
US-amerikanischer Physiker
Robert Adler (* 4. Dezember 1913 in Wien; gestorben am 15. Februar 2007 in Boise, Idaho) war ein österreichisch-amerikanischer Physiker und Erfinder. Bekannt wurde er vor allem als Mitentwickler der kabellosen Fernbedienung für Fernsehgeräte. Sein Berufsleben bei Zenith Electronics umfasste jedoch weit mehr: Adler hielt über 180 US-Patente und arbeitete an Fernsehtechnik, Ultraschall, akustischen Oberflächenwellen und später auch an Touchscreen-Technologie.
Adler studierte Physik an der Universität Wien und promovierte 1937. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland verließ der jüdische Wissenschaftler Europa schrittweise über Belgien und Großbritannien. In den Vereinigten Staaten fand er 1941 bei Zenith Electronics eine Forschungsstelle. Diese Emigration prägte seinen Lebensweg, ohne dass sie später im öffentlichen Bild des Fernbedienungs-Erfinders immer sichtbar blieb.
Bei Zenith arbeitete Adler über Jahrzehnte in der Forschung. Er entwickelte Schaltungen, Röhrentechnik und Filterlösungen, die Fernsehempfang stabiler und Geräte praktischer machten. Viele seiner Arbeiten waren für Nutzerinnen und Nutzer kaum sichtbar, aber für die Entwicklung der Unterhaltungselektronik wichtig. Adler war kein einzelner Bastler außerhalb der Industrie, sondern Teil einer Forschungskultur, in der Unternehmen eigene Labore mit Physikern und Ingenieuren unterhielten.
Am bekanntesten wurde Adler durch die Zenith Space Command, eine 1956 eingeführte kabellose Fernbedienung. Vorher hatte Eugene Polley bei Zenith bereits die lichtbasierte Flash-Matic entwickelt. Adler setzte auf Ultraschalltöne, die das Fernsehgerät ohne Kabel steuern konnten und weniger anfällig für Störungen waren. Darum wird er meist als Mitentwickler der kabellosen TV-Fernbedienung genannt, nicht als alleiniger Erfinder.
Die Fernbedienung veränderte Fernsehtechnik und Sehgewohnheiten. Sender, Werbung und Zuschauerverhalten stellten sich darauf ein, dass Programme bequem gewechselt werden konnten. Adler selbst sah diese Erfindung nüchtern. Nach Berichten seiner Frau Ingrid sah er wenig fern und bevorzugte Bücher. Gerade diese Distanz macht sein bekanntestes Werk interessant: Ein zurückhaltender Physiker veränderte einen alltäglichen Umgang mit Medien, den Millionen Menschen selbstverständlich fanden.
Adler wurde IEEE Fellow, erhielt 1980 die IEEE Edison Medal und 1997 gemeinsam mit Eugene Polley einen Emmy für die Entwicklung der kabellosen Fernbedienung. Auch nach seiner offiziellen Pensionierung blieb er Zenith als Berater verbunden. Sein letztes Patentprojekt betraf akustische Touchsensoren und wurde noch kurz vor seinem Tod eingereicht. Das zeigt, wie lange sein Interesse an praktischer Physik lebendig blieb.
Robert Adler starb am 15. Februar 2007 in Boise, Idaho, an Herzversagen. Er wurde 93 Jahre alt. Sein bekanntester Beitrag liegt im Alltag der Mediennutzung; seine eigentliche Leistung lag in präziser Forschung und in vielen technischen Verbesserungen, die meist unsichtbar blieben.
bis 1978