

Schweizer Schriftsteller
Peter Bichsel (* 24. März 1935 in Luzern; gestorben am 15. März 2025 in Zuchwil) war ein Schweizer Schriftsteller, Journalist und Kolumnist. Er wurde durch kurze, genau gebaute Geschichten bekannt, in denen klare Sätze Alltagsbeobachtungen, Sprachspiele und leise Zweifel tragen.
Bichsel wuchs in Luzern und Olten auf, machte 1955 in Solothurn das Primarlehrerdiplom und arbeitete bis 1968 als Primarlehrer. Diese Nähe zu Alltag, Schule, Gesprächen und kleinen Verschiebungen der Sprache blieb in seinem Schreiben spürbar. Danach lebte er als freier Autor.
1964 erschien Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen, die Sammlung, mit der Bichsel auch außerhalb der Schweiz wahrgenommen wurde. 1965 erhielt er den Preis der Gruppe 47. Seine Prosa arbeitet mit knappen Szenen, wartenden Figuren und Sätzen, die scheinbar schlicht beginnen und dann die Gewissheiten des Lesens verändern.
Mit Kindergeschichten von 1969 erreichte Bichsel viele Leserinnen und Leser über Generationen hinweg. Texte wie Ein Tisch ist ein Tisch fragen, was mit Welt und Sprache geschieht, wenn Dinge neue Namen bekommen. Die Geschichten wirken leicht zugänglich, bleiben aber offen für Einsamkeit, Missverständnisse und die Sehnsucht nach Kontakt.
Bichsel schrieb über Jahrzehnte Kolumnen, Essays und Reden. In der Schweiz wurde er auch als politisch wacher Beobachter gelesen. Zwischen 1973 und 1980 arbeitete er als persönlicher Berater des Bundesrats Willi Ritschard. Er gehörte zu den Mitgründern der Gruppe Olten und zu den Mitinitiatoren der Solothurner Literaturtage.
Bichsel erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Jugendbuchpreis, den Johann-Peter-Hebel-Preis, den Solothurner Literaturpreis und den Grossen Schillerpreis. Er starb am 15. März 2025 in Zuchwil, wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag. Sein Andenken bleibt mit einer Literatur verbunden, die im Kleinen denkt und gerade dort grundsätzliche Fragen findet.