

Deutscher Jurist und Politiker (CDU); 1987-1994 Präsident des Bundesverfassungsgerichts, 7. Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland
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Friedhof Jagsthausen
Roman Herzog (* 5. April 1934 in Landshut; gestorben am 10. Januar 2017 in Bad Mergentheim) war ein deutscher Jurist, CDU-Politiker und von 1994 bis 1999 Bundespräsident. Vor seiner Präsidentschaft war er Wissenschaftler, Landespolitiker, Richter und Präsident des Bundesverfassungsgerichts. Besonders bekannt blieb seine Berliner Rede vom 26. April 1997, die wegen der Formulierung vom „Ruck" durch Deutschland als „Ruck-Rede" in die politische Sprache einging.
Herzog studierte Rechtswissenschaften in München, promovierte und habilitierte sich. Er lehrte Staatsrecht und politische Wissenschaft und verband wissenschaftliche Genauigkeit mit einem starken Interesse an staatlicher Ordnung, Verfassung und Verantwortung. Diese juristische Prägung blieb auch in seinen späteren Ämtern sichtbar: Herzog argumentierte oft grundsätzlich, nicht nur tagespolitisch. Für ihn war Demokratie nicht allein ein Verfahren, sondern eine Ordnung, die Bürgerinnen, Bürger und Institutionen gleichermaßen fordert.
In Baden-Württemberg übernahm Herzog politische Verantwortung, unter anderem als Kultus- und Innenminister. Später wechselte er an das Bundesverfassungsgericht. Ab 1987 stand er an der Spitze des Gerichts. Diese Station war für sein öffentliches Profil entscheidend: Herzog wurde als Jurist wahrgenommen, der die Sprache des Rechts beherrschte, aber auch politische Zusammenhänge erklären konnte. Als er 1994 Bundespräsident wurde, brachte er diese Erfahrung in ein Amt ein, das stark von Rede, Symbolen und Orientierung lebt.
Am 23. Mai 1994 wurde Roman Herzog zum Bundespräsidenten gewählt. Er war der zweite Bundespräsident des wiedervereinigten Deutschlands. In seiner Amtszeit ging es um den inneren Zusammenhalt nach der Einheit, um Reformfragen und um Deutschlands Rolle in Europa. Herzog setzte außerdem wichtige erinnerungspolitische Akzente. 1996 führte er den 27. Januar als Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ein, den Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.
Am 26. April 1997 hielt Herzog im Berliner Hotel Adlon seine bekannteste Rede. Er sprach über Reformstau, Besitzstände, Mut zur Veränderung und die Verantwortung von Staat und Gesellschaft. Die Forderung, dass durch Deutschland ein „Ruck" gehen müsse, wurde zum Schlagwort. Der Satz wurde oft verkürzt oder politisch unterschiedlich verwendet. Im Kern zielte Herzog auf eine demokratische Selbstprüfung: Was muss sich ändern, damit Freiheit, Wohlstand und soziale Verantwortung nicht nur verwaltet, sondern erneuert werden?
Nach dem Ende seiner Amtszeit blieb Herzog als Redner, Autor und juristische Stimme präsent. Er engagierte sich in Stiftungen, Hochschulen und gesellschaftlichen Debatten. Roman Herzog starb am 10. Januar 2017 in Bad Mergentheim. Seine Bedeutung liegt in der Verbindung von Verfassungsdenken und öffentlicher Ansprache: Er wollte nicht nur repräsentieren, sondern erklären, Orientierung geben und eine Gesellschaft zur eigenen Verantwortung ansprechen.