

Deutsche Schauspielerin
Luise Rainer (* 12. Januar 1910 in Düsseldorf; gestorben am 30. Dezember 2014 in London) war eine deutschstämmige Schauspielerin. In Hollywood wurde sie zur ersten Schauspielerin, die zwei Oscars gewann, und zugleich zur ersten, die zwei Schauspiel-Oscars in zwei aufeinanderfolgenden Jahren erhielt. Ausgezeichnet wurde sie für The Great Ziegfeld und The Good Earth.
Rainer wuchs in einer jüdischen Familie auf und begann ihre Laufbahn auf deutschsprachigen Bühnen. Sie spielte unter anderem in Wien und Berlin und wurde früh für eine intensive, nervöse Präsenz wahrgenommen. Als sich die politische Lage in Europa durch den Nationalsozialismus veränderte, wurde der Wechsel nach Hollywood auch zu einer biografischen Zäsur. Metro-Goldwyn-Mayer nahm sie unter Vertrag und baute sie Mitte der 1930er Jahre als neue europäische Entdeckung auf.
Ihr Durchbruch kam mit The Great Ziegfeld. Rainer spielte Anna Held, die frühere Ehefrau des Theaterproduzenten Florenz Ziegfeld. Die Rolle war nicht groß, blieb aber durch eine emotional zugespitzte Telefonszene in Erinnerung. Am 4. März 1937 erhielt sie dafür den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Innerhalb kurzer Zeit wurde aus der europäischen Bühnenschauspielerin ein Hollywood-Name.
Ein Jahr später gewann Rainer erneut. In The Good Earth spielte sie O-Lan, eine chinesische Bäuerin in der Verfilmung des Romans von Pearl S. Buck. Am 10. März 1938 erhielt sie dafür ihren zweiten Oscar. Der doppelte Erfolg machte sie filmhistorisch bedeutend, führte aber nicht zu einer stabilen Hollywood-Karriere. Rainer geriet mit MGM und den Erwartungen des Studios in Konflikt und zog sich bald stärker aus dem amerikanischen Studiosystem zurück.
Rainer arbeitete später nur noch unregelmäßig vor der Kamera und auf der Bühne. Sie lebte zeitweise in Europa und den Vereinigten Staaten und später in London. Ihre kurze Hollywood-Zeit blieb dennoch außergewöhnlich sichtbar, weil sie eine der frühesten Oscar-Geschichten über Ruhm, Erwartungsdruck und Selbstbestimmung erzählte. In Interviews sprach Rainer offen darüber, dass die beiden Auszeichnungen für sie nicht nur Chance, sondern auch Belastung waren.
Luise Rainer starb am 30. Dezember 2014 in London, wenige Tage vor ihrem 105. Geburtstag. Ihre Bedeutung liegt nicht in einer langen Filmografie, sondern in einer ungewöhnlich konzentrierten Karriere: europäische Bühne, schneller Hollywood-Erfolg, zwei historische Oscars und ein bewusstes Leben jenseits der Erwartungen des Studiosystems.
bis 1940
Der große Ziegfeld
Die gute Erde
bis 1989