
Rainer Weiss (* 29. September 1932 in Berlin; gestorben am 25. August 2025 in Cambridge, Massachusetts) war ein US-amerikanischer Physiker deutscher Herkunft. Er wurde besonders durch seine Arbeit an LIGO, dem Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory, bekannt. 2017 erhielt er gemeinsam mit Kip Thorne und Barry Barish den Nobelpreis für Physik für entscheidende Beiträge zum LIGO-Detektor und zur Beobachtung von Gravitationswellen. Seine Forschung trug entscheidend zu einer Messung bei, die Albert Einsteins allgemeine Relativitätstheorie auf neue Weise bestätigte.
Weiss wurde 1932 in Berlin geboren. Seine Familie floh vor der nationalsozialistischen Verfolgung; über Europa gelangte sie in die Vereinigten Staaten. Dort wuchs Weiss auf und fand zur Physik nicht über einen glatten Ausbildungsweg, sondern über Neugier, handwerkliches Experimentieren und die Bereitschaft, schwierige Messprobleme lange auszuhalten. Am Massachusetts Institute of Technology wurde er später Student, Forscher und Professor.
Weiss arbeitete zunächst auch an Messungen zur kosmischen Hintergrundstrahlung, also an Spuren des frühen Universums. Sein besonderes Talent lag darin, theoretische Fragen in präzise Apparaturen zu übersetzen. Bei Gravitationswellen war genau das die zentrale Schwierigkeit. Die von Einstein vorhergesagten Verzerrungen der Raumzeit sind extrem klein. Um sie zu messen, musste ein Detektor winzige Längenänderungen über große Entfernungen zuverlässig erkennen und zugleich Störungen aus der Umgebung ausschließen.
In den 1970er-Jahren entwickelte Weiss ein Konzept, wie Laserinterferometrie zur Suche nach Gravitationswellen eingesetzt werden könnte. Daraus wurde über Jahrzehnte ein großes gemeinsames Forschungsprojekt: LIGO mit Detektoren in Hanford und Livingston. Weiss war einer der prägenden Köpfe dieses Weges, aber der Erfolg hing an vielen Menschen, Institutionen und technischen Verbesserungen. Die Stärke seiner Arbeit lag darin, eine fast unmöglich wirkende Messung in einzelne lösbare Probleme zu zerlegen.
Am 14. September 2015 registrierte LIGO erstmals direkt Gravitationswellen. Das Signal stammte von der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher und wurde 2016 öffentlich bekanntgegeben. Für die Physik war das ein Wendepunkt: Zum ersten Mal ließ sich das Universum nicht nur über Licht und andere elektromagnetische Strahlung beobachten, sondern über Wellen in der Raumzeit selbst. Die Messung bestätigte eine zentrale Vorhersage der Relativitätstheorie und eröffnete die Gravitationswellenastronomie.
Am 3. Oktober 2017 gab die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften bekannt, dass Rainer Weiss, Kip Thorne und Barry Barish den Nobelpreis für Physik erhalten. Weiss' Anteil an dieser Geschichte liegt in der Verbindung von physikalischer Vorstellungskraft, technischer Genauigkeit und jahrzehntelanger Geduld. Er starb am 25. August 2025 in Cambridge, Massachusetts. Seine Bedeutung reicht über den Nobelpreis hinaus: Er half, die Messung von Gravitationswellen als Werkzeug der Astronomie zu etablieren.