

US-amerikanischer Baptistenpastor, Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger
St. Joseph's Hospital, Tennessee
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Martin Luther King, Jr., National Historic Site
Martin Luther King Jr. (* 15. Januar 1929 in Atlanta, Georgia; gestorben am 4. April 1968 in Memphis, Tennessee) war ein US-amerikanischer Baptistenpastor, Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger. Er wurde zur bekanntesten Stimme der modernen Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten. Seine Reden und Kampagnen verbanden christliche Sozialethik, gewaltfreien Widerstand, politische Organisation und die Forderung nach gesetzlicher Gleichberechtigung.

King wuchs in Atlanta in einer Familie von Baptistenpastoren auf. Sein Vater und sein Großvater waren mit der Ebenezer Baptist Church verbunden, und die afroamerikanische Social-Gospel-Tradition prägte ihn früh. Am Morehouse College, am Crozer Theological Seminary und an der Boston University verband er Theologie, Philosophie und politische Ethik. 1953 heiratete er Coretta Scott, die selbst zu einer wichtigen Stimme der Bewegung wurde. Ein Jahr später ging King als Pastor der Dexter Avenue Baptist Church nach Montgomery.
Der Montgomery Bus Boycott begann im Dezember 1955 nach der Verhaftung von Rosa Parks. King wurde Vorsitzender der Montgomery Improvement Association, doch der Erfolg beruhte auf einer breiten lokalen Bewegung: auf Organisatorinnen wie Jo Ann Robinson, auf E. D. Nixon, Ralph Abernathy, den vielen Fußwegen der Menschen in Montgomery und auf einer Disziplin, die Gewaltfreiheit praktisch einübte. Nach 381 Tagen führte der Boykott zur Aufhebung der Rassentrennung in den städtischen Bussen. 1957 entstand die Southern Christian Leadership Conference, mit King als Präsident.
1963 wurde King während der Birmingham Campaign verhaftet und schrieb den Letter from Birmingham Jail. Darin verteidigte er gewaltfreie direkte Aktion gegen die Forderung, weiter zu warten. Wenige Monate später stand er beim March on Washington for Jobs and Freedom vor dem Lincoln Memorial. Die Rede I Have a Dream wurde zu einem der bekanntesten politischen Texte des 20. Jahrhunderts. Sie war aber Teil eines größeren Tages: Gewerkschaften, Bürgerrechtsgruppen, Studentinnen und Studenten, religiöse Akteure und Organisatoren wie A. Philip Randolph und Bayard Rustin trugen den Marsch gemeinsam.

Der Druck der Bürgerrechtsbewegung trug zur Verabschiedung des Civil Rights Act von 1964 bei, der Diskriminierung in zentralen Bereichen des öffentlichen Lebens verbot. Im Dezember desselben Jahres erhielt King in Oslo den Friedensnobelpreis. 1965 führte die Gewalt gegen Demonstrierende in Selma und der Marsch nach Montgomery den Kampf um das Wahlrecht ins Zentrum der nationalen Politik. Der Voting Rights Act von 1965 beseitigte zentrale Hindernisse, mit denen afroamerikanische Bürgerinnen und Bürger im Süden vom Wählen abgehalten wurden.

Nach 1965 wurde Kings Arbeit nicht leichter, sondern politisch umstrittener. In Chicago kämpfte er gegen Wohnungsdiskriminierung und städtische Armut. Mit der Rede Beyond Vietnam kritisierte er 1967 den Vietnamkrieg und stellte eine Verbindung zwischen Rassismus, Militarismus und Armut her. Viele frühere Unterstützer reagierten ablehnend, doch King verstand Bürgerrechte nicht als abgeschlossenes Gesetzespaket. Für ihn gehörten Wahlrecht, gerechte Arbeit, Wohnen, Frieden und Würde zusammen.

1968 unterstützte King streikende Müllarbeiter in Memphis und bereitete zugleich die Poor People's Campaign vor, eine multirassische Kampagne gegen Armut. Am 4. April 1968 wurde er im Lorraine Motel in Memphis ermordet. Er wurde 39 Jahre alt. Sein Erbe liegt nicht nur in berühmten Sätzen, sondern in einer politischen Praxis: organisierte Gewaltfreiheit, moralische Sprache, konkrete Gesetzesziele und die Weigerung, Gleichheit von wirtschaftlicher Gerechtigkeit und Frieden zu trennen.
Bachelor of Arts · bis 1948
Bachelor der Theologie · bis 1951
Dr. phil. · bis 1955
bis 1968
Stride Toward Freedom: The Montgomery Story