemals aufgezeichnete Zeit in diesem Format. Der Sieg war deutlich; Thoms lag fast zwei Sekunden vor der Konkurrenz. Für die DDR war diese Medaille Teil eines erfolgreichen Auftritts im Bahnradsport, für Thoms der sportliche Höhepunkt seiner Laufbahn.
1981 wurde Thoms in der DDR zum Sportler des Jahres gewählt; Olympedia nennt außerdem die Auszeichnung als World Cyclist of the Year durch die UCI. Nach dem Ende seiner Sportlaufbahn arbeitete er zunächst im Sportbereich der DDR. Später war er als Physiotherapeut und Verwaltungsangestellter tätig. Damit blieb sein Leben nach dem Leistungssport in Cottbus und der Lausitz verankert.
In späteren Jahren hatte Thoms gesundheitliche Probleme. Nach Angaben von dpa und weiteren Quellen starb er nach langer schwerer Krankheit im Klinikum Forst. Lothar Thoms wurde 61 Jahre alt. Sein Name bleibt mit einem kurzen, streng vermessenen Rennen verbunden: einem Kilometer auf der Bahn, der in Moskau 1980 zum olympischen Goldlauf wurde.