
Deutscher Film- und Fernsehregisseur, Autor und Produzent
Alter Domfriedhof der St.-Hedwigs-Gemeinde
Percy Adlon (* 1. Juni 1935 in München; gestorben am 10. März 2024 in Los Angeles) war ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Produzent. Sein Name ist eng mit Out of Rosenheim verbunden, dem international als Bagdad Café bekannten Film über Begegnung, Fremdheit und leise Veränderung in der kalifornischen Wüste.
Adlon wuchs in Bayern auf. Die Familie seiner Mutter gehörte zur Geschichte des Berliner Hotels Adlon; sein Vater war der Operntenor Rudolf Laubenthal. Er studierte in München Musik, Literatur und Theater und arbeitete zunächst für den Rundfunk. Aus Radioarbeit, Sprecherfahrung und Fernsehen entwickelte sich Anfang der 1970er-Jahre sein Weg zum Film. Vor den Spielfilmen entstanden zahlreiche dokumentarische Arbeiten über Kunst, Menschen und Lebensräume.
Seine Arbeit war über Jahrzehnte mit Eleonore Adlon verbunden. Beide schrieben und produzierten viele Filme gemeinsam und gründeten die Produktionsfirma Pelemele Film. Diese Zusammenarbeit gab den Filmen eine wiedererkennbare Haltung: genaue Beobachtung von Außenseitern, ein Sinn für Räume, Farbe und Musik sowie Figuren, die sich ihren Platz nicht über Lautstärke erkämpfen.
Mit Céleste wandte sich Adlon 1981 der Welt Marcel Prousts aus der Perspektive seiner Haushälterin Céleste Albaret zu. Es folgten Die Schaukel und Zuckerbaby. In diesen Filmen arbeitete er zunehmend mit Marianne Sägebrecht zusammen. Ihre Präsenz passte zu Adlons Blick auf Menschen, die am Rand gewohnter Erwartungen stehen und gerade dort Würde, Humor und Eigenwillen behalten.
1987 kam Out of Rosenheim in die Kinos. Der Film erzählt von Jasmin Münchgstettner, gespielt von Marianne Sägebrecht, die nach einem Streit in der Mojave-Wüste landet und in einem abgelegenen Motel auf Brenda trifft, gespielt von CCH Pounder. Aus Distanz, Misstrauen und Alltagsarbeit entsteht eine vorsichtige Nähe. Der Film verband bayerische Herkunft, amerikanische Landschaft, Musik von Bob Telson und eine Erzählweise, die Komik und Melancholie ruhig nebeneinander stehen lässt.
Nach dem Erfolg von Out of Rosenheim lebten Percy und Eleonore Adlon auch in Pacific Palisades bei Los Angeles. Es entstanden weitere Arbeiten wie Rosalie Goes Shopping, Salmonberries, Hawaiian Gardens und Mahler auf der Couch. Adlon blieb dabei unabhängig von großen Studios und arbeitete weiter an Stoffen, in denen Heimat, Fremde, Familie, Kunst und Selbstentwurf ineinandergreifen.
Percy Adlon starb am 10. März 2024 in Los Angeles. Er wurde 88 Jahre alt. Sein Werk bleibt mit Filmen verbunden, die auf kleine Gesten, ungewöhnliche Begegnungen und den Blick für Menschen zwischen verschiedenen Welten setzen.
bis 2024