

Französische Chansonsängerin und Schauspielerin
Clinique de Genolier, Genolier
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Cimetière du Père-Lachaise
Marie Laforêt (* 5. Oktober 1939 in Soulac-sur-Mer als Maïtena Marie Brigitte Douménach; gestorben am 2. November 2019 in Genolier, Schweiz) war eine französisch-schweizerische Schauspielerin und Sängerin. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurde sie im Kino und in der französischsprachigen Popmusik bekannt. Zu ihren prägenden Arbeiten gehören der Film Plein Soleil sowie Lieder wie Les Vendanges de l'amour, Viens, viens, Mon amour, mon ami und Il a neigé sur Yesterday.
Laforêt wurde an der französischen Atlantikküste geboren und kam später mit ihrer Familie nach Paris. Als Jugendliche entdeckte sie das Theater und gewann 1959 eher zufällig einen Talentwettbewerb von Europe 1. Ein geplantes Filmprojekt mit Louis Malle kam nicht zustande, doch kurz darauf erhielt sie ihre erste große Kinorolle: In René Cléments Plein Soleil, der 1960 in Frankreich startete, spielte sie Marge an der Seite von Alain Delon und Maurice Ronet. Der Film brachte ihr frühe internationale Aufmerksamkeit.
1961 spielte sie in La Fille aux yeux d'or von Jean-Gabriel Albicocco, den sie im selben Jahr heiratete. Der Filmtitel wurde zu einem dauerhaften öffentlichen Bild für sie, weil Presse und Publikum ihre Erscheinung stark über die Augen beschrieben. Wichtig bleibt dabei: Laforêt war mehr als ein Gesicht des französischen Kinos. Sie arbeitete mit unterschiedlichen Regisseuren, wechselte zwischen Film, Bühne und Musik und entzog sich immer wieder einfachen Erwartungen an eine Starrolle.
Auch ihre Gesangskarriere begann eng mit dem Film. Für Saint-Tropez Blues sang sie den Titelsong; 1963 wurde Les Vendanges de l'amour ihr erster großer Plattenerfolg. Ihre Stimme war nicht auf glatte Virtuosität angelegt, sondern auf Farbe, Melancholie und Distanz. Sie nahm Chansons, Popstücke und Bearbeitungen internationaler Songs auf, darunter französische Fassungen von Bob Dylan, Simon & Garfunkel und den Rolling Stones. Dadurch erweiterte sie den Klang französischer Popmusik um Folk-, Chanson- und Weltmusikfarben.
Laforêt hatte Erfolg, blieb dem Musikgeschäft aber gegenüber skeptisch. Sie tourte, trat in wichtigen Pariser Sälen auf und verkaufte Millionen Platten, suchte aber zugleich immer wieder Abstand vom Betrieb. 1978 zog sie nach Genf und lebte fortan lange in der Schweiz. Sie schrieb Bücher, betrieb zeitweise eine Kunstgalerie und kehrte später auf Bühne und Leinwand zurück. Diese Wechsel waren kein Bruch mit der Kunst, sondern Teil einer Laufbahn, in der sie ihre öffentliche Rolle immer wieder neu bestimmte.
Neben frühen Filmen wie Plein Soleil und La Fille aux yeux d'or spielte Laforêt in französischen und italienischen Produktionen, unter anderem mit Jean-Paul Belmondo, Michel Piccoli, Sophie Marceau und Béatrice Dalle. In späteren Jahren stand sie auch auf der Theaterbühne, etwa in Rollen, die eine reife, selbstbewusste Präsenz verlangten. 2005 sang sie nach langer Pause wieder öffentlich auf Tournee in Frankreich. Die ausverkauften Konzerte zeigten, dass ihr Publikum sie nicht nur als Bild der 1960er-Jahre, sondern als eigenständige Künstlerin wahrnahm.
Marie Laforêt starb am 2. November 2019 in Genolier in der Schweiz. Sie wurde 80 Jahre alt. Ihr Werk verbindet französisches Kino, Chanson und Pop mit einer Haltung, die sich nicht vollständig vereinnahmen ließ. Gerade diese Mischung aus Nähe und Distanz machte sie unverwechselbar: eine Künstlerin, die präsent war, ohne sich vollständig erklären zu lassen.