

Deutsche Politikerin
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Rita Süssmuth (* 17. Februar 1937 in Wuppertal als Rita Kickuth; gestorben am 1. Februar 2026 in Neuss) war eine deutsche Erziehungswissenschaftlerin und Politikerin der CDU. Sie war Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und von 1988 bis 1998 Präsidentin des Deutschen Bundestages. Ihre politische Arbeit verband Familien-, Frauen-, Gesundheits- und Demokratiepolitik.
Süssmuth wuchs in Nordrhein-Westfalen auf und studierte Romanistik, Geschichte, Pädagogik, Erziehungswissenschaft, Soziologie und Psychologie in Münster, Tübingen und Paris. 1964 wurde sie promoviert. Sie arbeitete als Hochschullehrerin, unter anderem in Bochum und Dortmund, und leitete in Hannover das Forschungszentrum Frau und Gesellschaft. Der Wechsel in die Politik kam aus der Verbindung von Wissenschaft, Familienforschung und gesellschaftlicher Praxis.
Am 26. September 1985 wurde Süssmuth Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Später kam der Bereich Frauen hinzu. Sie setzte sich für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein und brachte frauenpolitische Fragen auf die Agenda der Bundesregierung. Besonders prägend wurde ihr Umgang mit HIV und AIDS: Süssmuth setzte auf Aufklärung, Prävention und Respekt statt auf Stigmatisierung. Damit unterschied sie sich klar von Stimmen, die in der Krise vor allem Ausgrenzung forderten.
Am 25. November 1988 wurde Süssmuth zur Präsidentin des Deutschen Bundestages gewählt. In diesem Amt blieb sie fast zehn Jahre. Sie leitete das Parlament in den Jahren von Mauerfall, deutscher Einheit und dem institutionellen Übergang nach Berlin. Süssmuth verstand das Amt nicht als politische Stille. Sie sprach weiterhin über Gleichberechtigung, gesellschaftliche Teilhabe, Parität und demokratische Verantwortung.
Süssmuth war Christdemokratin, aber keine bequeme Parteifigur. In der Union widersprach sie, wenn sie Frauenrechte, Familienbilder oder den Umgang mit Minderheiten anders bewertete als die Parteimehrheit. Diese Unabhängigkeit machte sie für viele Menschen glaubwürdig. Sie verband katholische Prägung mit sozialer Offenheit und bestand darauf, dass Politik konkrete Lebenslagen ernst nimmt.
Nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag 2002 blieb Süssmuth öffentlich aktiv. Sie engagierte sich weiter für Demokratie, Integration, Frauen in Parlamenten und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Noch im hohen Alter meldete sie sich zu politischen Fragen zu Wort. Der Bundestag und die Bundesregierung würdigten nach ihrem Tod besonders ihre Beharrlichkeit, ihre Empathie und ihren Einsatz gegen Ausgrenzung.
Rita Süssmuth starb am 1. Februar 2026 in Neuss. Sie wurde 88 Jahre alt. Am 24. Februar 2026 verabschiedete der Deutsche Bundestag sie mit einem Trauerstaatsakt in Berlin. Ihr Andenken bleibt mit einer Politik verbunden, die Frauenrechte, Familienpolitik, Gesundheit und parlamentarische Demokratie zusammen dachte.
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