

Amerikanischer Biochemiker und Molekularbiologe und Träger des Chemienobelpreises
Stanford
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Paul Berg (* 30. Juni 1926 in New York City; gestorben am 15. Februar 2023 in Stanford, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Biochemiker. Er gehört zu den zentralen Figuren der molekularen Biologie, weil seine Arbeit an rekombinanter DNA zeigte, dass Erbgut aus unterschiedlichen Organismen gezielt verbunden werden kann. 1980 erhielt er anteilig den Nobelpreis für Chemie. Berg steht nicht nur für eine technische Pionierleistung, sondern auch für die frühe Frage, wie Forschung mit neuen biologischen Möglichkeiten verantwortlich umgehen soll.
Berg wuchs in New York auf und interessierte sich schon früh für experimentelle Naturwissenschaft. Nach dem Kriegsdienst in der US Navy studierte er an der Pennsylvania State University und promovierte an der Western Reserve University. Weitere Forschungsstationen führten ihn unter anderem nach Kopenhagen und an die Washington University in St. Louis. 1959 kam er an die Stanford University School of Medicine, wo er über Jahrzehnte forschte, lehrte und den Aufbau der Biochemie mitprägte.
Sein wissenschaftlicher Durchbruch entstand aus der Frage, wie Gene isoliert, verbunden und in Zellen untersucht werden können. In Arbeiten mit dem Tumorvirus SV40 gelang es Bergs Gruppe 1972, DNA aus einem Bakterium in virale DNA einzufügen. Solche Moleküle wurden als hybride oder rekombinante DNA bekannt. Diese Arbeit öffnete einen neuen Zugang zur Biologie: Gene ließen sich nicht mehr nur beobachten, sondern gezielt kombinieren und in ihrer Funktion untersuchen.
Berg sah früh, dass diese neue Technik nicht nur Möglichkeiten, sondern auch Risiken und gesellschaftliche Fragen erzeugte. Mitte der 1970er-Jahre gehörte er zu den Forschenden, die eine vorsichtige Pause und klare Sicherheitsregeln für bestimmte Experimente forderten. Vom 24. bis 27. Februar 1975 kamen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler, Juristen und weitere Fachleute in Asilomar in Kalifornien zusammen. Die Konferenz wurde zu einem wichtigen Beispiel dafür, dass eine Forschungscommunity selbst Standards entwickeln kann, bevor eine Technik breit eingesetzt wird.
Am 14. Oktober 1980 gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften bekannt, dass Paul Berg die Hälfte des Nobelpreises für Chemie erhält. Ausgezeichnet wurden seine grundlegenden Studien zur Biochemie der Nukleinsäuren, besonders mit Blick auf rekombinante DNA. Die andere Hälfte des Preises teilten Walter Gilbert und Frederick Sanger für Arbeiten zur Bestimmung von Basensequenzen. Zusammen markierte diese Nobelentscheidung einen Moment, in dem moderne Genforschung und DNA-Technologie sichtbar ins Zentrum der Chemie und Biologie rückten.
Auch nach dem Nobelpreis blieb Berg an Stanford aktiv und setzte sich für wissenschaftliche Bildung, Forschungspolitik und einen verantwortlichen Umgang mit biomedizinischen Technologien ein. Er starb am 15. Februar 2023 auf dem Campus der Stanford University. Seine Bedeutung liegt in zwei eng verbundenen Leistungen: Er half, die Werkzeuge der Gentechnik zu schaffen, und er nahm die Frage ernst, welche Regeln solche Werkzeuge brauchen. Damit wurde Paul Berg zu einer Schlüsselfigur für Molekularbiologie, Biotechnologie und wissenschaftliche Verantwortung.