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Thomas Klestil
Foto: EC AV Portal
CC BY 4.0AusschnittCommons

Gedenkseite von Thomas Klestil

4. Nov. 1932 – 6. Juli 2004(71 Jahre)Sterbeort:Wien, Österreich

Österreichischer Diplomat und Politiker

Gedenkkerzen

1 Kerze

Emoria entzündet eine Gedenkkerze im Gedenken an Thomas Klestil.

Emoria

6. Juli 2026

Kondolenzbuch

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Biografie

Auszeichnungen(7)

Collane des IsabellenordensGroßes Goldenes Ehrenzeichen des Landes SteiermarkCollar of the Order of the Star of RomaniaKöniglicher SeraphinenordenGrand Cross of the Order of the White Double Cross‎Fürstlich Liechtensteinischer VerdienstordenGroß-Stern des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich

Partner(2)

Edith KlestilMargot Klestil-Löffler

Ausbildung(3)

Universität WienWirtschaftsuniversität WienGymnasium Hagenmüllergasse

Thomas Klestil (* 4. November 1932 in Wien; gestorben am 6. Juli 2004 in Wien) war ein österreichischer Diplomat und Politiker. Von 1992 bis zu seinem Tod war er Bundespräsident der Republik Österreich. Seine Amtszeit fiel in eine Phase, in der Österreich seine internationale Rolle nach dem Ende des Kalten Krieges, dem EU-Beitritt und den Debatten um die eigene NS-Vergangenheit neu bestimmte.

Diplomatischer Weg

Klestil stammte aus Wien und studierte an der Hochschule für Welthandel. Nach seiner Promotion trat er in den Staatsdienst ein. Seine Laufbahn führte ihn zur OECD nach Paris, an die österreichische Botschaft in Washington, ins Bundeskanzleramt und später an wichtige Auslandsvertretungen. Er war Generalkonsul in Los Angeles, österreichischer Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York und Botschafter in den Vereinigten Staaten. 1987 kehrte er als Generalsekretär für auswärtige Angelegenheiten nach Wien zurück.

Wahl zum Bundespräsidenten

1992 trat Klestil als von der ÖVP unterstützter Kandidat zur Bundespräsidentenwahl an. Nach der Ära Kurt Waldheim erwarteten viele im In- und Ausland ein Staatsoberhaupt, das Österreich wieder stärker öffnete. Klestil gewann die Stichwahl am 24. Mai 1992 und wurde am 8. Juli angelobt. Er brachte diplomatische Erfahrung in ein Amt ein, das verfassungsrechtlich begrenzt ist, aber in Symbolen, Reden und internationaler Repräsentation Gewicht besitzt.

Österreich und seine Verantwortung

Ein Schwerpunkt seiner Präsidentschaft war der Umgang Österreichs mit der NS-Zeit. Klestil sprach wiederholt über die Mitverantwortung von Österreicherinnen und Österreichern an den Verbrechen des Nationalsozialismus. Besonders deutlich wurde das am 15. November 1994 in Jerusalem, als er vor der Knesset sprach. Diese Rede stand für den Versuch, Österreichs internationales Vertrauen nicht durch Verdrängung, sondern durch öffentliche Anerkennung historischer Verantwortung zu stärken.

EU und innenpolitische Spannung

In Klestils Amtszeit trat Österreich der Europäischen Union bei. Er unterstützte eine aktive europäische Rolle des Landes und suchte zugleich mehr außenpolitischen Einfluss für das Präsidentenamt, als die österreichische Verfassung praktisch zuließ. Nach der Nationalratswahl 1999 geriet er in schweren Konflikt mit der Bildung einer ÖVP-FPÖ-Regierung unter Wolfgang Schüssel. Klestil konnte die Koalition nicht verhindern, bestand aber auf einer Erklärung zu Demokratie, Menschenrechten und europäischer Bindung.

Zweite Amtszeit

1998 wurde Klestil für eine zweite Amtszeit gewählt. Die folgenden Jahre waren geprägt von europapolitischen Debatten, internationaler Kritik an Österreich und wiederholten Fragen nach den Grenzen präsidialer Einflussnahme. Er blieb dabei ein Präsident mit starkem außenpolitischem Selbstverständnis. Gerade diese Spannung machte seine Amtszeit ungewöhnlich: Er repräsentierte Österreich nicht nur feierlich, sondern wollte die Republik auch politisch und moralisch nach außen erklären.

Abschied

Thomas Klestil starb am 6. Juli 2004 im Wiener Allgemeinen Krankenhaus, zwei Tage vor dem regulären Ende seiner zweiten Amtszeit. Er wurde 71 Jahre alt. Seine Präsidentschaft zielte darauf, Österreichs internationale Glaubwürdigkeit zu stärken, und wurde besonders dort sichtbar, wo Geschichte, Diplomatie und demokratische Verantwortung aufeinandertrafen.

Lebensstationen

6 Ereignisse

Geboren in Wien

1932

Thomas Klestil wird in Wien geboren.

Zum Bundespräsidenten gewählt

1992

Klestil gewinnt die Stichwahl der österreichischen Bundespräsidentenwahl.

Angelobung in Wien

1992

Thomas Klestil legt vor der Bundesversammlung den Amtseid als Bundespräsident ab.

Rede vor der Knesset

1994

In Jerusalem spricht Klestil vor der Knesset über Österreichs Verantwortung für NS-Verbrechen.

Für zweite Amtszeit gewählt

1998

Klestil wird bei der Bundespräsidentenwahl für eine zweite Amtszeit bestätigt.

Gestorben in Wien

2004

Thomas Klestil stirbt wenige Tage vor dem Ende seiner Amtszeit in Wien.

Todesanzeige

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Stammbaum

  • Edith Klestil

Ruhestätte

Wiener Zentralfriedhof

Simmeringer Hauptstraße, Kaiserebersdorf

Zum Friedhof

Thomas Klestil. Für immer unvergessen.