

Deutsche Schauspielerin, Tänzerin, Sängerin
Sonja Ziemann (* 8. Februar 1926 in Eichwalde bei Berlin; gestorben am 17. Februar 2020 in München) war eine deutsche Schauspielerin, Tänzerin und Sängerin. Mit Schwarzwaldmädel und Grün ist die Heide wurde sie Anfang der 1950er-Jahre zu einem sichtbaren Gesicht des westdeutschen Nachkriegskinos.
Ziemann begann ihre künstlerische Laufbahn mit Tanzunterricht, unter anderem bei Tatjana Gsovsky. Schon als Jugendliche trat sie in Ballett, Operette und Revue auf. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete sie auf Berliner Bühnen. Diese frühe Prägung durch Tanz und Musik blieb in vielen ihrer Filmrollen spürbar, besonders in Operetten- und Musikfilmen.
Der große Publikumserfolg kam 1950 mit Hans Deppes Schwarzwaldmädel, in dem Ziemann an der Seite von Rudolf Prack spielte. Ein Jahr später folgte Grün ist die Heide, ebenfalls mit Prack. Diese Filme boten vielen Zuschauern nach Krieg und Verlust eine geordnete, farbige Gegenwelt. Ziemanns Bild in der Öffentlichkeit wurde dadurch stark mit Heimatfilm, Freundlichkeit und Nachkriegssehnsucht verbunden.
Ziemann versuchte später, diese Festlegung zu erweitern. Sie spielte in Dramen, internationalen Produktionen und auf der Bühne, unter anderem in My Fair Lady sowie in Stücken von Tennessee Williams und Frank Wedekind. Filme wie Hunde, wollt ihr ewig leben oder Die Brücke von Remagen zeigten eine andere Seite ihres Repertoires als die frühen Erfolgsfilme.
Die Wahrnehmung Ziemanns blieb lange von den 1950er-Jahren geprägt. Das war für ihre Karriere nützlich, wurde aber auch zur Begrenzung, weil spätere Arbeiten oft gegen das Bild des heiteren Nachkriegskinos gelesen wurden. Gerade darin liegt die Spannung ihrer Laufbahn: Sie war Teil eines populären Kinos, das Trost versprach, und suchte zugleich nach Rollen, die mehr Brüche zuließen.
Sonja Ziemann starb am 17. Februar 2020 in München. Sie wurde 94 Jahre alt. Ihr Werk bleibt mit dem westdeutschen Film der 1950er-Jahre verbunden, reicht aber über das enge Etikett des Heimatfilms hinaus.
bis 1956
bis 1969
bis 2001