

US-amerikanischer Regisseur
Woodland Hills
Richard Fleischer (* 8. Dezember 1916 in Brooklyn, New York; gestorben am 25. März 2006 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Filmregisseur. Er arbeitete in Film noir, Abenteuerfilm, Science-Fiction, Historienfilm, True Crime und Studiounterhaltung und wurde durch Filme wie 20,000 Leagues Under the Sea, The Narrow Margin, Fantastic Voyage, The Boston Strangler, Tora! Tora! Tora! und Soylent Green bekannt.
Fleischer war der Sohn des Animationspioniers Max Fleischer, dessen Studio Figuren wie Betty Boop und Popeye prägte. Richard Fleischer studierte an der Brown University und an der Yale School of Drama. Der Weg zum Film begann nicht über den Namen seines Vaters, sondern über kurze Filme, Wochenschauen und handwerkliche Studioarbeit bei RKO.
In den 1940er-Jahren arbeitete Fleischer an Kurz- und Dokumentarfilmen. Design for Death, den er mitproduzierte, gewann 1948 den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Danach entwickelte er bei RKO ein Gespür für knappe, präzise Spannungsfilme. Armored Car Robbery und besonders The Narrow Margin gelten als wichtige Arbeiten des amerikanischen Film noir.
1954 inszenierte Fleischer für Walt Disney 20,000 Leagues Under the Sea. Dass Disney ausgerechnet den Sohn seines früheren Konkurrenten Max Fleischer engagierte, wurde später oft erzählt; entscheidend war aber das Ergebnis: ein aufwendiger Abenteuerfilm, der für Disneys Realfilmgeschichte wichtig wurde. Es folgten größere Produktionen wie The Vikings, Barabbas und Fantastic Voyage.
Fleischer war kein Regisseur, der sich auf ein einziges Thema festlegte. Er drehte True-Crime-Filme wie Compulsion, The Boston Strangler und 10 Rillington Place, das Kriegsprojekt Tora! Tora! Tora!, Science-Fiction wie Soylent Green und später auch Unterhaltungskino mit wechselndem Erfolg. Seine Stärke lag häufig in Organisation, Tempo und der Fähigkeit, schwierige Stoffe innerhalb großer Produktionsapparate kontrolliert umzusetzen.
Nicht alle späten Filme wurden freundlich aufgenommen. Produktionen wie The Jazz Singer oder Conan the Destroyer zeigen auch die Grenzen eines Regisseurs, der oft Auftragsarbeiten übernahm. Dennoch blieb Fleischers Werk breit und filmhistorisch interessant, weil es viele Formen des amerikanischen und internationalen Studiokinos berührt. In späteren Jahren sprach er in Interviews und Filmgeschichten über seine Erfahrungen.
Richard Fleischer starb am 25. März 2006 in Los Angeles. Er wurde 89 Jahre alt. Sein Andenken ist mit einem vielseitigen Regiewerk verbunden, das vom knappen Noir bis zur großen Studioproduktion reicht.
Design for Death