

Französische Schauspielerin
15. Arrondissement von Paris
Maria Schneider (* 27. März 1952 in Paris als Maria-Hélène Schneider; gestorben am 3. Februar 2011 in Paris) war eine französische Schauspielerin. Weltweit bekannt wurde sie durch Bernardo Bertoluccis Der letzte Tango in Paris. Ihr Leben und Werk sind jedoch größer als dieser eine Film: Schneider arbeitete mit Regisseuren wie Michelangelo Antonioni, Jacques Rivette, René Clément und Bertrand Blier und sprach später offen über Macht, Verletzlichkeit und fehlende Zustimmung am Filmset.
Schneider wuchs in Paris auf. Ihre Mutter Marie-Christine Schneider war Buchhändlerin und früheres Model; ihr Vater war der Schauspieler Daniel Gélin, der sie nicht öffentlich als Tochter anerkannte. Schon als Jugendliche kam Schneider in Kontakt mit Künstlern und Filmschaffenden. Brigitte Bardot unterstützte sie zeitweise, und erste kleine Rollen führten sie Ende der 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre zum Kino. In Die alte Dame spielte sie an der Seite von Annie Girardot und Philippe Noiret.
Mit 19 Jahren erhielt Schneider die weibliche Hauptrolle in Der letzte Tango in Paris neben Marlon Brando. Der Film machte sie international berühmt, aber diese Berühmtheit war eng mit öffentlicher Sexualisierung, Skandalisierung und einem schwer belastenden Dreherlebnis verbunden. Schneider sagte später, sie sei über den Ablauf einer zentralen Szene nicht vorab informiert gewesen. Heute wird dieser Fall oft als Beispiel dafür genannt, wie verletzlich junge Schauspielerinnen in Machtstrukturen des Kinos sein konnten.
Schneider versuchte, sich nicht auf diesen Film festlegen zu lassen. 1975 spielte sie in Michelangelo Antonionis Beruf: Reporter an der Seite von Jack Nicholson. Sie arbeitete mit Jacques Rivette in Merry-Go-Round, mit René Clément und später mit Bertrand Blier. Ihre Rollen waren nicht immer groß, doch sie brachte oft eine Mischung aus Direktheit, Unruhe und wacher Gegenwart in ihre Figuren. Gerade diese Eigenständigkeit ging in vielen Nachrufen hinter der Fixierung auf Der letzte Tango in Paris fast unter.
Der frühe Ruhm brachte Schneider keine stabile Karriere. Sie sprach später über Drogen, psychische Belastungen und die Schwierigkeit, nach dem Bild der jungen Frau aus Bertoluccis Film andere Rollen zu finden. Zugleich arbeitete sie weiter, auch im Fernsehen und in kleineren europäischen Produktionen. Sie engagierte sich für Schauspielerinnen und Schauspieler, die in Not geraten waren, und erhielt 2010 den französischen Orden Chevalier des Arts et des Lettres.
Maria Schneider starb am 3. Februar 2011 in Paris nach langer Krankheit. Sie wurde 58 Jahre alt. Ihr Name bleibt mit einer notwendigen Neubewertung von Filmgeschichte verbunden: nicht nur mit einem berühmten Werk, sondern mit der Frage, wie Kunst entsteht, wer geschützt wird und wessen Stimme lange überhört wurde. Zugleich bleibt sie als Schauspielerin sichtbar, die mehr war als die Rolle, auf die sie zu oft reduziert wurde.