

Deutsche Kugelstoßerin
Börgerende-Rethwisch
Renate Boy, geboren als Renate Garisch-Culmberger (* 24. Januar 1939 in Pillau; gestorben am 5. Januar 2023 in Börgerende-Rethwisch), war eine deutsche Kugelstoßerin. Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio gewann sie für die gemeinsame deutsche Mannschaft die Silbermedaille.
Renate Garisch-Culmberger wurde in Ostpreußen geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Weg der Familie über Thüringen nach Rügen. Sportlich fand sie später in Rostock ihren Mittelpunkt. Für den SC Empor Rostock entwickelte sie sich zur Kugelstoßerin und arbeitete zugleich in einem beruflichen Alltag außerhalb des Stadions.
1961 stieß sie als erste deutsche Frau die Kugel über 17 Meter. In den folgenden Jahren gewann sie mehrere DDR-Meistertitel und etablierte sich international. Bei den Europameisterschaften 1962 in Belgrad holte sie Silber. Ihre Stärke lag in einer ruhigen, kraftvollen Technik, die sie über mehrere Olympiaden hinweg konkurrenzfähig hielt.
1960 in Rom wurde Garisch-Culmberger Sechste. Vier Jahre später in Tokio gelang ihr mit 17,61 Metern der zweite Platz hinter Tamara Press. 1968 trat sie nach ihrer Heirat unter dem Namen Renate Boy für die DDR an und erreichte in Mexiko-Stadt den fünften Platz.
Nach der aktiven Laufbahn blieb Boy in Mecklenburg-Vorpommern verwurzelt. Zu ihren beruflichen Stationen gehörten die Arbeit als Warenverkehrskauffrau und später als Schichtleiterin in einem Rostocker Fischkombinat. In Rostocker Nachrufen wurde sie als Athletin des SC Empor und als Bezugspunkt für den regionalen Leichtathletikverein gewürdigt.
Renate Boy starb am 5. Januar 2023 in Börgerende-Rethwisch. Sie wurde 83 Jahre alt. Ihre sportliche Laufbahn bleibt besonders mit Tokio 1964, dem SC Empor Rostock und der Entwicklung des Frauen-Kugelstoßens in Deutschland verbunden.