

Spanischer Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner
Teatre-Museu Dalí
Salvador Dalí (* 11. Mai 1904 in Figueres, Katalonien; gestorben am 23. Januar 1989 in Figueres) war ein spanischer Maler, Zeichner, Grafiker, Bildhauer, Schriftsteller und Filmemacher. Er wurde zu einer der bekanntesten Figuren des Surrealismus, weil er technische Präzision, Traumlogik und extreme Selbstinszenierung miteinander verband. Dalí war ein großer Bild-Erfinder, aber auch ein Künstler, dessen Pose, Marktinstinkt und politische Ambivalenzen sein Werk bis heute begleiten.

Dalí wuchs in Figueres und Cadaqués auf, in einer Landschaft, deren Licht, Felsen und Küstenformen später immer wieder in seinen Bildern auftauchten. 1922 ging er nach Madrid an die Real Academia de Bellas Artes de San Fernando. Dort bewegte er sich in einem Umfeld junger Intellektueller und Künstler, zu dem auch Federico García Lorca und Luis Buñuel gehörten. Dalí lernte akademische Maltechnik, interessierte sich aber ebenso für Kubismus, Futurismus, Psychoanalyse und das Kino.
1926 reiste Dalí nach Paris und begegnete Pablo Picasso. Entscheidend wurde aber 1929: Mit Buñuel entstand Un chien andalou, und Dalí traf Gala, die seine Partnerin, Ehefrau, Vertraute und zentrale Figur seines künstlerischen Umfelds wurde. Im selben Zeitraum fand er Anschluss an die Surrealisten. Dalí brachte in diese Gruppe eine besondere Mischung ein: eine fast altmeisterliche Malweise, bizarre Gegenstände, erotische Obsessionen, religiöse und wissenschaftliche Motive sowie eine Methode, die er selbst als paranoisch-kritisch beschrieb.

1931 malte Dalí The Persistence of Memory, das später zu einem der bekanntesten Bilder der Moderne wurde. Die weichen Uhren sind nicht nur ein surrealistischer Effekt, sondern zeigen, wie Dalí vertraute Dinge in eine Welt versetzte, in der Zeit, Körper und Landschaft unsicher werden. Seine besten Arbeiten wirken gerade deshalb so stark, weil sie nicht verschwommen träumen, sondern mit scharfer, fast kalter Genauigkeit unmögliche Situationen darstellen.
Dalí wurde zur Marke, bevor das Wort im Kunstbetrieb selbstverständlich war. Er inszenierte seinen Schnurrbart, seine Auftritte, Interviews, Objekte und Skandale mit großer Berechnung. Diese Sichtbarkeit half ihm, machte ihn aber auch innerhalb der surrealistischen Gruppe verdächtig. 1939 kam es zum Bruch. André Breton und andere kritisierten Dalís Kommerzialisierung, seine politischen Mehrdeutigkeiten und seine Weigerung, sich klar gegen autoritäre Tendenzen zu positionieren. Dalís Werk lässt sich deshalb nicht von seiner öffentlichen Rolle trennen.
1940 gingen Dalí und Gala in die USA. Dort arbeitete er an Ausstellungen, Büchern, Bühnenprojekten, Filmen und Kooperationen. 1941 zeigte das Museum of Modern Art in New York eine große Retrospektive. Nach 1948 lebte Dalí wieder häufiger in Portlligat. In den folgenden Jahrzehnten wandte er sich stärker religiösen, klassischen und wissenschaftlichen Themen zu: Atomphysik, Optik, Renaissance-Komposition, Mystik und Spektakel verschmolzen in sehr unterschiedlichen Werkgruppen. Nicht alles davon war gleich überzeugend, aber Dalí blieb produktiv und unerwartet.
Gala war für Dalí mehr als Muse. Sie war Partnerin, Managerin, Modell, Projektionsfigur und Teil seiner Mythologie. Nach ihrem Tod 1982 zog sich Dalí stärker zurück. Schon zuvor hatte er in Figueres an einem eigenen Museum gearbeitet. Das 1974 eröffnete Teatro-Museo Dalí war nicht nur ein Ausstellungsort, sondern ein von ihm mitgestaltetes Gesamtkunstwerk: Theater, Erinnerung, Bühne und Selbstporträt zugleich.

Salvador Dalí starb am 23. Januar 1989 in Figueres. Er wurde 84 Jahre alt und wurde im Theater-Museum bestattet. Seine Nachwirkung ist ungewöhnlich breit: Dalí ist Museumsfigur, Pop-Ikone, Werbefigur, Surrealist, technischer Virtuose und schwieriger politischer Zeitgenosse. Gerade diese Mischung macht eine genaue Erinnerung nötig. Dalí war nicht nur exzentrisch; er verstand, dass Bilder, Personen und Öffentlichkeit einander verändern können.
bis 1926
bis 1982