

Brasilianischer Fußballspieler
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Pelé, geboren als Edson Arantes do Nascimento am 23. Oktober 1940 in Três Corações, Minas Gerais, und gestorben am 29. Dezember 2022 in São Paulo, war ein brasilianischer Fußballspieler und einer der bekanntesten Sportler des 20. Jahrhunderts. Mit Brasilien wurde er 1958, 1962 und 1970 Weltmeister; kein anderer Spieler gewann die Fußball-Weltmeisterschaft dreimal als Spieler. Pelé stand für Torinstinkt, Technik, Spielintelligenz, körperliche Leichtigkeit und ein Bild des Fußballs, das Brasilien weltweit prägte.

Pelé wurde in einer Familie geboren, in der Fußball nah war, aber Wohlstand fehlte. Sein Vater João Ramos do Nascimento, genannt Dondinho, war selbst Fußballer; seine Mutter Celeste hielt die Familie zusammen. Pelé wuchs unter anderem in Bauru auf und spielte früh mit improvisierten Bällen. Der frühere Nationalspieler Waldemar de Brito brachte ihn zum FC Santos. Dort debütierte Pelé 1956 als Jugendlicher. Aus dem talentierten Jungen wurde in wenigen Jahren ein Spieler, der Spiele nicht nur entscheiden, sondern ihren Rhythmus verändern konnte.
Bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden war Pelé erst 17 Jahre alt. Er traf im Viertelfinale gegen Wales, erzielte im Halbfinale gegen Frankreich drei Tore und im Finale gegen Schweden zwei weitere. Brasilien gewann erstmals den Weltmeistertitel. Pelés Wirkung lag nicht nur in den Toren. Er spielte mit einer Mischung aus Schnelligkeit, Balance, Direktheit und Fantasie, die auch auf Schwarz-Weiß-Aufnahmen noch lebendig wirkt. Aus einem Teenager aus Brasilien wurde innerhalb weniger Wochen ein Weltstar.

Mit Santos wurde Pelé zur Clublegende. Der Verein gewann Meisterschaften in Brasilien, die Copa Libertadores und den Weltpokal. Santos reiste über Kontinente, spielte Freundschaftsspiele vor großen Kulissen und wurde zu einem internationalen Schaufenster brasilianischer Fußballkunst. Pelé war dabei mehr als ein Strafraumspieler. Er konnte abschließen, vorbereiten, dribbeln, springen, täuschen und im richtigen Moment das Tempo ändern. Die Zahl seiner Tore wird je nach Zählweise unterschiedlich angegeben, weil Freundschaftsspiele und offizielle Wettbewerbe vermischt wurden. Unstrittig ist, dass seine Produktivität außergewöhnlich war.
1962 wurde Brasilien erneut Weltmeister, doch Pelé verletzte sich früh im Turnier. 1966 wurde er in England hart angegangen, Brasilien schied früh aus, und Pelés Verhältnis zur Weltmeisterschaft wirkte belastet. 1970 kehrte er in Mexiko auf die größte Bühne zurück. Die brasilianische Mannschaft um Pelé, Jairzinho, Gérson, Tostão, Rivelino und Carlos Alberto wurde zu einem Idealbild des Spiels: technisch, beweglich, kollektiv und zugleich voller individueller Klasse. Pelé erzielte im Finale gegen Italien das erste Tor und bereitete weitere Szenen entscheidend vor. Dieser Titel machte ihn endgültig zur historischen Figur.

Pelé wurde schon zu Lebzeiten eine Marke, ein Symbol und fast eine eigene Sprache. In Brasilien war er zugleich Stolz, Projektionsfläche und Gegenstand politischer Vereinnahmung. Während der Militärdiktatur wurde seine Popularität vom Staat genutzt; zugleich blieb Pelé selbst meist vorsichtig und weniger offen konfrontativ als andere öffentliche Figuren. Das schmälert seine sportliche Größe nicht, gehört aber zur Einordnung seiner öffentlichen Rolle. Er war kein einfacher politischer Held, sondern ein Athlet, dessen Ruhm größer wurde als jedes Stadion und deshalb von vielen Seiten genutzt werden konnte.
Nach seinem Abschied von Santos wechselte Pelé 1975 zu New York Cosmos. Dort half er, Fußball in den Vereinigten Staaten sichtbarer zu machen, lange bevor das Land zu einem regelmäßigen Zentrum internationaler Turniere wurde. Sein letztes Profispiel 1977 zwischen Cosmos und Santos war bewusst als Abschied von zwei Welten inszeniert. Später blieb Pelé als Botschafter, Unternehmer, Werbefigur und politischer Akteur präsent. Er wurde geehrt, kritisiert, vereinnahmt und immer wieder als Maßstab für große Fußballer genannt.
Pelé starb am 29. Dezember 2022 in São Paulo. Er wurde 82 Jahre alt. Sein Sarg wurde später im Stadion Vila Belmiro in Santos aufgebahrt, dem Ort, an dem sein Name über Jahrzehnte gewachsen war. Sein Vermächtnis liegt nicht nur in drei Weltmeistertiteln oder in Torzahlen. Es liegt in einer Vorstellung von Fußball als Bewegung, Mut, Spielwitz und nationaler Erzählung. Pelé machte Brasilien für viele Menschen auf der Welt zuerst als Fußballland sichtbar, und er zeigte, wie sehr ein einzelner Spieler die Bedeutung eines Sports verändern kann.
bis 1982
bis 2008
bis 2022